A-Klasse Tittling

Taktische Umstellung als Erfolgsformel: Thurmansbang mittendrin im Titelrennen

24.11.2022 | Stand 24.11.2022, 19:54 Uhr

Wilde Szenen wie diese gibt es bei den Spielen des SV Thurmansbang selten, denn im eigenen Strafraum lässt die Mannschaft um Torwart Josef Achatz wenig zu. −Fotos: Alexander Escher

Von Michael Duschl

Aus der Erfolgsformel macht Michael Haidn (30) kein Geheimnis. Es liegt ja auf der Hand, warum der SV Thurmansbang in der A-Klasse Tittling auf Platz 1 überwintert: „Wir verteidigen zuverlässig und ein Tor schießen wir eigentlich immer.“ Stimmt. Darum sind die Thurmansbanger Fußballer mittlerweile etwas überraschend Favorit auf die Meisterschaft.

Der Aufstieg sei aber „kein Muss“, betont Spielertrainer Haidn. Nur: „Wer im Winter oben steht, will natürlich auch am Ende oben stehen.“ Der Weg dahin ist allerdings lang. Die DJK Fürsteneck liegt nur drei Punkte dahinter, die SG Nammering/Oberpolling II vier, Kreisklassen-Absteiger SV Kirchberg v.W. sieben. Dieses Quartett wird Meisterschaft und Relegant unter sich ausmachen.

In diesem Aufstiegskampf vertraut der SV Thurmansbang auf seine große Stärke: Das Verteidigen. In sieben der 13 Saisonspiele blieb das Tor von Josef Achatz (26) sauber. Allerdings musste Coach Haidn erst eine Korrektur in der Aufstellung vornehmen: „Zunächst haben wir Rudi Zierler im Sturm aufgestellt. Nachdem wir defensiv ein paar Probleme hatten, musste er zurück auf die Liberoposition“, erzählt Haidn. Plötzlich lief es. Im gesamten September (vier Partien) blieb Thurmansbang ohne Gegentor und kletterte in der Tabelle stetig gen Gipfel.

Dort steht der SVT auch jetzt noch, weil er mit Libero Zierler (29 Jahre) und Spielertrainer bzw. Stürmer Haidn (jeweils elf Treffer) zwei in der A-Klasse herausragende Torschützen in seinen Reihen hat und die Miedl-Zwillinge Alexander und Michael (33) der Mannschaft Stabilität verleihen. Genauso wie die erfahrenen Spieler im zentralen Mittelfeld, Kevin Braml (28) und Benjamin Grill (33). Insgesamt hätte sich der Kader „positiv entwickelt“, betont Haidn, der erfreut feststellt, dass seine Mannschaft von Verletzungsproblemen verschont blieb und zuverlässig 16 bis 18 Mann umfasst.

Sieben Siege: Heimmacht dank junger Trommler

Verlassen können sich die Thurmansbanger Kicker auch auf ihre Anhänger. „Es sind schon immer sehr viele Fans dabei und die sorgen immer für super Stimmung“, lobt Michael Haidn. So seien viele Jugendspieler immer dabei und würden mit Trommeln für einen zusätzlichen Motivationsschub bei der „Ersten“ sorgen. Diese These findet auch Niederschlag in den Zahlen: Sieben Heimspiele, sieben Siege, 20:3 Tore! Und in den ersten Frühjahrsspielen müssen mit Kirchberg v.W. (26. März 2023) und Fürsteneck (16. April) zwei Konkurrenten im Aufstiegskampf nach Thurmansbang.

Nach der Herbstrunde spricht vieles für Haidn & Co., aber der Spielertrainer rechnet nicht mit einer vorzeitigen Entscheidung im Titelrennen. „Ich glaube, es wird erst am vorletzten oder letzten Spieltag entschieden.“ Wenn seine Mannschaft weiterhin so kompakt und effektiv spielt, dann führt der Weg in die Kreisklasse nur über den SV Thurmansbang. Der hat nämlich seine Erfolgsformel gefunden.