Heckmeier erlöst den TSV Jetzendorf
Landesliga Südwest: 17-jähriger Joker trifft im Nachholspiel bei Schlusslicht Bobingen zum 1:0-Endstand

07.09.2023 | Stand 12.09.2023, 16:21 Uhr

Erzielte sein erstes Pflichtspieltor im Herrenbereich und gleich ein entscheidendes: Der 17-jährige Felix Heckmeier traf zum 1:0 in Bobingen. Foto: Kramer

Fußball-Landesligist TSV Jetzendorf hat die Derby-Niederlage beim FSV Pfaffenhofen zumindest ein Stück weit ausmerzen können: Das Team von Trainer Stefan Kellner gewann am Mittwochabend sein Nachholspiel beim Aufsteiger und Tabellenletzten TSV Bobingen mit 1:0 (0:0). Am Sonntag geht es für die Jetzendorfer gegen den VfL Kaufering weiter.

TSV Bobingen - TSV Jetzendorf 0:1 (0:0): Dass dieser Sieg im Grunde Pflicht war, daran lässt Cheftrainer Stefan Kellner keinen Zweifel. Dass die Umsetzung dieser Vorgabe in jedem Landesliga-Spiel aber schwierig ist, das war ihm auch klar. Umso erleichterter wirkte der 31-Jährige, als er am Donnerstag von der Partie berichtete.

„Wir wollten unbedingt die Fehler vermeiden, die zur Niederlage in Pfaffenhofen geführt hatten“, berichtete Kellner und freute sich: „Offensichtlich ist uns das gelungen.“ Den Treffer des Abends erzielte einer seiner Jungs aus dem Jetzendorfer Talenteschuppen: Felix Heckmeier. Der 17-Jährige machte ein klassisches Jokertor. In der 54. Minute kam er für Stefan Stöckl in die Partie, acht Minuten später schlug er zu. Frederic Rist hatte in der eigenen Hälfte eingeworfen, Dominic Reisner schlenzte den Ball nach einer cleveren Körperdrehung in die gegnerische Hälfte in Richtung Maximilian Kreitmair. Der Jetzendorfer Kapitän sah, wie Heckmeier startete und legte ihm die Kugel in den Lauf. Der schlaksige Stürmer schüttelte seinen Gegenspieler locker ab und legte den Ball aus 14 Metern ins lange Eck (0:1, 62.). Es war nicht nur Heckmeiers erstes Landesliga-Tor, sondern sein erster Pflichtspiel-Treffer im Herrenbereich überhaupt.

„Es freut mich riesig, dass sich Felix für seine guten Leistungen in den letzten Wochen belohnt hat“, sagte Kellner. „Noch dazu mit dem entscheidenden Treffer in einem wichtigen Spiel.“

Denn nach dem 2:5 beim FSV waren die Oberilmtaler in Richtung der Relegationsränge abgerutscht. Der Druck war daher hoch. Allerdings waren die Bedingungen schwierig. Kellner berichtet von einem holprigen Platz, zudem hätten viele Spieler an dem Arbeitstag Schwierigkeiten gehabt, den Spielort rechtzeitig zu erreichen.

In der ersten Hälfte vermieden beide Teams das Risiko – für die Hausherren, die weiter erst fünf Punkte haben, wäre der Dreier noch notwendiger gewesen als für ihre Gäste. In der zweiten Hälfte setzte sich allmählich die höhere individuelle Klasse der Jetzendorfer durch. Nach Heckmeiers Treffer hätte der TSV eigentlich nachlegen müssen: Etwa als Kreitmair alleine auf Bobingens Keeper Laurin Sommer loszog. Statt selber abzuschließen, legte er quer auf Reisner, dessen Schuss ein Schwabe von der Linie kratzen konnte (70.). Oder nach einem Kopfball von Wojciech Fassl (75.), als es keinem Grün-Weißen gelang, die Kugel aus zwei Metern ins Netz zu befördern. So wurde es wieder einmal eine Zitterpartie.

htk


TSV Jetzendorf - VfL Kaufering (Sonntag, 15 Uhr): Am Sonntag haben die Jetzendorfer ein weiteres Sechs-Punkte-Match vor der Brust, wenn der VfL Kaufering zu Besuch ist (15 Uhr). Die Kauferinger sind Vorletzter und haben vor kurzem die Reißleine gezogen: Sie holten ihren langjährigen Spielmacher und Co-Trainer Sebastian Bonfert (36) vom Bayernligisten TSV Landsberg zurück und installierten ihn als Chefcoach. Sein Team verlor am vergangenen Spieltag dennoch mit 0:2 gegen Oberweikertshofen. Doch Bonfert war erst wenige Tage im Amt. Kellner erwartet auch deswegen ein enges Match. Bis auf Leon Grauvogl sind alle Mann an Bord, Kellner hat die Qual der Wahl.

htk