Heimweste soll blütenweiß bleiben
FC Ehekirchen bekommt Besuch von der bislang so enttäuschenden SpVgg Unterhaching II

08.09.2023 | Stand 12.09.2023, 16:12 Uhr |

Hat auch schon zwei Saisontreffer auf seinem Konto: Paul Schmidt (r.) vom FC Ehekirchen. Foto: A. Goldberg

Im Vorjahr war es nur ein Freundschaftsspiel, jetzt ist es ein richtiges Punktspiel: Der FC Ehekirchen erwartet am Sonntag (Anstoß um 17 Uhr) die SpVgg Unterhaching II, die vom Bayerischen Fußballverband (BFV) zur Saison 2023/24 regulär in den Wettkampfspielbetrieb der Landesliga Südwest eingruppiert worden ist. Mit einem Altersdurchschnitt von 19,06 Jahren stellt die offiziell als U21 firmierte Drittliga-Reserve dann auch den jüngsten Kader der Liga.

Mit 74 Punkten bei 22 Siegen, acht Remis und vier Niederlagen hätte die SpVgg Unterhaching II die Vorsaison sogar mit zwei Punkten Vorsprung auf den Meister 1. FC Sonthofen abgeschlossen. Doch da alle Matches da noch außer Konkurrenz ausgetragen wurden, flossen die Ergebnisse nicht in die Tabelle ein – somit also auch nicht der Ehekirchener 4:0-Hinspielsieg sowie die 1:6-Rückspielklatsche. In der laufenden Saison ist die Zweite Hachinger Mannschaft, die weiterhin nicht auf einem eigenen Trainingskader fußt, sondern sich aus einer Mischung von Juniorenspielern und Reservisten der Drittliga-Vertretung zusammensetzt, von so einer Erfolgsstory meilenwert entfernt. Zehn Punkte und Tabellenplatz 14 würden derzeit die Abstiegsrelegation bedeuten. Der Elf um Marc Endres gelangen nämlich bisher nur drei Siege und ein Unentschieden – bei schon fünf Pleiten. Für viele Vereine stieß es im Vorfeld auf totales Unverständnis, dass die SpVgg Unterhaching II überhaupt offiziell teilnehmen darf. „Irgendwie war das nicht in Ordnung. Aber was will man dagegen machen? Die Hachinger kann ich einerseits natürlich verstehen, dass sie nicht ganz unten anfangen wollen. Aber einen faden Beigeschmack hat das allemal“, hat auch Ehekirchens Spielertrainer Michael Panknin seine eigene Meinung dazu.
Der FCE ist nach der jüngsten 0:3-Pleite im Spitzenspiel beim TSV Schwabmünchen auf den vierten Tabellenplatz abgerutscht, will gegen Haching II aber seine makellose Heimbilanz mit vier Siegen aus vier Partien ausbauen und sofort in die Erfolgsspur zurückkehren. Denn schon nächsten Freitag, 15. September steht auswärts beim derzeit Tabellenzweiten TSV Eintracht Karlsfeld ein erneutes Topspiel für die Schwarzweißen an.

„Ob es so eines wird, hängt natürlich davon ab, wie wir gegen Haching spielen. Unser Ziel ist ganz klar ein Sieg, dann würden wie vorne dranbleiben. Ansonsten droht ein Abrutschen in das dicht besiedelte Tabellenmittelfeld“, sagt Panknin, der immerhin wieder auf seinen zuletzt schmerzlich vermissten Spielertrainerpartner Simon Schröttle zurückgreifen kann. Auch Nicolas Ledl und Maximilian Schmidt sind wieder in das Training eingestiegen. Ob es allerdings – ebenso wie bei Markus Kugler – für einen Einsatz reicht, wird sich kurzfristig entscheiden. Maximilian Bär weilt definitiv im Urlaub.

Wie wichtig ein personell stark besetzter Kader ist, hat man in der Vorwoche gesehen. Da nämlich ging der FC Ehekirchen auf dem Zahnfleisch daher und sah bei der 0:3-Niederlage beim Spitzenreiter TSV Schwabmünchen kein Land. „In Top-Besetzung hätten wir wohl mehr Gegenwehr leisten können – aber so mussten wir feststellen, dass wir nicht mithalten können“, sagt Panknin und führt aus: „Wir haben einen kleinen Kader. Deshalb können wir Ausfälle nicht so ohne Weiteres verkraften.“
Entscheidend im Match gegen die Unterhachinger-Reserve wird auch sein, mit welchem Kader der Münchener Vorstadtverein anreist. „Grundsätzlich bin ich überzeugt, dass die SpVgg hinten rauskommen wird. Es gab halt eine große Fluktuation, und die jungen Spieler müssen sich erst noch an die Körperlichkeit im Erwachsenen-Fußball gewöhnen. Das ist aber ein Entwicklungsprozess, der von Woche zu Woche besser wird. Wir jedenfalls wollen drei Punkte holen, damit wir ohne Druck nach Karlsfeld fahren können“, sagt Panknin – und ergänzt: „Wir wollen keinesfalls hinten reinrutschen.“

DK