Gradmesser zum Auftakt im DFB-Pokal
Zweitliga-Frauen des FC Ingolstadt erwarten in der 1. Runde Ligakonkurrent FC Carl Zeiss Jena

11.08.2023 | Stand 12.09.2023, 23:41 Uhr |
Sabine Kaczynski

Seit gut einem Monat stehen die Zweitliga-Fußballerinnen des FC Ingolstadt wieder auf dem Platz, Trainingslager und Testspiele sind absolviert. Am kommenden Sonntag (14 Uhr, MTV-Stadion) starten die Schanzerinnen in die erste Runde des DFB-Pokals, Gegner ist Ligakonkurrent FC Carl Zeiss Jena.

Sind die Ingolstädterinnen bereit? „Pflichtspiele sind immer anders als Testspiele. In den Freundschaftsspielen probiert man viel aus, wechselt häufig durch. Wie es letztlich läuft, wird sich erst am Wochenende auf dem Platz zeigen“, sagt FCI-Trainer Miren Catovic, der aber mit der Vorbereitung sehr zufrieden ist.

„Sämtliche Neuzugänge sind inzwischen vollständig integriert, alle Spielerinnen ziehen sehr gut mit“, urteilt der Coach. Das Trainingslager habe das Team zudem für einige Schulungen genutzt: „Es gab Vorträge rund um das Thema Ernährung bezüglich Training-, Spiel- und Alltag, auch der Bereich Supplements (Mittel zur Nahrungsergänzung, Anm. d. Red.), die künftig zum Teil vom Verein gestellt werden, wurde besprochen“, erzählt Catovic, dem die weitere Professionalisierung seines Teams sehr am Herzen liegt. Auch die Verletzungsprävention kam zur Sprache, die Spielerinnen bekamen von Physiotherapeut Richard Knechtskern entsprechende Infos und Tipps, zudem ist mit Sergio Trommer nun ein Athletiktrainer mit an Bord, der der Mannschaft viermal pro Woche zur Verfügung steht. „Wir machen in dieser Richtung kleine Schritte nach vorn“, freut sich der Trainer.

Und welche Fortschritte sieht der Coach bei den Neuzugängen? Hat sich jemand bereits in die Stammelf gespielt? „Es hat sich bestätigt, dass uns Katharina Reikersdorfer und Leonie Hein sicher sofort helfen können. Leonie hat zwei Jahre in der zweiten Liga, Kathi in der österreichischen Bundesliga gespielt – beide bringen Erfahrung und fußballerische Qualität mit“, ist Catovic überzeugt. Auch die anderen Neulinge wie Anna Lena Härtl, Finja Sluka, Josephine Ekotto, Pija Reininger oder Madeleine Maliha hätten Potenzial und zeigten eine positive Entwicklung, ebenso Keeperin Marisa Truntschka, die im FCI-Umfeld als erst 17-Jährige „sehr viel lernen“ könne, so der Trainer, der das Grundgerüst seiner Mannschaft bereits im Kopf hat. Auch sein bewährtes 4-2-3-1-Spielsystem wird Catovic wieder auf den Platz bringen, eventuell wird es noch den ein oder anderen Transfer geben. Den Wunsch nach einer schnellen Flügelflitzerin muss der Trainer allerdings vorerst begraben: „Bei entsprechenden Top-Spielerinnen scheiterte der Wechsel leider aus finanziellen Gründen“, muss Catovic zugeben, der mit seinem Kader aber dennoch zufrieden ist, zumal Mittelfeldstrategin Ivana Slipcevic und Verteidigerin Katharina Krist nach ihren schweren Verletzungen auf dem Weg zurück ins Team sind.

Für das erste Pflichtspiel im DFB-Pokal gegen Jena kann der FCI-Trainer wohl auf den gesamten Kader zurückgreifen, auch wenn einige Spielerinnen noch etwas angeschlagen sind. „Ich hoffe, dass bis zum Sonntag alle noch fit werden – zumindest haben wir keine langfristigen Ausfälle, wie es zu Beginn der letzten Saison der Fall war“, ist Catovic erleichtert.

Und wie schätzt er den ersten Gegner der neuen Spielzeit ein? „Das lässt sich kaum beurteilen. Der FC Carl Zeiss Jena hat einige Personalien geändert, auch der Trainer ist neu – ob er die Mannschaft ähnlich auftreten lässt wie sein Vorgänger, ist schwer zu sagen“, meint Catovic, der dennoch ein spannendes, interessantes Spiel erwartet. „Um Jena zu schlagen, müssen wir aber unser Potenzial auch auf den Platz bringen, denn es ist in jedem Fall ein starker Kontrahent. Das wird nicht leicht“, fürchtet der Coach, der zwar dem Zweitligabetrieb die höhere Priorität einräumt, aber dennoch einen Sieg gegen den Ligakonkurrenten einfahren möchte: „Wir wollen auf jeden Fall eine Runde weiterkommen, denn ein anschließender Pokalkracher wie gegen den FC Bayern in der letzten Saison wäre natürlich wieder cool“, sagt Catovic.

DK