Eishockeyfest in Dingolfing
Mit DEL-Star Brandt und einer besonderen Ehre: Emotionaler Abschied von EVD-Legende Daniel Schickaneder

11.09.2023 | Stand 12.09.2023, 15:31 Uhr

Die Nummer 10 wird beim EV Dingolfing nicht mehr vergeben. −Foto: Eva Fuchs

Es war ein Abend voller Emotionen in der Marco-Sturm-Eishalle, als EVD-Legende Daniel Schickaneder seine Eishockey-Karriere endgültig beendete. Die 500 Zuschauer sahen nicht nur ein sehr ansehnliches Spiel, sondern ein echtes Novum in der 45-jährigen Vereinsgeschichte des Traditionsvereins.
Die größte Überraschung wartete für den Mann des Abends – Daniel Schickaneder – bereits vor dem ersten Bully am Freitagabend. Die Macher der Isar Rats beschlossen, dass das Trikot mit der Nummer 10 nie wieder beim EV Dingolfing vergeben wird. Es landete nämlich unter dem Hallendach. Bereits nach dieser Nachricht brachen beim sonst rationalen Schickaneder alle Dämme. „Damit habe ich niemals gerechnet und es bedeutet mir sehr viel“, erzählt der 36-Jährige noch am Tag danach unter Tränen.
Für den EVD-Vorsitzenden Jürgen Ohr eine völlig gerechtfertigte Auszeichnung. Schickaneder habe sich durch Loyalität, Teamgeist und unbändigem Ehrgeiz beim EV Dingolfing einen Namen gemacht. „Er ist ein echtes Vorbild. Insbesondere für unsere Nachwuchsspieler. Deswegen war es eine sehr einfache Entscheidung“, erklärt Ohr. Diese spezielle Ehrung, die vor allem in Amerika sehr beliebt ist, ist ein Novum in der Dingolfinger Eishockeygeschichte. „Dies allein soll beweisen, welche große Fußstapfen Daniel hinterlassen wird“, so Ohr.

DEL-Flair in der Eishalle

Der Rahmen passte mit knapp 500 Zuschauer und auch die beiden Teams zeigten feines Eishockey. Im Mittelpunkt stand nicht nur Daniel Schickaneder, sondern auch DEL-Star Marcel Brandt, der als weitere Überraschung in „Schickis Team“ auflief. Generell war die Truppe des Eishockey-Rentners stark besetzt. Markus Simbeck, Tigers-Legende Billy Trew oder Alexander Feistl zeigten, dass sie nicht umsonst höherklassig spielten. Trotz alledem zog der Bayernligist gegen Ende des zweiten Drittels auf 4:1 davon.
Doch die All-Stars ließen sich nicht abschütteln. Selbst ein 3:6-Rückstand ließ die Truppe nicht aufgeben. Und wie lief es für Schickaneder selbst? Der hatte sich seine großen Momente bis zum Schluss aufgehoben. In der 57. und 59. Minute sorgte er mit einem Doppelpack gegen seinen Heimatverein für den umjubelten Ausgleich. Im Penaltyschießen setzte sich letzten Endes der Bayernligist durch einen Treffer von Arthur Schwarz durch.

Dank an seine Ehefrau

Nach dem Spiel zeigte sich Schickaneder mehr als dankbar und auch zufrieden: „Es war wirklich ein perfekter Tag mit so vielen Emotionen. Vor allem will ich mich bei Manuel Ruhstorfer für die Organisation bedanken und auch bei den zahlreichen Zuschauern. Fast 500 Zuschauer sind schon unglaublich.“ Außerdem wollte er auch seine Familie, besonders seine Ehefrau Alina, nicht vergessen. Sie hätte alles dem Eishockey untergeordnet. „Nun kann ich endlich “, so Schickaneder, „auch einmal im Oktober in den Urlaub fahren.“

EVD-Vorsitzender Jürgen Ohr betonte nach der Partie, „dass für Daniel alle Türen beim Verein offen stehen.“ Nun soll er jedoch erst einmal ein wenig Abstand zum Eishockey gewinnen. Danach würde man sich freuen, wenn der Eishockeyrentner in irgendeiner Funktion den Isar Rats erhalten bleiben würde.

Die Aufstellungen

EV Dingolfing: Kinikeev, Prade; Schwarz, Ohr, Theberge, Wolfgramm, König; Grinwald, Detterer, Janzen, Geiger, Aigner, Sippl.

„Schicki All-Stars“: Spornraft, Mayer, Riebel; D. Weber, F. Größl, Eckert, Urzinger, Ruhstorfer, Kößl, Goth, Brandt, Koma; Schickaneder, Karmainski, A. Größl, Simbeck, Trew, Ferstl, Haschberger, R. Weber, Heininger, Feistl.

Tore: 1:0 (10.) Detterer (Grinwald, Janzen); 2:0 (17.) Ohr (Schindlbeck, Wolfgramm); 2:1 (23.) Trew (Simbeck, Feistl); 3:1 (28.) Geiger (Ohr, Schwarz); 4:1 (37.) Schindlbeck (Detterer, Wolfgramm); 4:2 (40.) Karmainski (Schickaneder, F. Größl); 5:2 (43.) Schwarz (Wolfgramm); 5:3 (49.) Simbeck (Feistl, Trew); 6:3 (50.) Detterer (Janzen); 6:4 (55.) Heininger; 6:5 (57.) Schickaneder (Karmainski, A. Größl); 6:6 (59.) Schickaneder (Simbeck, Kößl), 7:6 (Pen.) Schwarz. – 450 Zuschauer.