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Mit ihm steht und fällt die Saison – "Bin bereit dafür" | 13.01.2022 | 08:00 Uhr

Ein Scharfschütze im Fadenkreuz: So tickt der DSC-Hoffnungsträger Cheyne Matheson

von Sebastian Lippert

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Versprüht gute Laune – und immer auch Torgefahr: Thomas "Cheyne" Matheson, der neue Kontingentspieler des Eishockey-Oberligisten Deggendorfer SC. −Foto: Nicole Baas / EG Diez-Limburg

Versprüht gute Laune – und immer auch Torgefahr: Thomas "Cheyne" Matheson, der neue Kontingentspieler des Eishockey-Oberligisten Deggendorfer SC. −Foto: Nicole Baas / EG Diez-Limburg

Versprüht gute Laune – und immer auch Torgefahr: Thomas "Cheyne" Matheson, der neue Kontingentspieler des Eishockey-Oberligisten Deggendorfer SC. −Foto: Nicole Baas / EG Diez-Limburg


Den Deggendorfer SC plagt ein Stürmerproblem. Außer Eishockey-Legende Thomas Greilinger (40) bringt es kein Profi auf eine zweistellige Anzahl an Toren. Lösen soll das Problem des Eishockey-Oberligisten ein Mann mit dem altfranzösischen Spitznamen "Cheyne": Neuzugang Thomas Matheson (30).

Der am Freitagabend kurz vor 0 Uhr via Pressemitteilung vorgestellte Kanadier ersetzt den zum Fehleinkauf abgestempelten und mittlerweile in die slowenische Heimat (HDD Jenice, Alps Hockey League) abgewanderten Jure Sotlar auf der Position des Kontingentspielers. Und weil die zweite freie Position mit Liam Blackburn (ebenfalls Kanadier) der zweitbeste Scorer besetzt, ist am Sonntagabend der Vertrag des Tschechen Martin Podesva (18 Spiele, drei Tore, fünf Assists) wie vereinbart ausgelaufen.

Seine ersten Minuten im DSC-Dress sollte der Center und Rechtsschütze Matheson am Freitagabend im Heimspiel gegen die Starbulls Rosenheim sammeln, aber die Oberbayern wurden von einer Coronawelle erfasst. Der DSC und die Liga bemühen sich um einen alternativen Gegner.

Rosenheim hätte Matheson durchaus gelegen als erster Gradmesser. Das ist einer, der sich von Null auf Hundert zur Höchstleistung pushen kann. Das zeigte auch sein letzter Einsatz für Nord-Oberligist EG Diez-Limburg: Matheson ließ es nicht einfach auslaufen, sondern seine Körner auf dem Eis. Er schoss ein Tor und bereitete beim überraschenden 7:4-Erfolg gegen Erfurt drei vor. 27-mal hatte Matheson für die gegen den Abstieg kämpfenden Hessen in dieser Saison getroffen und 25 Treffer vorbereitet. Diese 52 Punkte reichten im Süden zu Platz 1 der Topscorer, im Norden ist er bloß Nummer 11 auf der Liste. Überhaupt kommt der 1,80 Meter große Stürmer gut zurecht auf europäischem Eis, hat nur in seiner ersten Saison weniger als 20 Tore erzielt.

Matheson ist eine Wette auf die Saison des DSC: Hopp oder Top

Der Blick auf seine Statistik weist auf eine Parallele zu Konti-Kollege Blackburn hin: Auch der war zu seinen Passauer Zeiten ein (überragender) Einzelkönner. Matheson und seine Liefergarantie für Tore sind erneut ein großes Versprechen. Für den DSC ist der dritte Kanadier im Kader ein zentraler Baustein, um einer bislang eher enttäuschender Saison vielleicht die entscheidende Wendung zu verpassen.

Denn: Der Abstand zu Platz 4 (Eisbären Regensburg, 55 Punkte, Quotient 2,217) ist auf zwölf Punkte angewachsen, wobei die Oberpfälzer vier Spiele weniger als der DSC bestritten haben. Das Saisonziel, jener Platz 4 und damit Heimrecht in der ersten Playoff-Runde, ist mehr denn je in Gefahr. Bannen soll diese Gefahr auch Cheyne Matheson. Seine Eltern wählten den Spitznamen, "sie wollten wohl etwas Einzigartiges, jeder betont den Namen anders", sagt Matheson und lacht. Der Vorname Cheyne kommt aus dem Altfranzösischen und gesprochen ohne ein "T" aus.

Am Samstag wurden der Kanadier und seine Freundin Alice, die sich um ein Praktikum in einem umliegenden Tierheim bemüht, von einem DSC-Tross abgeholt und mitsamt Gepäck zur Wohnung gefahren. "Ich habe mich gleich sehr willkommen gefühlt. In der ersten Nacht war ich schon im Stadion und am nächsten Morgen auf dem Eis, wo ich ein paar der Jungs kennengelernt habe. Das fühlt sich gut an und nimmt mir die Nervosität", sagt Matheson. Die Freundin (und einen jungen Welpen) an der Seite zu haben, macht ihm die Eingewöhnung deutlich leichter. "Es ist schön, sie hier zu haben", sagt der Stürmer über die Schwedin. Mit der deutschen Sprache klappt es nach eineinhalb Jahren in Limburg gut, auch wenn das Interview auf Englisch geführt wird. Matheson: "Ich verstehe fast alles, aber beim Reden fühle ich mich noch nicht wohl. Ich übe viel mit einer Lern-App."

Im Beherrschen der Sprache mögen ihm seine Gegner voraus sein, in Sachen Eishockey wird’s anders aussehen. "Mein Skating und mein Schuss sind meine größten Stärken, meine größte Schwäche ist wohl meine Größe. Bei einem Battle in der Ecke habe ich die schlechteren Karten, bei einem Laufduell dafür die besseren", nimmt Matheson seine 1,80 Meter mit Humor.

"Für eine Zeit lang habe ich vielleicht ein Fadenkreuz auf dem Rücken"

Den DSC brachte die Körpergröße ja auch nicht zum Umdenken. Zu schwer wog das Argument von 335 Scorerpunkten in fünfeinhalb Jahren in Europa. Matheson spielte drei Jahre in Belgien, 2019/20 für eine Saison in Schweden und dann für Diez-Limburg. Das europäische Eis liegt ihm: "Die Fläche fühlt sich ein bisschen größer an. Ich habe guten Speed und habe über die Jahre meine Spots auf dem Eis gefunden. Wenn ich mit meinem Skating dahin komme, weiß ich, dass ich treffe", sagt der Torjäger.

Auf ihm wird viel Druck lasten, der Klub braucht Tore, und er braucht sie jetzt vor allem von ihm. "Ich bin mir dessen bewusst", sagt Matheson, "aber manchmal brauchst du Druck, um zu sehen, was du kannst. Für eine Zeit lang habe ich vielleicht ein Fadenkreuz auf dem Rücken, leicht wird das nicht. Ich bin bereit dafür."

Vom Wechsel überzeugt haben ihn die vielen erfahrenen Stars im Kader, von Timo Pielmeier im Tor bis hin zu Thomas Greilinger im Sturm: "Es ist aufregend, die Chance zu haben, Teil dieses Kaders zu sein. Ich habe viel Positives vom Stadion und den Fans gehört." Eine Mannschaft wie der DSC habe in der Oberliga jede Nacht die Chance, ein Spiel zu gewinnen. Immerhin geht der DSC deutlich öfter als Favorit ins Spiel als Diez-Limburg. Auch sein Spielstil werde sich ein Stück weit verändern müssen. "Es hängt alles davon ab, mit wem du spielst. Mit einer guten Chemie im Team kann viel Gutes passieren", sagt Matheson, der kaum erwarten kann, dass es losgeht: "Ich will hier Spaß haben!"












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