XL-Serie des Tabellenzweiten beendet
Husarenstück in Rödertal: ESV 1927 Regensburg klettert auf Platz drei

21.04.2024 | Stand 21.04.2024, 19:01 Uhr |
Gerd Winkler

Wichtiger Rückhalt für die Bunderkadies: Torhüterin Joelle Arno (Mitte) lieferte in Rödertal eine starke Partie ab. Foto: Brüssel

Langsam wird es unheimlich, was die Handballfrauen des ESV 1927 Regensburg heuer in der 2. Bundesliga abliefern. Mit einem Minikader mussten sich die Bunkerladies auf den weiten Weg bis 40 Kilometer hinter Dresden zum Tabellenzweiten HC Rödertal machen. Als krasser Außenseiter gelang es dem ESV mit einem 22:17 (14:9)-Sieg die Serie von 13 Erfolgen am Stück der überdies sehr heimstarken Sachsen zu beenden.

Auch im vierten Punktspiel mit dem Vorjahres-Aufsteiger behielten die Gäste die Oberhand. Rödertal hatte bis dato im Schnitt 31 Treffer erzielt, bis zu Regensburgs 21:14-Führung (56.) war nicht mal die Hälfte drin. Der Lohn für das Husarenstück folgte auf dem Fuß: Weil der bisherige, mit dem ESV punktgleiche Dritte HC Leipzig bei den abstiegsgefährdeten Kurpfalz-Bären Ketsch mit 28:30 den Kürzeren zog, sind die Blau-Schwarzen jetzt auf Rang drei notiert. Den gilt es am Samstag an der Dechbettener Brücke gegen die auf dem obersten direkten Abstiegsplatz stehende SG Kirchhof zu verteidigen.

Alles, was nun kommt, ist Bonus

Bisher haben die Verantwortlichen stets den Blick nach vorne vermieden, stattdessen gebetsmühlenartig auf den Vorsprung zu Abstiegszone hingewiesen. Fünf Runden vor Schluss kann von den notorischen Tiefstaplern nun eine neue Platte aufgelegt werden. „Es ist sensationell, dass wir angesichts der vielen Widrigkeiten schon so früh den Klassenerhalt geschafft haben“, verfällt Trainer Bernhard Goldbach zunächst ins alte Raster. Hinsichtlich der Perspektive sagt Goldbach: „Alles, was jetzt draufkommt, wird ein i-Tüpfelchen.“ Egal, ob am Ende der dritte Platz herausspringt.

Vor den 694 Zuschauern legte Rödertal mit einem standesgemäßen 4:1 (5.) los. Der Anhang rieb sich von nun an ungläubig die Augen, erst recht, als der ESV mit einem 6:1-Lauf mit 7:5 in Front ging (13.). Die von Monat zu Monat immer stärker werdende Carolin Hübner hatte zwei Tore beigetragen. Bei Regensburgs 9:7-Führung zog HC-Trainerin Maike Daniels eine Auszeit (20.), die jedoch nicht fruchtete. Carina Vetter mit einem Doppelpack und Theresa Lettl stellten auf 12:8 (25.). Selbst ein anschließendes Unterzahlspiel (27.) entschied Regensburg mit 1:0 für sich, mit 14:9 ging es in die Pause.

Fast zehn Minuten ohne Gegentor

Nach dem Wechsel blieben die Bunkerladies fast zehn Minuten ohne Gegentreffer und erhöhten auf 16:9 (40.). Der Tabellenzweite war weiterhin nicht in der Lage, den Abwehrriegel zu knacken. Jetzt pendelte sich der Abstand ein, erst in den letzten zwei Minuten konnte Rödertal auf fünf Tore verkürzen.
„Rödertal hatte nur 36 Abschlüsse, das zeigt, wie wir sie im Griff gehabt haben – und das gegen die Mannschaften mit den meisten Liga-Toren“, lobte Goldbach das Arbeiten am eigenen Kreis. Die Mädels seien sehr diszipliniert und fokussiert gewesen.