Handball-Zweitligist gewinnt 36:32
ESV Regensburg schickt Harrislee zurück in die dritte Liga

05.05.2024 | Stand 05.05.2024, 17:22 Uhr |
Gerd Winkler

Julia Drachsler beim Wurf (Szene aus dem Hinspiel): Gegen Harrislee trägt sich jede der mitgereisten ESV-Spielerinnen in die Torschützenliste ein. Foto: oni

Eine beklommene Stimmung haben die Handballfrauen des Zweitligisten ESV 1927 Regensburg mit dem 36:32 (17:14)-Erfolg in der Holmberghalle des TSV Nord Harrislee hinterlassen.

Mit dem dritten Auswärtssieg am Stück verurteilten die Bunkerladies die Norddeutschen vorzeitig zum Abstieg. Somit bleibt dem ESV künftig der 900-Kilometer-Trip bis an die Grenze zu Dänemark erspart. Während drei Spieltage vor Schluss Harrislee jetzt für die dritte Liga planen muss, untermauerten die Blau-Schwarzen mit dem fünften ungeschlagenen Spiel (4/1/0) den dritten Platz. Diesen zu behalten, wird am Sonntag beim Abstecher zum nur einen Zähler schlechter dastehenden Tabellenvierten HC Leipzig auf den Prüfstand gestellt. Bisher war die Sporthalle Brüderstraße ein gutes Pflaster: Beide Vergleiche hat Regensburg für sich entschieden. Vor den nur 127 Zuschauern in Harrislee lagen die Bunkerladies ab dem Tor von der diesmal nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte spielenden Rückraum-Halb Carolin Hübner zum 4:3 (9.) bis zum Ende in Front. Für die erste Sechs-Tore-Führung zum 12:6 (19.) sorgte die insgesamt achtmal treffende Lisa Fuchs.

Nordfrauen wehren sich



Die Nordlichter fügten sich jedoch nicht ihrem Schicksal, sondern wehrten sich nach Leibes Kräften. Selbst durch die frühe rote Karte (11.) für Jane Andresen ließ sich Harrislee nicht beeindrucken.

Dank einem 4:0-Lauf binnen fünf Minuten verkürzte der TSV auf 14:16 (29.). Mit ihrem dritten Treffer besorgte die am Ende siebenfach einnetzende Linksaußen Carina Vetter für den Halbzeitstand. „Schon zur Pause hätten wir für die Vorentscheidung sorgen können“, monierte Trainer Bernhard Goldbach später. Die Power und der Zugriff in der Abwehr habe gefehlt, es hätte mehr Stoppfouls gebraucht. „Das ist aber auch der Unerfahrenheit der vielen jungen Mädels geschuldet“, fügte Goldach schützend an.

Als Franzi Peter das 24:18 (40.) erzielt hatte, agierte Harrislee von nun mit wechselnden kurzen Deckungen gegen Peter und Hübner. Beim Stand von 27:24 (51.) in Überzahl griff TSV-Coach Hendry Jänicke zum letzten Mittel und setzte fortan auf eine offene Deckung. In der Folgezeit erspielten sich die Oberpfälzer Chancen in Hülle und Fülle, scheiterten aber etliche Male freistehend an TSV-Keeperin Jula Zietz. Gegen die offene Deckung konnte Fuchs ihre Schnelligkeit und Qualitäten im Eins-gegen-Eins ausspielen, die Rückraum-Mitte erzielte vier (54., 56., 58., 59.) der sechs letzten Regensburger Treffer.

„Wir haben das Spiel vom Anpfiff an kontrolliert und alle Feldspielerinnen konnten sich in die Torschützenliste eintragen“, kommentierte Goldbach zufrieden den 16. Saisonsieg. Mit einer makellosen Wurfausbeute hatte Marleen Kadenbach sechs Tore, davon zwei per Strafwurf, beigesteuert.