Von der Bayern- in die 2. Bundesliga

Pipinsrieds Ex-Trainer Fabian Hürzeler bekommt offenbar Cheftrainer-Vertrag unter den Christbaum

21.12.2022 | Stand 21.12.2022, 22:13 Uhr

Bald Cheftrainer am Millerntor? Fabian Hürzeler (29) hat laut Medienberichten sehr gute Chancen auf einen neuen Vertrag beim FC St. Pauli. −Foto: Marcus Brandt/dpa

Der größte Weihnachtswunsch ist für Fabian Hürzeler klar: Der 29-Jährige würde gerne vom Interims- zum Cheftrainer des Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli aufrücken. „Die Lust ist riesengroß“, sagte er. Und die Entscheidung zu seinen Gunsten ist laut „kicker“ gefallen. Vom Bayernliga-Spielertrainer in Bayern zum Chefcoach am Millerntor binnen zwei Jahren.

Am Mittwoch verloren die Fußballer vom Kiez ein Testspiel bei Erstligist Union Berlin (2:3). Ein Härtetest – für die Spieler und Hürzeler. Seit knapp zwei Wochen ist er für das Profi-Team verantwortlich. Kurz zuvor hatte der Verein die Trennung von St. Pauli-Liebling Timo Schultz nach einem enttäuschenden Jahr bekannt gegeben. Vor Beginn der Rückrunde Ende Januar rangiert der FC St. Pauli auf Rang 15 in der Tabelle und befindet sich in Abstiegsgefahr.

Hürzeler war Schultz’ Co-Trainer. Diese Funktion hatte er auch schon beim DFB bei der U18 und U20 sowie Spielertrainer des oberbayerischen FC Pipinsried (2016 bis 2020), den er in die Regionalliga führte. Im August 2020 verpflichtete der FC St. Pauli den jungen Hürzeler. Derzeit macht er seine Fußballlehrer-Lizenz und ist voraussichtlich im März fertig.

Sportchef Andreas Bornemann hat noch keinen Schultz-Nachfolger präsentiert, als Kandidaten wurden auch der gebürtige Niederbayer Michael Wimmer, der zuletzt interimsweise den Bundesligisten VfB Stuttgart betreute, und Florian Kohfeldt gehandelt. Die Zeit drängt allerdings: Intern soll die Entscheidung schon gefallen sein, noch vor Weihnachten soll Hürzeler einen neuen Vertrag unterschreiben. „Ich bin im offenen Austausch mit Bornemann. Wir sind da sehr transparent. Alles Weitere wird man dann sehen“, sagte der Interimschef Hürzeler vor dem Testspiel gegen Union Berlin.

Am 2. Januar reist die Mannschaft des Kiezklubs ins Trainingslager nach Spanien. Ende Januar startet dann das Projekt Klassenverbleib mit dem ersten Rückrundenspiel beim 1. FC Nürnberg, wo die Mannschaft von Coach Markus Weinzierl (aus Straubing) wartet.

Führungsspieler Smith machte sich für den Interimschef stark

Im Training macht Hürzeler lautstark klar, wer das Sagen hat. Er zeigt Präsenz, gibt lautstark Anweisungen. Und auch zu Bornemann habe er ein „transparentes Verhältnis“. Der Austausch sei gut, die Kommunikation offen. „Er will genauso abgeholt werden. Das ist auch meine Aufgabe, ihn teilhaben zu lassen, in den Prozessen, in den Dynamiken. Er ist ja nicht in jeder Besprechung bei uns dabei“, erklärte der junge Coach. Den Wechsel von Schultz zu ihm in seiner neuen Rolle habe die Mannschaft gut angenommen. „Ich habe schon vorher gesagt, dass ich mich nicht groß verändern werde. Ich werde weiter der Fabian sein“, sagte er. „Der Fabian davor war auch sehr kommunikativ mit den Spielern, war sehr direkt. Die Spieler wissen sofort, woran sie sind bei mir. Das werde ich so beibehalten.“

Hürzeler mache einen guten Job als Coach, hatte Defensiv-Mann Eric Smith gemeint. „Wir können seine Schwerpunkte erkennen. Ich wüsste nicht, warum man ihm nicht die Chance geben sollte“, sagte der Schwede. „Alle kennen Fabian, der über viel Fußballsachverstand verfügt. Wir sollten ihm zu einhundert Prozent bei dem, was er macht und vorhat, vertrauen.“

Die Feiertage verbringt der in Houston geborene Hürzeler bei seiner Familie in Bayern. Das größte Geschenk könnte er aber aus Hamburg bekommen: die Beförderung zum Cheftrainer.

− dpa/red