Löwen-Coach hinterlegt Wünsche

Verstärktes Trainerteam, aufstiegsfähiger Kader: Köllner fordert − und lässt seine Zukunft offen

23.05.2022 | Stand 18.07.2022, 14:59 Uhr

„Meine Themen sind hinterlegt im Verein“, sagt 1860-Trainer Michael Köllner, der seine Zukunft offenlässt. Sein Vertrag bei den Sechzigern läuft nach der kommenden Saison aus. −Foto: Imago Images

Mit hellblauer, kurzer Sommerhose und braun gebrannter Haut zeigte sich Michael Köllner gut gelaunt im Bayerischen Landtag.

„Zur großen Freude meiner Frau“, merkte der Trainer von Fußball-Drittligist TSV 1860 München am Donnerstagabend ironisch an. Schließlich hatte er für den Stammtisch mit den Abgeordneten extra seinen Urlaub unterbrochen. Und auch während seiner Mallorca-Reise war der 52-Jährige mit den Löwen beschäftigt – ein Treffen mit einem Sponsoren in der spanischen Sonne und zahlreiche telefonische Absprachen standen auf Programm. Entspannte Tage dürften anders aussehen.

Doch der 52-Jährige wirkte zufrieden. Kein Wunder, schließlich hatte Köllner mit seiner Mannschaft eine starke Rückrunde gespielt. Am Ende reichte es für den vierten Tabellenplatz und ein Ticket für den DFB-Pokal. Mit den Neuzugängen Tim Rieder, Meris Skenderovic, Albion Vrenezi, Fynn Lakenmacher und Martin Kobylanski sind die ersten personellen Weichen für die kommende Saison gestellt.

Seine eigene Zukunft ließ Köllner derweil weiter offen. Eine klare Antwort? Fehlanzeige. „Das ist einfach ein normaler Vorgang, dass man sich im Fußball grundsätzlich auch mit anderen Themen beschäftigt. Das finde ich auch nicht verwerflich“, sagte Köllner. Mit einem möglichen Abgang will der Trainer Druck auf den Verein ausüben. „Wenn man jetzt sagt, es passt alles, dann habe ich unterschwellig das Bauchgefühl, dass man da sagt: „Dann legen wir die Hände in den Schoß und trinken ein Bier“, sagte der gebürtige Oberpfälzer, dessen Vertrag im Sommer 2023 ausläuft.

Neben einem neuen Co- soll auch ein Athletiktrainer her. Und: Der Kader soll um den Aufstieg mitspielen können. „Meine Themen sind hinterlegt im Verein“, sagte Köllner. Dennoch machte er den 1860-Fans ein wenig Hoffnung: „Umziehen – so etwas hasse ich eigentlich.“ Sportdirektor Günther Gorenzel hat zuletzt immer wieder versichert, dass man „gemeinsam die Zukunft“ plane.

Niedergelegt hat Köllner hingegen seine Mitgliedschaft bei der SPD nach 35 Jahren. „Was in den letzten zwei Jahren in Deutschland passiert ist, ist nicht lösungsorientiert, sondern reine Angst-Politik“, sagte der 1860-Trainer über den Umgang mit der Corona-Pandemie. „Nach zwei Jahren sollten wieder die Lichter angehen.“ Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach bekam eine Breitseite ab: „Ich werde nicht wie der Hansi Flick mich mit ihm treffen und zu Kreuze kriechen.“

Im Februar 2021 hatte Flick noch als Coach des FC Bayern harsch auf Kritik an der Reise des Rekordmeisters an der Reise zur Klub-WM nach Katar in der Pandemie-Zeit reagiert. Seitdem haben sich Flick und Lauterbach mehrmals ausgetauscht.

− dpa