Nagelsmann bleibt gelassen

„Er ist keiner, der reinprescht“: Mané manchmal „ein bisschen“ verkopft

16.09.2022 | Stand 17.09.2022, 9:29 Uhr

Zuletzt etwas glücklos: Sadio Mané. −Foto: dpa

Die jüngsten etwas glücklosen Auftritte von Sadio Mané für den FC Bayern nimmt Trainer Julian Nagelsmann gelassen. „Es ist ganz normal, wenn man ehrgeizig ist in seinem Leben und nicht alles zu 100 Prozent rund läuft, dass man erstmal unzufrieden ist“, sagte der Münchner Coach vor dem Bundesliga-Gastspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim FC Augsburg.

Der im Sommer vom FC Liverpool verpflichtete senegalesische Stürmer sei „sehr selbstreflektiert“ und bodenständig. „Er weiß schon, wann er gut und wann er nicht ganz so gut gespielt hat.“

Mané hatte in seinen ersten drei Bundesligaspielen dreimal für die Münchner getroffen, seitdem wartet er auf einen Ligatreffer. Der Angreifer verkopfe manchmal „vielleicht ein bisschen“, räumte Nagelsmann am Freitag ein. „Er ist keiner, der reinprescht und sagt: Hier bin ich und alle mir nach. Sondern er ist einer, der beobachtet und ankommen will.“

Nagelsmann ist sich sicher, dass der 30-Jährige „wieder an sein Optimum“ kommt. „Er hat mein vollstes Vertrauen, das ist die entscheidende Botschaft, und er wird viele Tore für uns schießen und viele Vorlagen machen.“

Im Mittelfeld gegen die Augsburger dürfte erneut Leon Goretzka starten. Er habe seine Sache zuletzt „gut gemacht“. In der Abwehr wird Noussair Mazraoui beginnen, der beim 2:0 in der Champions League gegen den FC Barcelona früh Benjamin Pavard abgelöst hatte. Der zuletzt angeschlagene Pavard sei aber ebenso fit für das Spiel in Augsburg wie auch Innenverteidiger Dayot Upamecano, berichtete Nagelsmann.

Mit seinem ersten Oktoberfest als Bayern-Trainer mochte sich der Coach kurz vor dem Wiesn-Anstich noch nicht befassen. „Ich will erstmal das Spiel in Augsburg gewinnen - das ist mir ehrlich gesagt wichtiger als der Wiesn-Besuch“, sagte der 35-Jährige, als er nach seiner Vorfreude auf den traditionellen Wiesn-Besuch des Rekordmeisters befragt wurde. „An die Wiesn denke ich noch nicht. Ich freue mich für alle, die frenetisch darauf hinjubeln, dass es wieder los geht“, sagte Nagelsmann.

Dreieinhalb Stunden nach dem „Ozapft is“ auf dem 187. Oktoberfest wollen die Münchner beim FC Augsburg einen Kater vermeiden. „Wir haben in der Bundesliga noch einiges gut zu machen“, sagte Leroy Sané nach zuletzt drei Unentschieden in der Liga. „Wir wollen immer ausstrahlen, dass wir volle Attacke gehen.“ Wie zuletzt in der zweiten Hälfte beim 2:0 in der Champions League gegen den FC Barcelona, als neben Sanè der am Samstag (15.30 Uhr) wie Kingsley Coman verletzt fehlende Lucas Hernández traf.

Einen Monat vor dem Wiedersehen mit den Schwaben im Pokal scheint der heimschwache FCA, der alle seine drei Saisonspiele zu Hause verlor, der passende Gegner für das Ende der Remis-Serie. „Wir müssen schleunigst wieder drei Punkte holen in der Liga“, forderte Mittelfeldmann Marcel Sabitzer. Im Vorjahr verloren die Münchner 1:2 in der Augsburger Arena; auch davor taten sie sich oftmals schwer. „Im letzten Jahr hat es hier ganz gut funktioniert“, sagte der neue Augsburger Coach Enrico Maaßen, der damals noch nicht im Amt war.

Bayern-Kapitän Manuel Neuer erwartet einen Gegner, der „bis auf das Letzte“ verteidigt. Nach den Stimmungsdämpfern gegen Mönchengladbach (1:1), Union Berlin (1:1) und Stuttgart (2:2) wollen sich Neuer & Co. mit einem guten Gefühl in die Länderspielpause verabschieden.

Das sei „sehr wichtig“, sagte Nagelsmann vor dem Spiel nahe seiner Heimat Landsberg, bei dem er sich auf die Besuche von „Mama, Schwester und Lebensgefährtin“ freut. Im Rückblick auf den ersten Abschnitt der Saison fällt das Fazit des 35-Jährigen gemischt aus. „Rein inhaltlich ist der Block gut gewesen, ergebnistechnisch kann man sich anderes vorstellen als die drei Punkte aus den letzten drei Spielen.“ Zwei Punkte beträgt der Rückstand in der dicht gedrängten Spitzengruppe auf Tabellenführer Union.

Das wollen die Münchner auf dem angestrebten Weg zum elften Meistertitel am Stück schleunigst ändern. Nagelsmann gab dafür nicht das liebste Motto für sein technisch exquisites Ensemble vor. „Da geht es mehr um arbeiten als brillieren“, sagte Nagelsmann, der einst im Kader der zweiten Mannschaft des FC Augsburg stand und dort den Startschuss seiner Trainerkarriere unternahm.

− dpa/red