Spitzenspiel gegen Langengeisling
„Will definitiv nochmal in der Landesliga auflaufen“: ESV-Routinier Christian Niederstraßer im Interview

29.02.2024 | Stand 29.02.2024, 18:05 Uhr |

Christian Niederstraßer hat mit dem ESV am Samstag vor, die drei Punkte gegen den FC Langengeisling im heimischen Max-Aicher-Stadion zu behalten. − Foto: Bittner

Er wuchs quasi im Freilassinger Fußballstadion auf. Seine Eltern zogen im Anschluss nach Surheim. Da war Christian Niederstraßer ungefähr sieben Jahre alt. Sein Vater Hubert hielt es allerdings schon immer mit dem ESV, daher wurde auch der Sohnemann schnell Mitglied und kickte lediglich in der Jugend ein paar Jahre beim BSC. Ansonsten zählt der mittlerweile 33-Jährige bei den Eisenbahnern zu den erfahrenen Defensivakteuren und erwartet mit seinen Teamkollegen als Bezirksliga-Primus am Samstag, 2. März (16 Uhr), im heimischen Max-Aicher-Stadion den Dritten FC Langengeisling zum Spitzenspiel. Heimatsport.de hat sich mit dem Routinier vor dem Frühjahrsrundenstart unterhalten.

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Herr Niederstraßer, in Langengeisling standen Sie auf dem Platz. Wie sehr schmerzt die 1:2-Last-Minute-Niederlage noch?
Christian Niederstraßer: Ich erinnere mich noch gut ans Spiel. Vergebene Chancen, individuelle Fehler und auch etwas Pech und Unvermögen. Ich erinnere mich zum Beispiel auch an das zurückgepfiffene Tor. Der Schiedsrichter hatte die Situation nicht weiterlaufen lassen und Elfmeter für uns gepfiffen. Den haben wir dann auch verschossen und zu allem Überfluss das Spiel mit der letzten Aktion verloren – für mich doppelt bitter, da ich an der Entstehung des Gegentreffers mitbeteiligt war. Es war etwas symptomatisch für die ersten Partien.


Wie groß ist die Vorfreude auf die Frühjahrsrunde und wie bewerten Sie Ihre eigene Leistung bisher?
Niederstraßer: Mit der eigenen Leistung bin ich noch nicht ganz einverstanden. Als erfahrener Spieler sind mir ein paar einfache Fehler zu viel unterlaufen. Nach der Rückkehr aus Eching bin ich die erste Zeit noch von München gependelt und habe einige Trainingseinheiten verpasst. Obwohl ich meistens gespielt habe, sehe ich noch Luft nach oben. Die Wintervorbereitung war jetzt richtig gut und ich fühle mich topfit. Die Trainer haben uns körperlich hervorragend vorbereitet.

Haben Sie eine spezielle Rolle auf dem Platz, beziehungsweise müssen Sie im Vergleich zu anderen Spielern mehr auf sich nehmen?
Niederstraßer: Ich bin ein normaler Spieler wie jeder andere in der Mannschaft auch. Es gibt da keine besonderen Vorgaben durch die Trainer. Natürlich sehe ich mich als erfahrener Spieler jedoch in der Pflicht, das Spiel von hinten durch viele Kommandos so gut es geht zu ordnen. Das ist auch die Erwartung der Trainer. Ich habe auch schon das Gefühl, dass das bei den Jungs entsprechend ankommt und hilft.

Was für ein Spiel erwarten Sie gegen „Geisling“?
Niederstraßer: Zunächst einmal freuen wir uns alle, dass es nach der langen Vorbereitung endlich losgeht. Ich bin gespannt, wo wir stehen, da man die Vorbereitungsspiele auf unserem kleinen Kunstrasen meiner Meinung nach nur bedingt bewerten kann. Ich erwarte mit Langengeisling auf alle Fälle einen unangenehmen Gegner, der uns nicht physisch richtig fordern wird. Langengeisling hat eine gute Mannschaft um deren Spielertrainer. Wenn wir aber dieselbe Intensität und Spielfreude auf den Platz bringen, die ich die ganze Vorbereitung wahrgenommen habe, dann sollten wir die bessere Mannschaft sein. Die drei Punkte wollen wir definitiv in Freilassing behalten.


Kurz zu Ihrer Person: Wie ist es bei Ihnen mit dem Kicken losgegangen?
Niederstraßer: Ich bin durch und durch ESVler. Es konnte auch fast nicht anders kommen, da ich die ersten sieben Jahre im ESV-Stadion gewohnt habe. Meine Eltern waren Platzwarte und haben das Vereinsheim betrieben. Ich sage immer spaßeshalber, dass ich im größten Garten Freilassings aufgewachsen bin. Also hatte ich gar keine andere Wahl als Fußball zu spielen. Durch mein Studium in München bin ich dann nach Hallbergmoos und Eching gekommen. Beim VfB musste ich mich das erste Mal einem harten Konkurrenzkampf um die Plätze stellen. Dort habe ich vor allem gelernt, wie wichtig es ist, in jedem Training 100 Prozent zu geben.

Und danach ging’s nach Eching.
Niederstraßer: Die Zeit in Eching war insofern schön und lehrreich, da ich dort als erfahrener Spieler Verantwortung übernehmen durfte und gemerkt habe, dass mir das auch liegt. Auf alle Fälle habe ich dort ebenfalls gelernt, wie wichtig Regeneration und richtiges Training in meinem Alter sind. Der Abschluss mit dem direkten Wiederaufstieg in die Bezirksliga nach dem bitteren Abstieg war für mich persönlich nochmal wirklich schön.

Was unternehmen Sie privat, wenn Sie nicht gerade für den ESV kicken?
Niederstraßer: Neben dem Fußball habe ich in den letzten Jahren die Berge für mich entdeckt – Skitouren, Wandern oder mit dem Motorrad. Das war auch ein Grund, warum meine Frau und ich nach zehn Jahren München wieder zurück nach Freilassing gezogen sind.

Sie sind Tabellenführer. Ist der Aufstieg nun das Ziel?
Niederstraßer: Es wäre gelogen zu behaupten, dass uns der Blick auf die Tabelle nicht freut. Als Sportler willst du immer den größten Erfolg – egal ob Bezirks- oder Bundesliga. Wir wissen aber auch, dass man einen Aufstieg nicht erzwingen kann und vieles zusammenpassen muss. Doch wenn ich mir anschaue, wie vorbildlich die Mannschaft in den letzten Wochen gearbeitet hat, bin ich sehr positiv gestimmt, was die Frühjahrsrunde betrifft. Ich persönlich will definitiv nochmal in der Landesliga auflaufen.