Krisenmanager der Bezirksliga Ost
Grafenau, Schöfweg, Perlesreut und Schalding II im Abstiegskampf: Was sich dringend ändern muss

05.04.2024 | Stand 05.04.2024, 9:59 Uhr |

Das gleiche Problem beschäftigt die Trainer des TSV Grafenau, Maximilian und Georg Süß, sowie Perlesreuts Coach Thomas Boxleitner (im Gespräch mit Manuel Rückert). Die Stodbärn kassierten neun Gegentore in zwei Partien, Perlesreut acht am Dienstag in Passau. − Fotos: Sven Kaiser

Langsam wird es brenzlig für die Kellerkinder Bezirksliga Ost. Acht Spiele haben Grafenau (19 Punkte) sowie Schöfweg, Perlesreut und Schalding II (alle 17) Zeit, die sechs bzw. acht Punkte Rückstand aufzuholen oder zumindest den direkten Abstieg zu verhindern. Was sich dafür ändern muss, haben die einzelnen Trainer dr PNP vor dem 23. Spieltag erläutert.

TSV Grafenau

Als einzige Mannschaft des akut abstiegsgefährdeten Quartetts haben die „Stodbärn“ heuer ein Spiel gewonnen (3:2 in Garham). Doch danach verfiel der TSV in alte Muster, musste gegen Vornbach und Hutthurm insgesamt neun Gegentore schlucken. „So wie wir gegen Vornbach auftreten sind, das geht einfach nicht“, kritisiert Spielertrainer Maximilian Süß. Da habe so gut wie nichts gepasst, der Auftritt in Hutthurm sei dagegen trotz des deutlichen Resultats (0:5) nicht so schlecht gewesen, ergänzt Süß, der betont: „Gegen diese beiden Topteams kann man verlieren.“ Will heißen, die Spiele in denen die „Stodbärn“ punkten müssen, kommen noch. Zum Beispiel am Samstag daheim gegen Schalding II. „Wir werden etwas umstellen, die Anzahl der Gegentore müssen wir schnellstens reduzieren“, weiß der 31-Jährige, der mit seinem Vater und Trainer-Partner Georg noch einen genauen Plan austüfteln will. Geknickt, ob der beiden Niederlagen klingt Süß junior keinesfalls: „Wir haben Qualität im Kader und müssen als Mannschaft daran glauben.“

SV Schöfweg

Grundsätzlich gut gespielt und dennoch kaum gepunktet, so lassen sich die ersten vier Spiele der Schöfweger zusammenfassen (zwei Remis, zwei Niederlagen), wie Spielertrainer Marcel Eder bestätigt. „Wir müssen ein Spiel gewinnen, dann sieht die Welt wieder anders aus“, ist der 28-Jährige überzeugt. Dazu muss sich das Team allerdings defensiv wie offensiv steigern. „Wir kriegen Gegentore, die du nicht erklären kannst und vorne sind wir oft zu harmlos“, berichtet der Mittelfeldspieler. Eder klingt aber nicht wie einer, der nicht weiter weiß. „Wir spielen auch mit Mannschaften aus dem Tabellen-Mittelfeld mit.“ Spielerisch und vom Trainingsfleiß her gibt es wenig zu kritisieren und der Blick auf das Restprogramm nährt die Schöfweger Hoffnung auf ein happy end im Abstiegskampf: „Wir haben mit Perlesreut, Grafenau und Schalding alle direkten Konkurrenten zuhause.“ Zur Wahrheit gehört für den SVS-Spielertrainer aber auch, dass der direkte Klassenerhalt schon ein Stück entfernt ist. „Wir müssen so ehrlich sein, realistisch ist ein Relegationsplatz, einen dieser beiden müssen wir am Ende erreichen, irgendwie.“ In Oberpolling wollen Eder und seine Mitspieler am Samstag dafür erstmals gewinnen in diesem Jahr.

SV Perlesreut

Das jüngste 1:8 im Passauer Dreiflüssestadion will Perlesreuts Trainer Thomas Boxleitner nicht schönreden. „Das war eine Bankrotterklärung, Torwart Niklas Billinger war der Einzige in Normalform.“ Daher hat Perlesreuts Coach das nächste Training auf Freitag verschoben. Die Spieler konnten das Dienstags-Debakel aus den Köpfen streichen, „die beiden Spiele davor waren nicht schlecht“. Daran wolle man gegen Regen und danach in Schöfweg sowie gegen Mauth anknüpfen. „Ich bin mir sicher, dass wir dann punkten“, betont Boxleitner, der im Moment die Relegation als Ziel ausgibt. „Alles andere wäre gerade ein Hirngespinst.“

SV Schalding

Erst ein Tor ist der eigentlich gut aufgestellten Schaldinger Reserve in drei Spielen heuer gelungen (ein Punkt), daher wünscht Trainer Roland Weidinger dem Team ein Erfolgserlebnis: „Der Kopf spielt mittlerweile eine große Rolle.“ Die Gedanken kreisen beim Liga-Schlusslicht, Weidinger versucht, die Truppe aufzurichten und hofft: „Wir müssen einfach mal in Führung gehen, dann würde vieles leichter gehen.“ Die gute Nachricht: Die Situation ist für die Schaldinger keinen Deut schlechter wie für Grafenau, Perlesreut und Schöfweg. Das weiß auch der Coach: „Wir können eigentlich gegen jeden auch gewinnen in dieser Liga. Oft entscheidet die Tagesform.“


23. Spieltag / Samstag, 14 Uhr: Grafenau – Schalding II (Hinspiel 1:5); 15Uhr: Grainet – 1.FC Passau (1:0), Obernzell-Erlau – Waldkirchen (1:1), Künzing – Mauth (2:2); 16 Uhr: Niederalteich – Vornbach (2:1), Oberpolling – Schöfweg (2:1); 17 Uhr: Perlesreut – Regen (1:1); Sonntag, 15 Uhr: Garham – Hutthurm (0:3).