Bayernliga Nord
1:1 bei Bayern Hof: Es fehlte nicht viel für einen Dreier des ASV Cham in der Grünen Au

01.04.2024 | Stand 01.04.2024, 16:47 Uhr |

Einen Punkt mitnehmen bei der zuletzt viermal in Folge siegreichen SpVgg Bayern Hof konnten am Karsamstag Marco Faltmeier und die Chamer Foto: ckm

Nur ein paar Uhrzeigerumdrehungen waren es, die dem ASV Cham fehlten, sonst hätte sich die Mannschaft von Trainer Faruk Maloku am Karsamstag mit drei Punkten im Gepäck wieder auf die Heimreise von der Auswärtspartie bei der SpVgg Bayern Hof machen können.

Wie schon das Hinspiel so ging auch die Rückrundenpartie mit einem 1:1 (0:0) über die Bühne. Und wie schon vor einem Jahr, als den Rot-Weißen im altehrwürdigen Stadion Grüne Au in der Nachspielzeit der späte Ausgleichstreffer zum 1:1 gelang, so waren es diesmal die Oberfranken, die ihre Anhängerschar in der 89. Minute zum Jubeln bringen konnten.

Björn Zempelin, der diesmal anstelle von Thomas Stowasser vom Trainer ins Sturmzentrum beordert wurde, hatte die Chamer vor 700 Zuschauern in der 69. Führung bringen können. Doch der ASV Cham konnte diese Vorsprung nicht über die Zeit bringen, da man in der Schlussphase versuchte, die endgültige Entscheidung herbeizuführen, anstatt das knappe Ergebnis zu verteidigen.

Und genau eine solche einzige taktische Unachtsamkeit sollte schließlich den Chamern noch zum Verhängnis werden. Außenverteidiger Felix Voigt hatte sich nach einem Entlastungsangriff mit nach vorne eingeschaltet. Die rechte Seite war somit offen, und nach Balleroberung der Hofer wurde der wuchtige und hochgewachsene Stoßstürmers Jeanpaul Uzuamaka Ajala-Alexis auf die Reise geschickt, der nochmals einen Eckball für die Mannschaft von Trainer Mikheil Sajaia herausholen konnte. Die brachte Kaan Gezer herein, wo der mit aufgerückte Alexander Seidel in der Mitte frei stehend den linken Fuß hinhielt und den Ball doch noch zum Ausgleich über die Linie drücken konnte.

Es war ein hoch intensiv geführtes Spiel, dass sich die beiden Tabellennachbarn bei frühlingshaften Temperaturen an der Grünen Au dabei lieferten. In der ersten Hälfte war es zunächst der Tabellensiebte, der die besseren Möglichkeiten für sich verzeichnen konnte. Bereits in der zehnten Minute ergab sich für Ajala-Alexis eine Gelegenheit, als er sich freilaufen, Julio Peutler im ASV-Kasten aus spitzem Winkel aber nicht überwinden konnte. Auch zwei Kopfbälle nach Hereingaben durch Seidel und Schubert strichen nur knapp am Chamer Gehäuse vorbei.

Nach dem Seitenwechsel waren es dann die Rot-Weißen, die ein ums andere Mal gefährlicher vor dem Hofer Gehäuse auftauchten. Einen Linksschuss von Zempelin von der Strafraumgrenze konnte SpVgg-Keeper Kycek gerade noch abwehren (55.). Ebenso blieb er gegen Medineli Sieger, der sich im Strafraum am Ball behaupten konnte und abzog (60.).

Als der eingewechselte Faltermeier über links in den Strafraum flankte und Medineli mit der Fußspitze noch an den Ball kam, war es ein Hofer Abwehrspieler, der gerade noch per Grätsche zur Ecke klären konnte (66.). Machtlos war Kycek schließlich, als nach einem zu kurz abgewehrten Ball Zempelin nochmals ans Leder kam und dieses zur Chamer 1:0-Führung im Tor versenkte (69.). Dass der Ex-Regionalligist kurz vor Schluss doch noch zum Ausgleichstreffer kam, hatte er schließlich etwas zu übermotivierten Chamern zu verdanken.
„Die SpVgg Hof ist eine sehr kernige und robuste Mannschaft, die auch unglaublich gefährlich nach vorne sein kann. Wir haben gewusst, dass es sehr schwer werden würde, und das sehr viel Athletik gefragt sein wird. Ich finde, dass wir es über die gesamte Spielzeit eigentlich recht gut hinbekommen haben. Hof hatte natürlich in der ersten Halbzeit schon die ein- oder andere Gelegenheit, um in Führung gehen zu können. Trotzdem, denke ich, war die 1:0-Führung für uns nicht ganz unverdient. Das Spiel war immer sehr spannungsgeladen. Normal musst du so ein Spiel gewinnen, wenn du hier in Führung gehst. Leider haben wir dann die rechte Seite taktisch komplett aufgegeben“„, resümierte Chams Trainer Faruk Maloku.
Sein Trainerkollege Mikheil Sajaia sagte: „Ich bin sehr stolz auf meine Jungs. Was die abgelaufen sind und was sie für Zweikämpfe von der ersten bis zur letzten Minute angegangen sind, Hut ab. Einmal haben wir nicht aufgepasst und dann hat es gescheppert. Jeder Punkt ist wichtig, noch dazu wenn man einen gegen eine solche Spitzenmannschaft wie den ASV Cham holen kann“.

ckm