Zurück in der Kreisklasse
Mit Herz und Weitblick zum Erfolg: Der Aufstieg der DJK Eintracht Patriching kommt nicht von ungefähr

17.05.2023 | Stand 25.10.2023, 11:04 Uhr |

Trainer, Kapitän und der „ewige Freund“: Christian Kobler, Torwart Andre Ang und zwei weitere Patrichinger Spieler mit der bildlichen Erinnerung an den verstorbenen langjährigen Vereinspräsidenten Sepp Ziegler. −Fotos: Sven Kaiser

Die Aufstiegsbilder dieser Tage und Wochen im regionalen Amateurfußball gleichen sich für gewöhnlich wie ein Ei dem anderen: Mannschaftsfoto mit Siegerfäusten, Weißbierduschen, Bengalos, vielleicht noch die eine oder andere Meister-Raupe.

Auf den Titel-Fotos der DJK Eintracht Patriching vom Sonntag indes sticht ein Motiv immer wieder ins Auge: Die stilisierte Meisterschale und die Aufstiegs-Shirts ziert ein Porträtfoto mit der Aufschrift „Ewiger Freund – geliebt und respektiert“. Die Erinnerung an den mitten in der Saison erst 65-jährig verstorbenen, langjährigen Vereinsvorsitzenden Josef Ziegler lebt in Patriching.

Es spricht für das Herz, für die Werte eines Vereins, wenn er im Augenblick der größten Erfolge diejenigen nicht vergisst, die so etwas – wie im Fall von Sepp Ziegler – erst durch Jahrzehnte lange ehrenamtliche Arbeit ermöglichen. Zum Herz kommt beim bereits zwei Spieltage vor Schluss feststehenden Meister der A-Klasse Passau auch Weitblick und Verstand, Nach dem Abstieg aus der

Trainerduo Papa&Sohn mit Beschäftigungsgarantie

Kreisklasse quasi am Grünen Tisch in der Corona-Abbruchsaison 19/21 haben sich die Patrichinger Verantwortlichen um „Präse“ Ziegler nämlich darauf eingelassen, dem Trainer-/Spielertrainer- und Vater-/Sohn-Duo Christian und Nick Kobler quasi eine Beschäftigungsgarantie über mehrere Jahre zu geben.

„Wir wollten damals einfach die Sicherheit haben, in Ruhe über einen längeren Zeitraum als nur eine Saison arbeiten zu können – und das hat sich jetzt ausgezahlt“, erzählt Aufstiegstrainer Christian Kobler (57) der Heimatzeitung mit hörbar angegriffener Stimme nach einer improvisierten, aber nicht weniger intensiven Feier-Nacht im DJK-Vereinsheim erzählt. „Nick hatte damals sehr verlockende finanzielle Angebote, vor allem auch aus Österreich, die er schließlich ablehnte, weil die DJK Patriching eben eine vorzeitige Entlassung ausgeschlossen hat.“

„Wollen in der Kreisklasse im Mittelfeld landen“



Im Blick auf die künftige Konkurrenz in einer spielstarken Kreisklasse Passau ist es schon mal wichtig, dass es beim Aufsteiger keinen personellen Umbruch geben wird – im Gegenteil: „Wir bleiben alle beianand“, sagt der Trainer, wohlwissend, dass seinem Team schon noch zwei, drei Verstärkungen gut täten. „Aber wir wollen halt auch keine eigenen jungen Spieler vergraulen, die dann weniger Einsätze bekämen.“

Als verlässliche Faktoren neben dem 27-jährigen Co-Spielertrainer-Torjäger Nick Kobler (aktuell 18 Saisontore) kann Christian Kobler vor allem auf seinen höherklassig erprobten Torhüter Andre Ang (früher SV Erlbach) bauen. Der Deutsch-Balinesier landete vor Jahren als junger ZF-Ingenieur durch Zufall in Patriching, ist inzwischen Kapitän der Meistermannschaft und wohnt nur einen Steinwurf vom Fußballplatz entfernt. Dazu kommen mit Martin Sima, Jakub Slavik und Martin Manhal drei eher „untypische“ tschechische Legionäre – alle drei aus demselben Dorf bilden nicht nur eine wöchentliche Fahrgemeinschaft, sondern haben den Patrichingern ihre Heimat auch schon bei Vereinsausflügen nähergebracht. Ein Verein mit Herz eben...