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Nach Wechsel vom DSC zu den EHF Passau | 24.01.2020 | 18:55 Uhr

Christoph Gawlik exklusiv: "Irgendwann bekam ich das Gefühl: Ich bin immer der Schuldige"

von Sebastian Lippert

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"Es ist mir brutal schwer gefallen", sagt Christoph Gawlik über seine Entscheidung, den Deggendorfer SC zu verlassen und sich den EHF Passau Black Hawks anzuschließen. Allerdings habe sich sein Abschied abgezeichnet. −Foto: Stefan Ritzinger

"Es ist mir brutal schwer gefallen", sagt Christoph Gawlik über seine Entscheidung, den Deggendorfer SC zu verlassen und sich den EHF Passau Black Hawks anzuschließen. Allerdings habe sich sein Abschied abgezeichnet. −Foto: Stefan Ritzinger

"Es ist mir brutal schwer gefallen", sagt Christoph Gawlik über seine Entscheidung, den Deggendorfer SC zu verlassen und sich den EHF Passau Black Hawks anzuschließen. Allerdings habe sich sein Abschied abgezeichnet. −Foto: Stefan Ritzinger


Am Abend des 26. April 2018 stellt der Deggendorfer SC einen Neuzugang vor. Der Vorsitzende, Artur Frank, nimmt Christoph Gawlik, den dreifachen deutschen Meister, den Heimkehrer, den Hoffnungsträger, in den Arm und strahlt mit ihm in die Kameralinse. Gawlik hakt die Deutsche Eishockey Liga (DEL) ab, um nach Hause zu kommen. So prominent wie er damals auf der "Langen Einkaufsnacht" wurde selten ein Neuzugang des DSC präsentiert. Jetzt, nach etwas mehr als eineinhalb Jahren, ist die Geschichte von der Heimkehr des verlorenen Sohns schon wieder zuende. Warum? Nach seinem vieldiskutierten Wechsel vom Deggendorfer SC zu Eishockey-Bayernligist EHF Passau spricht Christoph Gawlik (32) im Exklusiv-Interview bei heimatsport.de über die Hintergründe.

Herr Gawlik, was veranlasste Sie, den DSC um ihre Vertragsauflösung zu bitten?
Christoph Gawlik: Punkt 1, und das ist mir ganz wichtig, möchte ich Artur Frank dafür danken. Er hat es mir ermöglicht, in meine Heimat zurückzukommen und mir auch bei meiner Umschulung zum Versicherungskaufmann geholfen. Ich wünsche dem DSC viel Glück, das habe ich der Mannschaft auch persönlich mitgeteilt. Ich möchte mich beim gesamten Verein für die Unterstützung bedanken. Die Entscheidung zu gehen ist eine, die ich nie treffen wollte; es ist mir brutal schwer gefallen.

Warum gingen Sie trotzdem?
Gawlik: Ich fand es nicht in Ordnung, wie man mit mir die letzten Tage und Wochen umgegangen ist. Irgendwann war ein Punkt erreicht, an dem ich für mich sagte: So will ich nicht weitermachen. Sie selbst haben ja in Ihrem letzten Artikel geschrieben, ich sei in meinen eineinhalb Jahren in Deggendorf "nicht wirklich glücklich" geworden. Das stimmt nicht, ich war glücklich in Deggendorf.

Was ist passiert, dass Sie nicht mehr glücklich waren?
Gawlik: Dazu werde ich mich nicht detailliert äußern, das geht die Öffentlichkeit nichts an.

Sie haben eine Sprachnachricht über den Messenger-Dienst WhatsApp verbreiten lassen. Darin sagen Sie, Sie wollten nicht länger der Sündenbock beim DSC sein. Warum fühlten Sie sich als Schuldiger, und wer hat Sie aus Ihrer Sicht dazu gemacht?
Gawlik: Ich glaube nicht, dass es der Verein war, der einen Sündenbock gesucht hat. Es waren eher einige Personen, die bestimmte Dinge über mich verbreiten: dass ich nicht gewinnen will, dass ich mich nicht anstrenge, dass ich an der Trainer-Entlassung von John Sicinski Schuld war, dass ich von Anfang an nicht für den DSC spielen wollte, dass ich immer Machtkämpfe suchen würde. Das ist einfach Schwachsinn! Mir ist, ehrlich gesagt, scheißegal, wer der Trainer ist, ich bin einer aus der alten Schule: Der Trainer ist der Boss und ich habe zu machen, was er von mir verlangt. Ob ich seine Meinung gut finde oder nicht, das ist überhaupt nicht wichtig.

Warum sollten Menschen so über Sie sprechen?
Gawlik: Ich bin offen und gerade heraus, ehrlich und direkt. Ich habe ein selbstbewusstes Auftreten und das kommt für viele vielleicht arrogant und hochnäsig rüber.

Sie sprechen von "einigen Personen": von außen oder innerhalb des Vereins?
Gawlik: Damit meine ich vor allem das Fire-Fans-Forum oder Facebook-Kommentare. Ich lese das nicht aktiv, aber es wird mir über Freunde ständig geschickt. Ich war bei meinen anderen Stationen oft der Fanliebling. Da tut mir das gerade in meiner Heimatstadt weh. Irgendwann bekam ich dann das Gefühl: Ich bin immer der Schuldige, egal, was ich mache.

Sie behaupten in dieser Nachricht, beim DSC würde vieles verschwiegen. Eine schwere Anschuldigung. Was meinen Sie damit?
Gawlik: Ich will keine Schlammschlacht. Um meine Person wurde in der Öffentlichkeit alles schön dargestellt, mein Abgang wurde in der Pressemitteilung als "überraschend" dargestellt. Das kam aber nicht überraschend, das zeichnete sich über Tage und Wochen ab, weil ich bereits in Gesprächen signalisiert hatte, dass ich nicht glücklich bin. Das meinte ich mit "verheimlichen", vielleicht war das die falsche Wortwahl.

Mit dem Zeitpunkt Ihrer Entscheidung bringen Sie den Verein in eine prekäre Lage. Das Transferfenster schließt in einer Woche, einen Ersatz zu finden wird schwierig.
Gawlik: Mir tut es leid, dass das Zeitfenster ziemlich klein ist. Bei dieser Entscheidung blutet mir mein Herz. Mein Zeitfenster war aber genauso klein.

Wann haben Sie für sich die Entscheidung getroffen, zu gehen?
Gawlik: Ich habe sie nach dem Spiel in Peiting getroffen.

In diesem Spiel stellte Trainer Dave Allison Sie in die dritte Reihe, nachdem Sie zuletzt mehrmals erkrankt oder verletzt gefehlt hatten. War das ausschlaggebend?
Gawlik: Ich war vielleicht enttäuscht, aber das Spiel hat meine Entscheidung nicht beeinflusst. Es ging mir um Aussagen von bestimmten Personen.

Erklären Sie uns das?
Gawlik: Nein. Ich will keine Schlammschlacht.

Welche Fehler haben Sie in den eineinhalb Jahren beim DSC gemacht?
Gawlik: Ich habe bestimmt welche gemacht, keiner ist perfekt.

Worauf freuen Sie sich in Passau?
Gawlik: Auf einen Neuanfang. Ich will einfach nur spielen und Spaß haben.
Interview: Sebastian Lippert












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