Etappe in Niederbayern
WM im Woid: Die Rallye-Elite fährt 2023 durch Passau und Freyung-Grafenau

25.11.2022 | Stand 19.09.2023, 3:32 Uhr |

Motorsport vor Traumkulisse, wie hier bei der Drei-Städte-Rallye im Oktober: Die Rallye-Elite misst sich 2023 im Dreiländereck. −F.: ADAC Motorsport

Freudige Nachrichten für alle Motorsport-Fans in der Region: Wie der Weltverband FIA am Freitagnachmittag in seinem offiziellen Rennkalender bekanntgegeben hat, kommt die Rallye-WM im Oktober kommenden Jahres erstmals nach Niederbayern.



Im Rahmen der „Central European Rallye 2023“ gastiert die Weltelite des Sport von 26. bis 29. Oktober im Landkreis Freyung-Grafenau sowie in Stadt und Landkreis Passau. Die Dreiflüssestadt wird dabei zum Dreh- und Angelpunkt der Veranstaltung.

Die WM-Etappe startet in der tschechischen Hauptstadt Prag, anschließend geht es für die Teilnehmer auf Wertungsprüfungen durch Tschechien, Österreich und die niederbayerischen Landkreise Freyung-Grafenau und Passau. Die gemeinsame Ausrichtung mit dem tschechischen Autoklub und der Austrian Motorsport Federation (AMF) sei ein „wichtiges Zeichen in Richtung Völkerverständigung und wird weit über die Region hinaus für eine intensive Verbindung sorgen“, freute sich ADAC-Sportpräsident Dr. Georg Ennser über den Zuschlag.

Jubel in Region: „Freut uns, dass wir WM-reif sind“

Auch in Passau, wo das Hauptquartier und der Zieleinlauf der WM-Etappe liegen werden, ist die Freude über die Nachricht groß, wie Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) betonte: „Eine Rallye-Weltmeisterschaft ist ein hochwertiges Sportereignis und darüber hinaus eine zugkräftige Veranstaltung, die mit Sicherheit viele neue Gäste in die Stadt und
Region bringen wird.“ Der Servicepark soll auf dem Messegelände im Stadtteil Kohlbruck stationiert werden.

Die Region hatte sich bereits für die Austragung eines solchen Großereignisses in Stellung gebracht. Mitte Oktober fand zum 58. Mal die Drei-Städte-Rallye statt – zum ersten Mal nicht nur in Niederbayern und Oberösterreich, sondern auch in Tschechien. Die Generalprobe ist geglückt, nun kam am Freitag der Zuschlag für den WM-Lauf. „Es freut uns, dass wir hier im Dreiländereck nun sogar WM-reif geworden sind“, sagt Sebastian Gruber, Landrat von Freyung-Grafenau. Der Landkreis habe, so Gruber, das Projekt unterstützt, weil man mit diesem Event „den Bayerischen Wald nun sogar weltweit als herzlichen Gastgeber präsentieren“ könne.

Nachdem die Heimatzeitung im Oktober erstmals über die mögliche Ansetzung eines WM-Laufes in der Region berichtet hatte, waren relativ schnell kritische Stimmen laut geworden.

Kritik: Energiepolitisch aus der Zeit gefallen

Die Grünen im Landkreis Passau forderten ein Aus der Veranstaltung, die energie- und klimapolitisch aus der Zeit gefallen sei. Passaus Landrat Raimund Kneidinger widersprach nun in einer Stellungnahme: „Durch den nachhaltigen Ansatz dieses Konzepts sind wir der Meinung, dass dieser nach wie vor seine Berechtigung hat.“ Die Veranstalter der „Central European Rallye“ legen Wert darauf, dass die Fahrzeuge der Rallye-WM mit Hybridtechnik ausgestattet sind und mit synthetischen Kraftstoffen angetrieben werden.

Logistisch wird die Veranstaltung ein Mammutprojekt. Die FIA World Rallye Championship wird in 150 Nationen übertragen. Zu Weltmeisterschaftsetappen strömen in der Regel zwischen 80000 bis 150000 Fans an die Strecken.