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Initiiert vom größten Breitensportverein Bayerns | 18.02.2021 | 19:09 Uhr

Petition fordert Wiederaufnahme des Sportbetriebs im Freien für Kinder – schon 12000 Unterschriften

von Alexander Augustin

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−Symbolbild Lakota

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Die Rufe nach Lockerungen im Bereich des Sport für Kinder und Jugendliche werden immer lauter. Nachdem bereits große Sportverbände wie der Bayerische Fußball-Verband (BFV) und der Bayerische Landessportverband (BLSV) darauf hingewiesen haben, wie wichtig Sport für Heranwachsende sei – und wie fatal die Folgen sein können, wenn er über längere Zeit nicht betrieben werden kann – formiert sich nun über eine Online-Petition breiter Widerstand gegen die Lockdown-Maßnahmen im Sportsektor.

Unter dem Titel "Sport ist Teil der Lösung und nicht des Problems in der Coronapandemie" hat der Post SV Nürnberg (mit rund 18500 Mitgliedern der größte Breitensportvereins Bayerns) unter Führung von Abteilungsleiter Michael Luntz bei openpetition.de eine Unterschriftenaktion gestartet - und der Erfolg ist schon jetzt durchschlagend. Nach etwa drei Tagen haben bereits über 12000 Nutzer unterzeichnet (Stand Donnerstagnachmittag). Adressaten sind der bayerische Landtag, Sportminister Joachim Herrmann und Staatskanzleichef Florian Herrmann. Das Quorum liegt bei 24000 Unterschriften, dann wird das Anliegen dem Landtag offiziell vorgetragen.

"Seit dem 01.11.2020 – seit nunmehr bald 4 Monaten – befinden sich die Sportvereine Bayerns im Corona-Lockdown. Darunter leiden wir Sportler, allen voran Kinder und Jugendliche, massiv", schreibt der Initiator. "Die Sportvereine tragen mit ihrem Angebot zur Fitness und Gesundheit aller Sportler bei. Viele klagen bereits jetzt über eine Zunahme bei Rücken- und Gelenkschmerzen, Gewichtszunahme, fehlende Fitness und Widerstandskraft, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Welche Folgen das für die Gesundheit der Sportler hat, lässt sich heute noch gar nicht abschätzen."

Corona sei ernst zu nehmen und jeder Toter einer zu viel. Im Sinne der Eindämmung des Virus den kompletten Vereinssport zu verbieten, sei allerdings nicht zielführend, heißt es in der Erklärung der Petition. Luntz führt das Beispiel Fußball an: "Bei einem Fußballspiel sind inklusive Wechsler maximal 30 Spieler beteiligt, die auf einem ca. 7000 qm großen Feld spielen. Das sind rund 230 qm pro Spieler! Eine dänische Studie hat zudem aufgezeigt, dass bei einem 90minütigen Spiel die Zeit der engen Begegnungen (also Abstand unter 2m) bei gerade einmal 88 Sekunden liegt. Das Spiel findet im Freien statt, wo laut Studien die Ansteckungsgefahr um den Faktor 19 reduziert ist." In einem Supermarkt etwa sei die Infektionsgefahr deutlich größer.

Breiter Protest von Verbänden und Sportvereinen

Schon vor rund einer Woche hatten sich 14 weitere bayerische Großvereine in einem Positionspapier an Ministerpräsident Markus Söder, Sport- und Innenminister Herrmann sowie Gesundheitsminister Klaus Holetschek gewandt. Sie forderten eine Stufenplan anhand einer Sportampel. Von der Politik gibt es derzeit außer Absichtsbekundungen noch keine konkreten Pläne, wie die Rückkehr auf die Sportplätze aussehen könnte.

Bei einem Treffen mit der Spitze des Bayerischen Fußball-Verbandes hat die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag Katharina Schulze gefordert, bei Lockerungen auch den Sport fest im Blick zu haben: "Alle gesellschaftlichen Bereiche müssen dazu beitragen, dass wir diese Pandemie überwinden. Wenn dann aber Lockerungen angezeigt sind, gilt: Kinder und Jugendliche zuerst! Ein echtes Sportangebot ist superwichtig als Ausgleich zu der vielen Bildschirmzeit, als Ventil und zur Gesundheitsvorsorge", sagte sie bei dem Treffen.

Bei seiner Rede zum politischen Aschermittwoch in Passau hatte sich Markus Söder recht zurückhaltend zu Lockerungen im Sport geäußert. Öffnungen im Einzelhandel könnten Mitte März nach der Ministerpräsidentenkonferenz möglich sein – wenn der bundesweite Inzidenzwert bis dahin stabil unter 35 sei. Erst wenn es mit dem Handel klappe, könne man über Individualsport nachdenken. Söder nannte dabei Golf und Tennis. Für Teamsportarten heißt das: Vor April wird es mit Mannschaftstraining wohl ziemlich sicher nichts werden. Allerdings kündigte Söder einen "Kindergipfel" an, um gezielte Hilfen für die Heranwachsenden zu entwickeln. Ob der Sport dabei ein gewichtiges Thema sein wird, ist offen. Die Petition des Post SV Nürnberg und der Druck der Verbände könnten dazu aber ihren Teil beitragen.












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