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Keine Lockerungen bis März, aber... | 12.02.2021 | 13:00 Uhr

Ein kleiner Lichtblick: Wieso der Amateursport zumindest leise auf schnelle Besserung hofft

von Alexander Augustin,Michael Scherer

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Man sei schon froh, dass der Sport überhaupt ein Thema gewesen sei bei den Verhandlungen zwischen Bund und Ländern am Mittwoch, hört man aus dem Bayerischen Fußball-Verband (BFV). Die Erwartungen an die Politik sind im gesamten Breitensport relativ niedrig, seit er zum Ende der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 bei Lockerungen lange kaum Beachtung fand. Insofern darf es durchaus als Erfolg gewertet werden, dass der Weg einer Rückkehr auf die Sportplätze schon vorgezeichnet sein könnte, wenn sich die Ministerpräsidentenkonferenz am 3. März erneut trifft, um über weitere Lockerungen zu beraten.

Es sollen "Planungsperspektiven" geschaffen werden, betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach den stundenlangen Diskussionen mit den Ländervertretern. Für den Sport und andere Bereiche solle "eine Arbeitsgruppe auf Ebene des Chefs des Bundeskanzleramtes und der Chefinnen und Chefs der Staats- und Senatskanzleien" die weiteren Schritte bei möglichen Lockerungen der Kontaktbeschränkungen erarbeiten. Die Sportministerkonferenz habe, so berichtete die "Bild"-Zeitung sogar schon ein konkretes Modell erarbeitet: Training in festen Gruppen ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 35, Wettkämpfe in Sportarten ohne Kontakt, wenn der Wert unter 20 fällt. Und: Fällt die Inzidenz unter 10 soll auch alle Kontaktsportarten wieder ins Wettkampfgeschehen einsteigen können. Angesichts von aktuell rund 62 Infektionen pro 100000 Einwohnern (Stand Freitag) scheinen diese Marken in weiter Ferne. Aber sie sind Wegpunkte.



Auch BFV-Geschäftsführer Jürgen Igelspacher kann den jüngsten Entwicklungen durchaus Gutes abgewinnen: Es sei schon "positiv, dass der Breitensport jetzt auch einer der Punkte ist, der auch von der Politik wahrgenommen wird und endlich auch Bestandteil der fortwährenden Diskussion ist."

Der Bayerische Fußball-Verband, aber auch Vertreter anderer Sportarten hatten zuletzt den Druck auf die Politik erhöht und vor langfristigen Folgen für die Gesellschaft gewarnt, wenn der Sport nicht dauerhaft in die Diskussionen um Lockerungen aufgenommen werde.

Vorschlag von 14 bayerischen Großvereinen

Wie der Spaß am Sport wieder in die Vereine zurückkehren könnte, haben jetzt 14 bayerische Großsportvereine in einem aktuellen Positionspapier dargelegt. Die Klubs, dazu zählen etwa der SV Wacker Burghausen, der TV Erlangen oder der TV Augsburg, sprechen sich für Sonderregelungen für Kinder und Jugendliche aus, die "schnellstmöglich" umgesetzt werden müssen. Denn: "Bereits der erste, mit zwei sportfreien Monaten deutlich kürzere Lockdown hat bei den Trainern in den Sportvereinen ein entsetztes Staunen hinterlassen, wie sehr sich die Kinder und Jugendlichen motorisch verschlechtert haben", heißt es dazu im Positionspapier, mit dem sich die Vereine an Ministerpräsident Markus Söder, Innenminister Joachim Herrmann, Gesundheitsminister Klaus Holetschek und den Präsidenten des Bayersichen Landessportverbandes (BLSV) Jörg Ammon gewandt haben.

Der BLSV selbst hat sich am Freitagnachmittag in einer Mitteilung für eine "Perspektive für den Wiedereinstieg" von Seiten der Politik ausgesprochen: "Für die Gesundheit unserer Bevölkerung ist es höchste Zeit, dass wieder Sport im Verein stattfinden kann", wird Präsident Ammon zitiert. Zusammen mit der TU München habe der BLSV ein Stufenmodell entwickelt, der sich in etwa an der Sport-Ampel der 14 bayerischen Großvereine orientiert (siehe Grafik). Bei einer Inzidenz von 50 bis 100 soll ein Trainingsbetrieb in festen Gruppen bis maximal zehn Personen ermöglicht werden. Sportveranstaltungen im Freien und in Hallen ohne Zuschauer sollen genauso wie die Nutzung von Hallen und Schwimmbädern erlaubt werden. Sinkt der Inzidenzwert weiter, sollen stufenweise weitere Lockerungen erfolgen.

Dass die Politik auf diese Vorschläge eingehen wird, ist freilich höchst unwahrscheinlich. Dennoch fordert BLSV-Präsident Ammon eine stärkere Berücksichtigung des Amateursports in den Diskussionen, denn: "Schon letztes Jahr hat der organisierte Sport bewiesen, dass seine Hygienekonzepte von den Sportlerinnen und Sportlern befolgt werden. Disziplin gehört zum Sport dazu."

Gerade für Kinder und Jugendliche sei der Bewegungsmangel fatal. Und auch der Mitgliederrückgang bereite vielen Vereinen Sorge: Bayernweit liegte dieser bei 2 Prozent insgesamt, bei Kindern und Jugendlichen sei er mit 5 bzw. 3,7 Prozent noch gravierender.

Es gilt also noch immer Alarmstufe Rot im Amateursport, aber ein kleiner Funke Hoffnung ist angesichts sinkender Infektionszahlen da. Als finalen Schritt sieht die "Sportampel Bayern" der 14 Vereine übrigens spätestens ab dem 12. April bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 vor, dass Sport im Verein uneingeschränkt betrieben werden könnte. Ob zumindest dieser Wert, den ja auch Politik als Wegpunkt für Lockerungen sieht, in Bälde realistisch ist, werden die nächsten Tage zeigen.












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