Zu Gast in Verl

Auf dem Weg zur Löwen-Harmonie? 1860 will mit Siegen die Unruhe im Verein bekämpfen

12.08.2022 | Stand 12.08.2022, 16:18 Uhr

Auf der Überholspur: Die Löwen um Fynn Lakenmacher wollen gegen den SC Verl ihren perfekten Saisonstart ausbauen. −Foto: Imago Images

Von Matthias Vogt

Drei Spiele, drei Siege, Tabellenführung: Die ohnehin schon große Erwartungshaltung ist beim TSV 1860 München nach dem perfekten Saisonstart in der 3. Fußball-Liga noch einmal angestiegen. Das Auswärtsspiel in Paderborn gegen den SC Verl an diesem Samstag (14 Uhr) – nur die nächste Pflichtaufgabe? Genau davor warnt Trainer Michael Köllner. Andere, innenpolitische Themen im Klub belasten währenddessen das gute Gesamtklima.

Es könnte so schön bei den Münchner Löwen: Der Saisonstart ist perfekt gelungen, und dass es mit dem Aufstieg klappt, ist zwar noch längst nicht sicher, aber vorstellen kann man sich es schon jetzt ganz gut. Trotzdem: Kleiner werden die Nebenkriegsschauplätze nicht. Die Diskussion um die Anti-Ismaik-Fahne, der Markenrechtsstreit zwischen der von Anthony Power geführten Merchandising GmbH, dem e.V. sowie den Fans, offene Briefe, und alles was noch dazu gehört: Nichts davon verstummt, sondern droht sogar immer weiter zu eskalieren.

Beim Heimspiel gegen den SV Meppen wurde Fans mit investorenkritischen Utensilien am vergangenen Dienstag der Zutritt verwehrt, obwohl der Verein zuvor die Meinungsfreiheit herausgestellt hatte. Die Fahne wehte trotzdem; als Teile des Fanblocks das Anti-Scheich-Lied anstimmten, gab es dagegen Pfiffe aus anderen Teilen des Stadions. Giesinger Harmonie sieht gewiss anders aus.

Gewinner gibt es da keine. Außer natürlich einen, auf den sich doch alle – von welcher Seite auch immer – einigen sollten: die Löwen-Mannschaft. Und damit natürlich auch ihren Trainer, der am vergangenen Dienstag zum 100. Mal in einem Drittliga-Spiel auf der Bank des TSV 1860 Platz genommen hatte. „Der Präsident hat doch alles gesagt. Schweigen und Reden ist manchmal Gold und Silber“, meinte Köllner zur aktuellen Debatte, nicht ohne diese kleine Spitze. Schließlich hatte Präsident Robert Reisinger seinem Trainer vor ein paar Wochen per Interview geraten, sich rein auf das Sportliche bei den Sechzigern zu konzentrieren. Mit eben genau diesen Worten: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. „Der Verein ist von so vielen Themen begleitet. Ich beschäftige mich damit, dass wir Spiele gewinnen“, sagte Köllner jetzt.

Sorgen macht da vielleicht eher der Gegner, der viel besser Fußball spiele, als es die bisherigen Ergebnisse (ein Punkt aus drei Spielen) hergeben. „Ein heißer Ritt“, erwarte seine Mannschaft in der Paderborner Home Deluxe Arena sagt Köllner. „Aber wir wollen unseren Top-Start ausbauen.“ Und damit auch den eigenen Teil auf dem Weg zur angestrebten Löwen-Harmonie beitragen.

− PNP


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