Nullnummer im Landesligatopspiel
Sanka-Einsatz, Spieler-K. o., Linienrichter-Verletzung: Dramatische Szenen in Seebach – aber keine Tore

04.05.2024 | Stand 05.05.2024, 14:27 Uhr |

Hauzenbergs Bastian Schmid wurde nach einer Verletzung an der Achillessehne mit dem Sanka abtransportiert. − Foto: Franz Nagl

Sanka-Einsatz, Spieler-K. o., Linienrichter-Verletzung, 30 Minuten Pause und jede Menge Emotionen auf und neben dem Platz – das Spitzenspiel in der Landesliga Mitte zwischen dem TSV Seebach und dem FC Sturm Hauzenberg war vor 650 Zuschauern nichts für schwache Nerven. Was fehlte: das Salz in der Suppe – die Tore. Das 0:0 nach packenden 90 Minuten ändert weiter nichts an der Ausgangslage: Die Truppe um Coach Manfred Stern ist zwei Spieltage vor Ende der Saison zwei Zähler vor den Kickern vom Staffelberg.

„Zunächst einmal war das pure Werbung für den Fußball“, sagte anschließend der Seebacher Coach, der weiter zusammenfasst: „Es war eine sehr, sehr intensive Partie, beide Teams sind auch auf das eine Tor gegangen, das wäre dann wohl auch entscheidend gewesen.“

Aber der Reihe nach: Nur knappe fünf Minuten dauerte das Abtasten, dann hatten die Seebacher das erste Mal den Torschrei auf den Lippen. Noel Tanzer bleibt in der eigenen Hälfte hängen, ein Pass in die Tiefe und Patrick Pfisterer steht allein vor Christoph Obermüller, der das Duell aber für sich entscheiden kann. Hauzenberg zeigte sich davon aber unbeeindruckt und hatte in Person von Fabian Wiesmaier die größte Chance in den ersten 45 Minuten. Ein Steilpass bringt den Sturm-Stürmer alleine vor TSV-Keeper Mathias Loibl in eine super Position, doch sein satter Schuss prallt von der Latte zurück ins Spielfeld. Apropos Keeper: Beiden Torhütern ist es zu verdanken, dass zur Pause ein 0:0 auf der Anzeigetafel steht. Denn auch die Seebacher Simon Griesbeck (20.) und Christian Mühlbauer (40.) sowie auch Hauzenbergs Bastian Schmid (25.) scheitern frei stehend.

Ab Minute 35. überschlagen sich dann die Ereignisse: Zuerst muss Schmid – nach einem robusten, aber fairen Tackling von Sandro Nickl – mit starken Schmerzen vom Platz getragen werden. Ein Rettungswagen bringt ihn ins Krankenhaus. Erste Diagnose: Eine Verletzung im Bereich der Achillessehne, genaueres wird man aber erst nach dem MRT sagen können, heißt es von Hauzenberger Seite. Eine enorme Schwächung für den Sturm, der bereits ohne Julian Liebenow in die Partie gehen musste. Der Angreifer zog sich beim Laufen während der Woche einen Knochenbruch am Mittelfuß zu, fällt mindestens fünf bis sechs Wochen aus. Darüber hinaus war Manuel Mader ab Minute 30. durch einen fiesen Pferdekuss am Oberschenkel stark gehandicapt, biss aber auf die Zähne.

Dann, kurz vor dem Halbzeitpfiff, geht Kilian Schwarzmüller buchstäblich K. o., als er von einem Schuss frontal im Gesicht getroffen wird. Kurz bricht Hektik aus, es sieht zunächst schlimm aus. Spieler und Betreuer eilen zu Hilfe. Schwarzmüller selbst gibt ab schnell Entwarnung: der Daumen geht nach oben.

Linienrichter Max Frank verletzt sich



Aber auch in der Pause bleibt es weiter turbulent – und hektisch: Weil sich Linienrichter Max Frank (Büchlberg) am Oberschenkel verletzt, werden aus 15 Minuten gute 30. Frank beißt aber auf die Zähne, macht mit Bandage am rechten Oberschenkel weiter. Allerdings nur bis zu Minute 60. Dann geht es definitiv nicht mehr. Für ihn springt Jakob Putz (Perlesreut) in die Bresche.

Hauzenberg kommt dann besser in die zweiten 45 Minuten, ist präsenter, giftiger und zielstrebiger. „Da waren wir die bessere Mannschaft und hatten auch die besseren Chancen“, sagt Coach Schwarz. Belohnen konnten sich seine Schützlinge aber weiter nicht. Nach gut einer Stunde wurde es dann wieder emotional: Nach einem Zweikampf von Loibl gegen Mader zeigt Schiri Fabian Kilger (Mauth) in der 61. Minute zunächst auf den Punkt, revidiert seine Entscheidung aber umgehend, da eine Abseitsstellung vorausging. Und noch ein Pfiff sorgte für heftige Diskussionen im Sturm-Lager. Mader steht alleine vor dem Seebacher Gehäuse, hat die Führung auf dem Fuß. Kilger pfeift die Aktion aber in Minute 67. zurück – und gibt Freistoß für Hauzenberg. Eine Entscheidung, die allgemein für viel Gesprächsstoff sorgt, ein Weiterlaufen wäre hier angebracht gewesen. Schwarz: „Das ärgert mich, das war eine ganz klare Chance, die zu unserem Nachteil ausgelegt wurde.“ Zehn Minuten vor Schluss geht der Hauzenberger Trainer dann All-In. Seebach verteidigt aber geschickt und hat selbst noch in der 97. Minute das 1:0 auf dem Fuß. Kapitän Christoph Beck umkurvt Obermüller, doch das Leder kann gerade noch von der Linie gekratzt werden.

War‘s das dann mit der Vizemeisterschaft? „Ich glaube, wir hätten gewinnen müssen. Das Remis ist für uns zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel. Ich glaube nicht, dass sich Seebach das jetzt noch nehmen lässt“, so ein sichtlich enttäuschter Dominik Schwarz nach der Partie. Das hört sich schon nach ein bisschen Gratulation an. Diese will Seebachs Manfred Stern aber noch nicht wirklich annehmen. „Das 0:0 ist sicherlich ein kleiner Vorteil für uns und mit dem Restprogramm sogar noch ein bisschen mehr. Aber: Auch diese beiden Spiele, müssen erst gewonnen werden. Es bleibt spannend.“

Seebach muss nun nach Tegernheim und erwartet dann zum Saisonfinale Bad Kötzting. Hauzenberg bekommt es dagegen am kommenden Wochenende mit Schwandorf-Ettmannsdorf zu tun und muss zum Abschluss nach Luhe-Wildenau.