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02.04.2020  |  06:00 Uhr

Kößlarn statt Madrid: Wie sich Top-Weitspringer Entholzner in Quaräntäne fithält

von Michael Scherer

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Anfang Februar hatte er noch Grund zum Strahlen:Maximilian Entholzner durfte in Leipzig seinen ersten nationalen Meistertitel bejubeln. −Foto: Theo Kiefner

Anfang Februar hatte er noch Grund zum Strahlen:Maximilian Entholzner durfte in Leipzig seinen ersten nationalen Meistertitel bejubeln. −Foto: Theo Kiefner

Anfang Februar hatte er noch Grund zum Strahlen:Maximilian Entholzner durfte in Leipzig seinen ersten nationalen Meistertitel bejubeln. −Foto: Theo Kiefner


Demotiviert, desillusioniert, distanziert: Eigentlich wollte sich Maximilian Entholzner in diesem Frühling intensiv auf die Olympischen Spiele in Tokio vorbereiten. In Madrid. Mit seiner spanischen Trainingsgruppe. Doch seine Realität sieht anders aus. Ganz anders: Der aktuelle Deutsche Hallen-Meister im Weitsprung lebt wegen der Corona-Krise noch in Quarantäne. In der Heimat. In Kößlarn. Und er kann zumindest ein bisschen trainieren. "Wenn ich weiter in Madrid geblieben wäre, wäre ich durchgedreht", sagt Entholzner – dann doch lieber temporärer Eremit im Landkreis Passau.

Seit September vergangenen Jahres studiert der 25-jährige Athlet für zwei Jahre im Masterstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen an der Universidad Politécnica de Madrid. Er trainiert dort im spanischen Olympiazentrum mit einer Gruppe spanischer Kader-Athleten. Im Jahr 2020 will er sich einen Traum erfüllen: Olympia.

Anstelle von dynamischem Aufwärmen mit Hürden müssen zwei Stühle ein Besenstiel samt Schrubber herhalten: Max Entholzner versucht sich in Quarantäne fit zu halten. −Foto: privat

Anstelle von dynamischem Aufwärmen mit Hürden müssen zwei Stühle ein Besenstiel samt Schrubber herhalten: Max Entholzner versucht sich in Quarantäne fit zu halten. −Foto: privat

Anstelle von dynamischem Aufwärmen mit Hürden müssen zwei Stühle ein Besenstiel samt Schrubber herhalten: Max Entholzner versucht sich in Quarantäne fit zu halten. −Foto: privat


Und in dieses Olympia-Jahr startet der Springer des LAC Passau mit einem riesen Satz: Deutscher Hallen-Meister bei den nationalen Titelkämpfen Mitte Februar in Leipzig. Seine Weite: 7,81 Meter.

Doch der Freude über diesen Erfolg folgt bald der Frust, in der spanischen Hauptstadt verbreitet sich das Corona-Virus von Tag zu Tag rasanter. "Montags wurde die Uni geschlossen, donnerstags machte das Olympiazentrum dicht, samstags wurde in Spanien der Notstand ausgerufen", erinnert sich der 25-Jährige an schlimme Stunden. Und was blieb ihm zunächst? Sein Zimmer in einer 4-WG im 4. Stock ohne Balkon – miserable Aussichten für einen Spitzensportler in einer entscheidenden Phase für den Saisonhöhepunkt. "Das war wie eine Vollbremsung von 100 auf 0, psychisch extrem belastend."

Rückflug aus Madrid in Abstimmung mit dem Landratsamt Passau

Aber nicht nur das Hirn gierte nach Bewegung, auch Entholzners Körper meldete Taten- und Trainingsdrang an. "Aber was sollte ich machen, im Zimmer dauernd auf der Stelle laufen?" Obwohl seine Uni schon früh auf "Online" umgestellt hat, die Professoren fleißig Lernmaterial ins elektronische Postfach jagen, vergeht dem 25-Jährigen auch beim Lernen schnell der Spaß. "Ich hatte einfach keine Lust mehr auf Uni" – nachvollziehbar, wenn sich die eigene sportliche Zukunft noch nicht mal ansatzweise in einer Kontur abzeichnet und um einen herum Leere, Tristesse und Tod das Leben dominieren.

Zudem sollte der Leichtathlet vom 17. März bis 2. April mit dem deutschen Nationalkader ins Trainingslager nach Südafrika reisen, auch das wird wegen Corona abgesagt. "Und dann wurstelt das IOC ewig lang dahin und kann sich nicht entscheiden, die womöglich unfairsten Spiele aller Zeiten abzusagen." Der Kößlarner entscheidet hingegen – für sich, und auch auf Bitten seiner Mutter: Entholzner bucht einen Flug in die deutsche Heimat. Vorher klärt er die Lage indes mit dem Passauer Landratsamt ab. "Ich wollte ja nichts falsch machen." Vom Gesundheitsamt bekommt er grünes Licht. Allerdings müsse er zwei Wochen in Quarantäne, lautet die Vorgabe. "Kein Problem, schließlich will ich ja keinen gefährden." Mit Handschuhen und Schutzmaske setzt er sich in Madrid in den Flieger, in Frankfurt muss er umsteigen, weil es keinen Direktflug nach München gibt. Und am Flughafen in der hessischen Finanz-Metropole ist der Niederbayer bass erstaunt, dass das Sicherheitspersonal keinerlei Sicherheitsvorkehrung getroffen haben. "Ich komme aus einem Risiko-Gebiet und keinen interessiert’s – ich war richtig schockiert, dass Deutschland das Virus noch nicht ernst genommen hatte."

Der Leichtathlet freut sich schon, wenn am Donnerstag die freiwillige Isolation endet, natürlich kreisen viele Gedanken noch um die Folgen der mitunter tödlichen Gefahr. "Der 60-jährige Vater eines guten spanischen Freundes ist vor kurzem gestorben – ich hoffe, dass die Kurve bald abflacht."

Wie Maximilian Entholzner das restliche Jahr plant, lesen Sie am Donnerstag, 2. April, im Sportteil Ihrer Passauer Neuen Presse und kostenlos nach kurzer Anmeldung am Online-Kiosk.












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