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Keine Gedanken ans Karriereende | 16.06.2022 | 10:00 Uhr

Heim-WM, Hochzeit, Hausbau: Biathlon-Olympiasiegerin Denise (33) Herrmann im Interview

von Helmuth Wegscheider

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Biathlon-Olympiasiegerin Denise Herrmann (33) freut sich auf die kommende Saison mit der Heim-WM in Oberhof. Beim Sportfördergruppentag in Bischofswiesen/Strub sprach sie mit der Heimatzeitung. −Foto: Wegscheider

Biathlon-Olympiasiegerin Denise Herrmann (33) freut sich auf die kommende Saison mit der Heim-WM in Oberhof. Beim Sportfördergruppentag in Bischofswiesen/Strub sprach sie mit der Heimatzeitung. −Foto: Wegscheider

Biathlon-Olympiasiegerin Denise Herrmann (33) freut sich auf die kommende Saison mit der Heim-WM in Oberhof. Beim Sportfördergruppentag in Bischofswiesen/Strub sprach sie mit der Heimatzeitung. −Foto: Wegscheider


Im Rahmen des Sportfördergruppentags in Bischofswiesen/Strub gab Denise Herrmann, Goldmedaillen-Gewinnerin im Biathlon-Einzel in Peking, der Heimatzeitung ein Interview. Darin erzählt die 33-Jährige, dass sie sich auf die Heim-WM im Februar 2023 in Oberhof freut, vor kurzem vom Bundespräsidenten geehrt wurde und im Herbst heiraten möchte.

Frau Herrmann, die Frage stand im Raum, ob Sie nach Ihrem Olympiasieg weitermachen oder Ihre Karriere beenden. Wie kam es nun zur Entscheidung einer Fortsetzung?
Denise Herrmann: Für mich stellte sich die Frage in der Intensität gar nicht. Es wurde eigentlich medial mehr aufgebauscht. Der Olympiaflow war schon groß und viele haben wohl geglaubt, dass ich nach dem Karrierehöhepunkt aufhöre. Doch es steht eine Heim-WM vor der Tür und solange ich gesund bin, will ich auch weiter Hochleistungssport machen. Ich habe nach wie vor großen Spaß am Biathlon, dem Training und der ganzen Atmosphäre.

"Du musst vom Kopf her bereit sein"

Vor kurzem fand die Ehrung bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Berlin statt. Von dort sind Sie mit einem "kompletten Medaillensatz" nach Hause gekommen. Gold und Bronze bei Olympia und nun das Silberne Lorbeerblatt als höchste Sportlerauszeichnung. Was bedeutet Ihnen so eine Verleihung?
Herrmann: Es bedeutet mir sehr viel, denn dadurch werden die Leistungen jedes Einzelnen gewürdigt. Hierdurch wird der Stellenwert des Sports in Deutschland bestätigt mit einer eigenen Einladung zum Bundespräsidenten, wodurch jeder eine gewisse Wertschätzung erfährt und die Erfolge gewürdigt werden. Zudem ist es sehr schön, sich mit anderen Sportlern, unter anderem den Paralympics, zu treffen und Erfahrungen auszutauschen.

Wie waren Ihre Erfahrungen in Peking? Sie waren bereits zum dritten Mal bei Olympia.
Herrmann: Es ist kein Vergleich mit vorangegangenen Spielen. Im Vorfeld gab es ja viel Kritik und die Corona-Situation machte das Ganze bestimmt nicht einfacher. Aber als Sportler hat man lange auf dieses Ereignis hin trainiert und muss versuchen, das Ganze auszublenden. Der Sport ist unser täglich Brot und du musst vom Kopf her bereit sein, deine Leistung abzurufen. Die Anlagen waren ausgezeichnet und auch wenn ich in der Weltcup-Saison im Vorfeld nicht vollauf überzeugen konnte, war ich bei Olympia sehr fokussiert und das Ergebnis war dann schon richtig zufriedenstellend.

Nun kommt mit dem Norweger Sverre Olsbu Røiseland ein neuer Trainer für die deutschen Biathlon-Damen. Wie stehen Sie dem gegenüber?

"Solange ich gesund und fit bleibe..."

Herrmann: Ich sehe das Ganze positiv, denn mit neuen Personen kommt auch neuer Input. Natürlich wird es eine gewisse Umstellung, doch wir verfolgen ein gemeinsames Ziel. Wer sich im Biathlon auskennt, weiß, dass Norwegen eine der führenden Nationen in unserem Sport ist. Auch deswegen wird es bestimmt gut und spannend.

Was sind Ihre Pläne nach der Karriere? Werden Sie dem Biathlon erhalten bleiben?
Herrmann: Im Herbst werden mein langjähriger Freund Thomas Wick und ich heiraten und im nächsten Jahr ein Haus in Ruhpolding bauen. Solange ich gesund und fit bleibe, werde ich eventuell noch weiter Biathlon betreiben. Einen Trainerjob kann ich mir vorerst einmal nicht vorstellen, möchte aber meine Erfahrungen jungen Menschen in anderer Weise weitergeben.

Ihr Arbeitgeber ist die Bundeswehr, Sie sind Hauptfeldwebel bei der Sportfördergruppe in Bischofswiesen. Wie stehen Sie dazu?
Herrmann: Seit 2009 bin ich bei der Bundeswehr und ich hab alle Möglichkeiten, den Biathlonsport professionell zu betreiben. Die Absicherung durch den Berufsförderungsdienst (BFD) ist ausgezeichnet und wir haben die Möglichkeit, uns auch während der Bundeswehrzeit weiterzubilden. Ich bin hier sehr gut aufgehoben.












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