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Porträt der Oberbayerin | 17.09.2021 | 11:14 Uhr

Biathlon-Hoffnung Franziska Preuß: Endlich Körner fürs Wesentliche – und bereit für den großen Coup?

von Alexander Augustin

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Biathletin Franziska Preuß beim Training am Arber: Der Blick zurück auf eine erfolgreiche Saison gibt Zuversicht. −Foto: Frank Bietau

Biathletin Franziska Preuß beim Training am Arber: Der Blick zurück auf eine erfolgreiche Saison gibt Zuversicht. −Foto: Frank Bietau

Biathletin Franziska Preuß beim Training am Arber: Der Blick zurück auf eine erfolgreiche Saison gibt Zuversicht. −Foto: Frank Bietau


Immer wieder war Franziska Preuß (27) auf dem Sprung in die absolute Biathlon-Weltspitze. Und fast genauso oft warfen sie Krankheiten und Verletzungen zurück. Kaum blieb sie davon verschont, wurde sie Dritte im Gesamtweltcup. Vor dieser Saison ist sie im Reinen mit sich und ihrer Umwelt. Gelingt ihr im Olympia-Winter der ganz große Coup? Ein Porträt.

Druck? "Da bin ich ganz unbelastet", sagt Franziska Preuß (27). Gerade hat sie ihre erste Trainingseinheit im Hohenzollern-Skistadion am Großen Arbersee beendet und noch ein paar Autogrammwünsche erfüllt. Geduldig, freundlich und mit einem Lächeln im Gesicht, das ausstrahlt: Da ist jemand im Reinen mit sich. Endlich.

Die Biathletin aus Haag/Oberbayern ist vor der in gut zwei Monaten startenden Biathlon-Saison eine der großen Hoffnungen im deutschen Kader. Das ist an sich nichts Neues, die Erwartungen in Preuß sind schon seit Jahren hoch. Doch dieses Jahr ist die Ausgangslage eine andere. Die 27-Jährige hat sich im vergangenen Winter still und heimlich in die absolute Biathlon-Weltspitze vorgekämpft. Sie wurde Dritte im Gesamtweltcup und war die vielleicht konstanteste Athletin des Winters. Das Problem: Auf dem Podest – und damit im Rampenlicht – stand sie selten, ganz oben nie. "Ich habe mich schon das ein oder andere Mal über den einen Fehler zu viel geärgert", sagt sie. Eine Saison mit vielen kleinen Ärgernissen kann im Biathlon eben einen ganz großen Erfolg ergeben. Für Preuß war es auch ein Sieg über den eigenen Körper.

"Das vergangene Jahr hat mir sehr gut getan"

Immer wieder war die Oberbayerin drauf und dran, in die absolute Weltspitze vorzudringen. Mindestens genauso oft machte ihr der Körper einen Strich durch die Rechnung. Immer wieder musste sie wegen Verletzungen, grippaler Infekte und deren Nachwehen Pausen einlegen oder den Weltcup-Winter frühzeitig beenden. Ausgerechnet während einer Pandemie war Preuß so gesund und fit wie nie. "Das vergangene Jahr hat mir und meinem Selbstvertrauen sehr gut getan. Da habe ich erst gemerkt, wie schön es sein kann, sich nicht dauernd zurückkämpfen zu müssen", sagt sie rückblickend. "Jede Krankheit verbraucht so viele Körner." Im vergangenen Winter konnte sie diese in die Loipe investieren.

Gesundheitlich will Preuß natürlich auch gut durch den kommenden Winter kommen. Dafür will sie weiter stark auf die Hygienemaßnahmen achten. In der Loipe und am Schießstand wird die Grundlage für die Saison in diesen Wochen gelegt. Vor allem am Stehendschießen – samt neuem Schaft am Gewehr – und der Kraft-Ausdauer hat sie zuletzt gefeilt. "Momentan läuft alles nach Plan", sagt Preuß, die gerne oberhalb des Großen Arbersees trainiert. Schon im Hochsommer war sie für einige Tage zum Training mit dem DSV-Perspektivkader hier. Perspektivkader? Noch so ein Schritt, der sich für Preuß ausgezahlt hat: Die beste deutsche Biathletin trainiert mit dem B-Kader. Das macht sie vor allem wegen dessen Trainer: Tobias Reiter (36). Mit ihm hat sie lange am Stützpunkt Ruhpolding zusammengearbeitet. Seit gut einem Jahr ist sie wieder in seinem Team. "Mehrere Wege führen nach Rom", sagt Preuß. "Ich kann von den jungen Athletinnen noch sehr viel lernen – und ich hoffe umgekehrt auch."

"Sehe, wie glücklich Simon mit dieser Entscheidung ist"

Auf einen langjährigen Begleiter auf der Biathlon-Tour muss Preuß ab diesem Winter verzichten: auf ihren Lebensgefährten Simon Schempp. Der 32-Jährige hat seine Karriere beendet und wird seine Freundin nun weitestgehend aus der Ferne verfolgen. Preuß sieht das pragmatisch: "Natürlich ist das schade, aber ich sehe, wie glücklich Simon mit dieser Entscheidung ist. Aber ich freue mich auch, wenn er bei der ein oder anderen Station mal dabei ist."

Ob er mit nach Peking fährt? Vielleicht. Nach dem Olympia-Sommer ist vor dem Olympia-Winter. Schon im Februar reist der Wintersport-Tross nach China. Natürlich will da auch Preuß dabei sein, allerdings, das gibt sie ganz offen zu, liegt ihr Hauptaugenmerk nicht darauf: "Ich habe ein etwas gespaltenes Verhältnis zu den Olympischen Spielen und bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich mich darauf freue oder es als Teil der Saison hinnehme", sagt sie. "Gerade diese Spiele werden sehr speziell. Keiner von uns war bisher in Peking, niemand kennt die Anlage und die Bedingungen, die dort herrschen." Ihr Fokus liegt auf dem Weltcup: "Ich hoffe, ich habe in diesem Winter ein paar mehr Ausreißer nach oben, das will ich mir auch selber beweisen." Wenn Franziska Preuß jemand Druck machen kann, dann nur sie selbst.

Das Porträt erschien gedruckt in der Heimatzeitung bereits am Freitag, 10. September, am Rande der Deutschen Biathlon-Meisterschaften im Hohenzollern Skistadion am Arber.












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