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"Ich habe gelebt wie ein 19-Jähriger"  |  17.09.2020  |  11:07 Uhr

Über Umwege zum Profi – und sein Glück in Haching: Flo Niederlechner im Interview

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Viel Grund zum Jubeln hatte Florian Niederlechner in der vergangenen Saison: Mit 13 Toren und acht Vorlagen war der Augsburger sechstbester Scorer der Bundesliga. −Foto: imagoimages

Viel Grund zum Jubeln hatte Florian Niederlechner in der vergangenen Saison: Mit 13 Toren und acht Vorlagen war der Augsburger sechstbester Scorer der Bundesliga. −Foto: imagoimages

Viel Grund zum Jubeln hatte Florian Niederlechner in der vergangenen Saison: Mit 13 Toren und acht Vorlagen war der Augsburger sechstbester Scorer der Bundesliga. −Foto: imagoimages


Typen wie er sind heute in der Bundesliga die absolute Ausnahme: Florian Niederlechner (29) vom FC Augsburg. Mit 19 Jahren stürmte der Oberbayer noch in der Landesliga, an eine Profi-Karriere dachte niemand. Doch dann kam alles anders, wie der heutige Star des FCA im Interview mit der Passauer Neuen Presse erzählt.

Herr Niederlechner, 7:0 im DFB-Pokal gewonnen, der FC Augsburg scheint gerüstet für die neue Saison?
Florian Niederlechner: Auf alle Fälle sind wir gerüstet. Wir hatten vor dem Pokal-Spiel schon einen richtig guten Test gegen Ajax Amsterdam. Wir haben zwar 0:1 verloren, aber eine starke Leistung gezeigt. Jetzt nach dem Pokal ist die Vorfreude groß auf die neue Saison und das erste Spiel bei Union Berlin – da wollen wir natürlich gleich einen Dreier holen.

Die abgelaufene Spielzeit war ja ein absolutes Highlight für Sie. 13 Tore, acht Vorlagen – steigt da der Erwartungsdruck?
Niederlechner: Nein, überhaupt nicht. Klar weiß ich, dass jetzt viele auf die Leistung der letzten Saison schauen werden. Aber ich bleibe da ziemlich cool und lasse mich keinesfalls unter Druck setzen. Ich versuche, mein Bestes zu geben und ähnlich viele Tore und Vorlagen zu erreichen.

Bitte erklären Sie uns doch mal ihre Leistungs-Explosion. Vor ihrem Wechsel zum FCA standen bei Freiburg vier Tore und eine Vorlage in der Statistik.
Niederlechner: Da gab es mehrere Faktoren. Erstens bin ich verletzungsfrei geblieben, was in den zwei, drei Jahren zuvor leider nicht gelungen ist. Dann hatte ich mit Martin Schmidt und Heiko Herrlich zwei Trainer, die voll auf mich gesetzt und mir viel Vertrauen gegeben haben. Und natürlich sind da meine Teamkollegen, die mir die Dinger wunderbar aufgelegt haben. Irgendwie bin ich durch das alles in einen richtigen Flow gekommen, in einen guten Rhythmus – es hat Spaß gemacht.

In Augsburg können Sie Bundesliga in unmittelbarer Nähe zu Ihrer Heimat spielen. Ein Vorteil?
Niederlechner: Klar. Ich denke, wenn man nicht glücklich ist oder sich nicht wohlfühlt, kann man keine Saison spielen wie die vergangene. Meine Familie und meine Freunde sind alle in Reichweite, das hat schon viele Vorteile. Vor drei Wochen hat mein Bruder geheiratet, da konnte ich dabei sein und durfte zwei Trainingseinheiten fehlen. Als ich noch in Freiburg gespielt habe, wäre das nicht so leicht möglich gewesen, weil es vom Weg her einfach zu weit gewesen wäre. Von daher: Die Kombination Augsburg und Bundesliga passt schon ziemlich perfekt.

Dass Sie mal in der Bundesliga landen, hat sich vor zehn Jahren nicht unbedingt angedeutet.
Niederlechner (lacht): Stimmt, da hat es alles andere als nach einem Fußballprofi ausgeschaut. Wenn ich damals jemandem gesagt hätte, ich spiele später mal Bundesliga, hätten sie mich für verrückt erklärt. Von daher her bin ich jetzt umso glücklicher, dass ich das alles erleben kann.

Blicken wir mal zurück ins Jahr 2010.
Niederlechner: Da habe ich noch ganz normal gearbeitet, das ist schon Wahnsinn. Ich spielte beim FC Ismaning in der Bayernliga, wir waren damals auch zu Gast beim SV Schalding-Heining. Die Saison lief sehr gut für mich. Bei der Spvgg Unterhaching sprang zu dieser Zeit der Hauptsponsor ab. Dann ging es ziemlich schnell. Haching setzte voll auf Spieler aus der Region, Präsident Manni Schwabl wollte mich unbedingt – und dann habe ich mit meinem Chef geredet, mit meiner Familie, und jeder hat gesagt, ich soll es versuchen. Gott sei Dank habe ich es versucht.

Sie hatten zu dieser Zeit keine Gedanken an den Profifußball?
Niederlechner: Nein gar nicht. Da war nicht ein Prozent. Ich habe damals auch nicht gelebt wie ein Fußballspieler. Ich habe gelebt wie ein ganz normaler 19-Jähriger. Ich war am Wochenende unterwegs, ab zu auch unter der Woche (lacht). Fußball in Ismaning war einfach ein bisschen Nebenverdienst. Es hat Spaß gemacht, wir hatten eine geile Truppe. Aber ans Profigeschäft habe ich keinen Gedanken verschwendet. Mein Plan war, mich fortzubilden in der Arbeit. Aber wenn dann so eine Chance kommt, da musst du das natürlich machen.

Anders als die meisten Spieler waren Sie nie in einem Nachwuchsleistungszentrum, wurden nicht frühzeitig auf den Profifußball gepolt. Hat dieser Weg auch Vorteile?
Niederlechner: Ein Vorteil ist sicher, dass ich das normale Leben kennengelernt habe. Weggehen, mit Freunden rumhängen, die Jugend genießen. Und ich weiß, was es heißt, um 5 Uhr morgens aufzustehen, um halb sechs die Arbeit zu beginnen, abends dann Fußballtraining und um 23 Uhr wieder nach Hause kommen. Von daher schätzte ich es umso mehr, dass ich jetzt Fußballprofi bin.

Den Amateurfußball dürften die wenigsten Profis im Blick haben. Bei Ihnen ist das anders. Sie haben kürzlich sogar eine Liebeserklärung an den Amateurfußball abgegeben.
Niederlechner: Ja, das stimmt. Weil ich selbst lange im Amateurfußball unterwegs war. Am Sonntag zum Beispiel, wenn ich alleine bin, fahre ich ab und zu mit dem Roller in Augsburg rum und schaue bei Amateurspielen in der Nähe vorbei. Mein bester Freund spielt bei meinem Heimatverein, da bin ich auch gerne vor Ort. Mich freut es total, dass die Amateure nach der Corona-Pause jetzt auch wieder spielen dürfen.

Interview: Andreas Lakota

Das gesamte Interview lesen Sie hier nach kostenloser Anmeldung auf PNP Plus. Der Text erschien am Donnerstag, 17. September, im Sportteil der Passauer Neuen Presse.












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Dokumenten Information
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Pl. Mannschaft Sp. Torverh. Punkte
1.
Leipzig
5
12:3
13
2.
Bayern München
5
22:8
12
3.
Dortmund
5
11:2
12
4.
Stuttgart
6
11:7
9
5.
Leverkusen
5
6:3
9
6.
Mönchengladbach
5
8:8
8
7.
Bremen
5
7:7
8
8.
Frankfurt
5
7:9
8
9.
Hoffenheim
5
9:7
7
10.
Wolfsburg
5
4:3
7
11.
Augsburg
5
6:6
7
12.
Union Berlin
5
8:6
6
13.
Freiburg
5
6:9
6
14.
Bielefeld
5
4:8
4
15.
Hertha BSC Berlin
5
9:12
3
16.
Köln
5
5:9
2
17.
Schalke 04
6
3:20
2
18.
Mainz
5
4:15
0





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