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01.08.2019 | 06:00 Uhr

Gedächtnisturnier in Natternberg für Ex-Funktionär der NPD sorgt für Verwunderung

von Sebastian Lippert

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−Symbolbild: Duschl

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Über 600 Kinder, 54 geladene Mannschaften und drei Tage Dauerfußball: Keine Frage, das vom TSV Natternberg von 28. bis 30. Juni veranstaltete Juniorenturnier war ein Spaß für Groß und Klein und, nicht zu vergessen, ein außerordentlicher organisatorischer Kraftakt des Vereins. Nur der offizielle Name des Wettbewerbs verwundert: Der TSV taufte es zum "Schalk-Konrad-Gedächtnisturnier".

Gedacht wird des 2014 verstorbenen Konrad Schalk. Ein Mann, der sich Zeit seines Lebens für den TSV Natternberg aufopferte. Der Brote schmierte, Luft in Bälle pumpte, Ausflüge einfädelte. Der aber eben auch derjenige ehemalige stellvertretende NPD-Kreisvorsitzende war, der im Januar 1975 bei einer Versammlung in Niederpöring gegen Juden hetzte, und zwar so heftig, dass der damalige NPD-Landesvorsitzende Walter Bachmann nicht anders konnte, als Schalk parteiintern mit einem Redeverbot zu belegen.

Christian Halser, Abteilungsleiter der Fußball-Sparte und Turnierorganisator, betont, ihm sei der politische Hintergrund Schalks völlig unbekannt gewesen. Schwer vorstellbar ist, dass niemand im Verein Kenntnis hatte: Mindestens Ewald Treml, der 1. Vorsitzende, hätte sich an den März 2009 erinnern können.

Knapp über zehn Jahre ist es her, dass Konrad Schalk von seiner Vergangenheit eingeholt wurde. Im Namen des damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler hatte Deggendorfs Landrat Christian Bernreiter im März 2009 die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland an Schalk überreicht. Mit anwesend: Ewald Treml, schon damals 1. Vorsitzender des TSV.

Alle waren sie sich einig: Wenn einer diese Auszeichnung verdient hat, dann Konrad Schalk. Von dessen politischer Vergangenheit bei der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands wussten die handelnden Personen zum Zeitpunkt der Verleihung nichts. Recherchen der PNP deckten die Sache damals auf, die Fehlerkette reichte bis auf Bundespräsidialebene. Ungeklärt sind die Umstände, unter denen das Turnier diesen Namen verpasst bekam. Ewald Treml (64) lässt jegliche Kontaktversuche unbeantwortet, ob telefonisch oder via E-Mail.

Schalk selbst stritt fast alle Vorwürfe, die durch Zeitungsartikel und weitere Dokumenten zweifelsfrei belegt waren, vehement ab. Nur der NPD, der sei er schon beigetreten, "aus einer Laune heraus", und auch nur für ein halbes Jahr, irgendwann 1964. "Selbstverständlich", sagte Landrat Bernreiter damals hinterher, "hätte es keine Ehrung gegeben, wenn das bekannt gewesen wäre."

Ungeklärt sind die Umstände, unter denen das Turnier diesen Namen verpasst bekam. Ewald Treml (64) lässt jegliche Kontaktversuche unbeantwortet, ob telefonisch oder via E-Mail. Stattdessen antwortet Christian Halser auf die Anfrage der Heimatzeitung, verweist dabei aber lediglich darauf, von alldem nichts gewusst zu haben.

Ein großer Name auf der Gästeliste des Turniers war der SSV Jahn Regensburg. Dazu muss man wissen: Der Jahn ist Kooperationspartner des TSV Natternberg – und bleibt das auch weiterhin, unter einer Bedingung: "Der SSV Jahn geht davon aus, dass sich die Verantwortlichen des TSV (Natternberg) in der Sache klar positionieren werden. Vor diesem Hintergrund sieht der SSV die grundsätzlich sehr gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit nicht nachhaltig beeinflusst", teilt der Verein auf Anfrage mit.

Mehr dazu lesen Sie in der Printausgabe.












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