Alpenstadt City&Trail in Bad Reichenhall
Marc Dürr und Elise Poncet mit neuen Bestzeiten: Streckenrekord beim Hochstaufen-Rennen

20.05.2024 | Stand 20.05.2024, 19:53 Uhr

Die Top 3 des Hochstaufen-Trailruns bei den Damen mit Siegerin Elise Poncet aus Frankreich (Mitte), der zweitplatzierten Österreicherin Anna Plattner (links) sowie Silvia Schwaiger vom Salomon Running Team Austria auf Position 3. − Foto: Thoma

Gänsehautfeeling am Start, als das international besetzte Teilnehmerfeld des Hochstaufen-Trailruns beim Alpenstadt City&Trail von Reichenhalls Oberbürgermeister Dr. Christoph Lung ins Rennen geschickt wurde. Marc Dürr (Salomon Running Team Deutschland), der zweitplatzierte des Vorjahres, legte einen glatten Start-Ziel-Sieg mit Streckenrekord hin. Bei den Damen setzte die Französin Elise Poncet (Team Arc’teryx) neue Maßstäbe.

19 Kilometer und 1350 Höhenmeter lagen vor den Athleten, die nicht nur aus ganz Europa, sondern sogar aus dem Iran, Irak, China, Brasilien und Neuseeland antraten. 28 Nationen waren gemeldet. Zu Beginn ging’s für das Teilnehmerfeld flach dahin bis in den Ortsteil Nonn. Von da liefen sie hinauf zur Padinger Alm, über den ausgesetzten schwierigen Steig „Stoanane Jaga“ zum Reichenhaller Haus und über den Normalweg „Barthlmad“ wieder hinunter.

Hier geht’s zur Bildergalerie

Die Zwischenzeitnehmung an der Padinger Alm erreichte als erster Dürr (19:06 Minuten). Ihm unmittelbar auf den Fersen war Titelverteidiger Hans-Peter Innerhofer (Salomon Running Team Austria/19:08). Rund 20 Sekunden hinter dem Duo passierte der Schweizer Rémy Dénervaud die erste Zeitnahme. Bei den Damen führte die Slowakin Silvia Schwaiger (22:15) das Feld vor Poncet (22:21) an. Doch die eigentlichen Streckenherausforderungen gingen bei der Padinger Alm erst los: Der Hochstaufen-Trailrun gilt als technisch äußerst anspruchsvoll, das Gelände ist steil und ausgesetzt. Skibergsteiger Dürr kam das zugute. Er behielt auch bergauf die Führung und erreichte nach 1:07:06 Stunden das Reichenhaller Haus, ihm folgten Lukas Gasser (Team Scarpa/1:09,46) aus Italien und Hans-Peter Innerhofer (1:09,47). Bei den Damen kam zunächst Poncet (1:19,14) am höchsten Punkt an, gefolgt von Anna Plattner (1:20,19) aus Österreich und Silvia Schwaiger (1:20,50).

Konzentration und Trittsicherheit gefragt

Ab dem Reichenhaller Haus ging’s dann nur noch abwärts, wobei der Downhill beim Trailrun oft entscheidender für den Rennausgang ist als der Aufstieg. Absolute Konzentration und Trittsicherheit waren gefragt. Dürr gab weiter ordentlich Gas und war als Erster am Nonner Stadion und damit zurück im flachen Gelände. Auf Asphalt ging’s an der Saalach entlang rund drei Kilometer ins Ziel am Rathausplatz. Mit scheinbar lockeren Beinen ließ er sich vom Applaus der vielen Zuschauer und unter Anfeuerung der Cheerleader des TSV Bad Reichenhall über die Ziellinie tragen. Mit 1:49:39 Stunden setzte Dürr eine neue Bestmarke und verbesserte die Zeit aus dem Vorjahr um 51 Sekunden. Verfolger Innerhofer (1:52:10) blieb diesmal nur Rang 2. Der alte und neue Drittplatzierte heißt Gasser (1:52:37). „Je länger der Berg wurde, desto mehr konnte ich meine Fähigkeiten ausspielen und einen Vorsprung rauslaufen. Ich bin froh, dass er gereicht hat. Es hat richtig Spaß gemacht, super Strecke, super Event“, sagte Sieger Dürr im Ziel.

Bei den Damen flog Poncet (2:06:27) förmlich hinunter ins Tal und verwies Anna Plattner (2:09:07) und Silvia Schwaiger (Salomon Running Team Austria/ 2:10:12) auf die Plätze 2 und 3. Es sei eine sehr abwechslungsreiche, schnelle und herausfordernde Strecke, so die Französin, die erstmals an den Start ging.

320 Teilnehmer am Start

Die 400er Teilnehmer-Marke konnte am Hochstaufen nicht ganz geknackt werden, 370 Athletinnen und Athleten waren für den Lauf gemeldet, an den Start gingen 320. Der älteste Athlet war der 70-jährige Hans Schinko (TSV 1860 Fanclub Bad Reichenhall-Piding), der jüngste im Feld war Jan Tengler (18 Jahre) aus Eching in Niederbayern. Als Lokalmatadoren der Region waren unter anderem Ex-Profi-Triathlet Stefan Holzner, Florian Holzinger und Mario Lehmann vertreten. Richard Utzmeier aus Freilassing lief sowohl den Hochstaufen-Trailrun als auch den 10-Kilometer Citylauf am Abend.

Troppmann und Leineweber siegen bei 10-Kilometer-Cityrun

Die Sieger des 10-Kilometer-Cityruns heißen Kajetan Troppmann (LG Telis Finanz Regensburg) und Annika Leineweber. Insgesamt waren auf der Distanz 183 Einzelstarter gemeldet und weitere 18 dreiköpfige Staffeln. Auf dem neuen 5,5 Kilometer langen Klosterhof-Citytrail wagten sich bei der Erstauflage 96 Läufer und Nordic Walker an den Start. Der Kurs führte das Teilnehmerfeld über die Ludwig- und Salzburger Straße bis nach St. Zeno und den Königlichen Kurgarten, den Ortenaupark und die Poststraße zurück zum Rathausplatz. Die Aktiven absolvierten die Runde dreimal.

Bei den Herren lief Troppmann vom Anfang weg an der Spitze mit, konnte sich dann jedoch absetzen. Nach 33:09 Minuten passierte er die Ziellinie am Rathausplatz. Seinem direkten Verfolger Simon Kugler (Union Leibenau) nahm Troppmann 20 Sekunden ab. Platz drei ging an Florian Prambs (TSV Palling). Bei den Damen legte Leineweber (35:32) einen Start-Ziel-Sieg hin und lief den Konkurrentinnen regelrecht davon. Die Zweitplatzierte Mikki Heiß (LG Telis Finanz Regensburg) kam rund fünfeinhalb Minuten hinter der Gewinnerin ins Ziel (41:06). Das Podest komplettierte Therese Wagenleitner (ASV Salzburg/ 42:28). Bei den Staffeln waren das Team der SG Schönau mit Simon Nüß, Maxi Thaumiller und Anna Thaumiller nicht zu schlagen (35:26). Auf Rang zwei folgten „Die durstigen 3“ mit Christian Frömter, Manfred Schmelz und Albert Hinterstoißer (38:25). Den Bronzerang holten sich die „Lang-Läufer“ mit Holger, Monica und Nico Lang (43:19).

Neuer Klosterhof-Citytrail hat sich bewährt

Erstmals gab’s mit dem Klosterhof-Citytrail eine Mischung aus City- und Trailrun, der die Läufer ebenfalls durch die Innenstadt, jedoch auch durchs stadtnahe Kirchholz-Gelände führte. Dabei legten sie circa 5,5 Kilometer und 100 Höhenmeter zurück. Bei der Premiere nahmen 89 Aktive teil. Als Tagesschnellster kristallisierte sich Joey Dohle (TSV Chieming Triathlon/20:33) vor Uli Stocker (TV Geiselhöring/20:59) und Tobias Mühlbauer (RSV Freilassing Triathlon/22:08) heraus. Bei den Damen setzte sich Johanna Nitzinger (SC Ainring/23:20) durch und verwies ihre Vereinskolleginnen Laura Stocker (23:23) und Stefanie Koch-Ortner (24:18) Minuten auf die Plätze. „Aktuell wird Trailrunning immer populärer, und da unser Hochstaufenlauf für Newcomer viel zu anspruchsvoll ist, haben wir diese neue Strecke aufgenommen. Das Konzept ist aufgegangen“, freut sich Martin Dufter, 2. Vorsitzender des TSV Bad Reichenhall. Den Termin fürs kommende Jahr gaben die Verantwortlichen bereits bekannt: Die 4. Auflage des Alpenstadt City&Trail geht am 24. Mai 2025 über die Bühne.

Neuer Teilnehmerrekord beim Kinderlauf

Beim Kinderlauf waren 147 Buben und Mädchen zwischen sechs und 14 Jahren am Start. Erstmalig gab’s zwei Distanzen. Die Klassen U8 (Jahrgänge 2017/’18) und U10 (’15/’16) liefen eine 700-Meterschleife durch die Ludwigstraße, Schachtstraße und Poststraße. Angefeuert von Eltern, Familie und Freunden dauerte es gerade mal knapp über zwei Minuten, da waren die schnellsten Kids schon wieder zurück am Rathausplatz. Bei den Jungs waren Samuel Seidl (2:21,44 Minuten), Florian Grassl (SG Schönau/2:21,45) und Lorenz Hohenwarter (UFC St. Martin/Lofer/2:29,04) am flottesten. Bei den Mädchen waren Pia Wappler (SC Anger/2:37,80), Magdalena Breu (SG Schönau/2:29,04) und Viktoria Loesdau (2:41,72) am zügigsten unterwegs.

Die älteren Buben und Mädchen U12 (’13/’14) und U 14 (Jahrgang ’11/’12) wurden anschließend ins Rennen geschickt. Sie absolvierten die Runde zweimal. Am schnellsten bei den Jungs waren Thomas Nüß (LC Chiemgau-Steigenberger/4:35,67), Jannik Süsskind (4:45,26) und Sebastian Hohenwarter (UFC St. Martin/Lofer/4:45,75). Bei den Mädchen hießen die Besten Magdalena Irlinger (SG Schönau/4:44,47), Nora Ersek (4:52,42) und Janina Schach (beide TSV Bad Reichenhall/ 4:52,42). „Als Sportverein ist uns Kinder- und Jugendarbeit sehr wichtig. Es ist super, dass heuer so viele Kinder dabei waren – trotz Pfingstferien. Etliche haben noch nachgemeldet. Der Kinderlauf ist für mich ein Highlight des Tages“, betont Dufter.

− red