Unter 14 Mannschaften
Kendler/Tassani-Prell stark: Als Mixed-Team beim Mezzalama Skyclimb in Italien auf Rang 3

09.07.2024 | Stand 09.07.2024, 17:43 Uhr |

Das heimische Duo Carolin Kendler und Stephan Tassani-Prell auf dem Grat zwischen Colle della Bettolina (3100 Meter) und dem höchsten Punkt der Strecke, der Rifugio Quintino Sella Felik (3585). − Foto: Veranstalter

„Wir freuen uns riesig über den 3. Platz im Mixed-Team. Leider konnte die Originalstrecke über den Castor mit 4226 Metern nicht gelaufen werden.“ Mit diesen Worten kehrte Berg- und Traillauf-Urgestein Stephan Tassani-Prell vom SC Ainring vom Mezzalama Skyclimb aus Italien zurück. Zusammen mit Teampartnerin Carolin Kendler vom SV Oberteisendorf, die für ihren kurzfristig erkrankten Lebensgefährten Johannes Strohmaier (Tassanis Stamm-Teampartner „für spezielle sportliche Aufgaben“) einsprang, kamen die beiden heimischen Ausdauersportler auf den hervorragenden Bronze-Rang unter 14 Mixed-Teams, die das Ziel erreichten. Damit waren sie zugleich das beste der drei deutschen Duos, das gemeinsame Akklimatisationsprogramm hatte sich also ausgezahlt.

Besonders beeindruckend ist die Leistung von Kendler, die eher nicht auf den Trails, sondern auf dem Rennrad bei großen Radmarathons und im Winter auf Langlaufskiern anzutreffen ist. Sie meisterte die technisch anspruchsvolle Strecke bravourös. Freilich sammelte die junge Oberteisendorferin bereits reichlich alpine Erfahrung mit ihrem Freund auf einigen Alpen-Viertausendern. Zum Trailrunning fand sie im vergangenen Jahr beim Drei-Pässe-Trek im nepalesischen Everest-Gebiet zusammen mit Barbara und Stephan Tassani-Prell.

Vorbereitung nicht gerade Wetter-begünstigt

Jedoch war die Vorbereitung mit je zwei Nächten auf der Hohsaas-Hütte (3140 Meter) bei Saas Fee in der Schweiz und auf der Rifugio Guide della Val d’Ayas (3420) im Aostatal nicht gerade Wetter-begünstigt. Dennoch nützten die drei Sportler, Kendler und das Ehepaar Tassani-Prell, die ein oder andere Wolkenlücke für eine kleine Skitour aufs Lagginjoch (3499) oder die Besteigung des Breithorn-Westgipfels (4164). Schon dort wurde der „Extrem-Berglauf“ wegen ungünstiger Wetterprognosen um einen Tag nach hinten verschoben: In der Hoffnung, dass die auf 100 Zweier-Teams limitierte Veranstaltung den schmalen, ausgesetzten Castor-Gipfelgrat in Angriff nehmen können.

Nachdem jedoch bis tief in die Nacht ein heftiges Gewitter getobt hatte und die Bäche im Ayas- und Aosta-Tal über die Ufer getreten waren sowie im oberen Streckenabschnitt heftige Neuschneemengen dazukamen, mussten die Organisatoren eine Ersatzstrecke ins frische Weiß zaubern. Diese war mit 21 Kilometern und 2050 Höhenmetern rund 4000 Meter kürzer und wies 500 Höhenmeter weniger auf. Bei der umfangreichen Pflichtausrüstung durfte aufgrund der Streckenänderung auf das Zwölf-Meter-Seil und den Pickel verzichtet werden, Klettergurt, Steigset und -eisen sowie Helm waren jedoch von allen Teilnehmern mitzuführen.

Für die knapp 200 Teilnehmer aus neun Nationen ging’s aus dem Bergdorf St. Jacques (1670) über die Pian di Verra inferiore (2069) und die Pian di Verra superiore (2394) entlang des reißenden Verra-Baches zunächst durch Lärchenwälder und idyllische Almwiesen, ehe eine Moränen-Gletscher-Landschaft die Szenerie rasch änderte. Es folgten steile Schneefelder zum Colle della Bettolina (3100) und ein technisch anspruchsvoller Grat, teilweise mit Fixseilen gesichert, bis zum höchsten Punkt, der Rifugio Quintino Sella Felik (3585). Nach einem flotten Downhill im Neuschnee Richtung Gressoney-Tal folgte ein erneuter, kurzer sowie steiler Anstieg in weglosem Gelände zum Bettolina-Pass. Dort wurde die Aufstiegsroute touchiert, ehe es unspektakulär, aber steil über die Rifugio Ferraro (2066) zurück nach St. Jacques ging.

Duo Simona Checcucci und Nicolo Raffaelli gewinnt

Bei den Herren siegten die favorisierten italienischen Weltklasse-Trailrunner und -Skibergsteiger Tadei Pivk und William Boffelli in sagenhaften 2:39:20 Stunden und einem 13-Minuten-Vorsprung. Beste Damen waren die Schweizerinnen Marianne Fatton und Gaelle Perrier (3:41:48). Als schnellstes Mixed-Team überzeugten Simona Checcucci und Nicolo Raffaelli aus Italien (3:44:33) vor ihren Landsleuten Passare/Pizzalo (4:08:56) und Kendler/Tassani-Prell (4:23:04). Bei der Siegerehrung im Festzelt fand eine beeindruckende Veranstaltung bei Pasta und Bier ihren würdigen Abschluss.

− bit