Rennrodler mit klarer Meinung

„Packts zam und kommts nach Hause“: Felix Loch fordert deutsche Nationalmannschaft zur Abreise auf

22.11.2022 | Stand 22.11.2022, 17:45 Uhr

Mit seiner Aufforderung an die deutsche Fußball-Nationalmannschaft, in die Heimat zurückzukehren, hat Felix Loch viel Aufmerksamkeit erzeugt. −Foto: imago images

Von Kilian Pfeiffer

„Was im vergangenen halben Jahr passiert ist, hat meine Sicht der Dinge verändert“, sagt der Berchtesgadener Mehrfach-Olympiasieger Felix Loch. Mit dem an die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gerichteten Kommentar „Packts zam und kommts nach Hause“ hatte der Rennrodler in sozialen Netzwerken für Aufmerksamkeit gesorgt. „Ein zweites Mal würde ich nicht nach China reisen“, sagt er über seine Olympiateilnahme.

Dass die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nun doch nicht die „One Love“-Kapitänsbinde beim ersten Spiel tragen darf und sich damit dem Diktat der Fifa beugt, stößt Loch sauer auf. „Die FIFA missbraucht ihre Macht. Ich finde das einfach krass“, sagt Loch am Telefon. Dass sein Kommentar für so viel Resonanz sorgen würde, damit hatte Loch nicht gerechnet. „Der Krieg in der Ukraine und was gerade im Iran hinsichtlich der Menschenrechte passiert, das ist der Wahnsinn“, sagt Loch. Der 33-Jährige engagiert sich seit Kriegsbeginn für ukrainische Flüchtlinge, war mehrfach im Land für Spendentransporte. „Gerade wir Sportler, aber natürlich auch alle anderen sollten für Menschenrechte einstehen“, sagt Loch. Die Menschenrechtslage in Katar sei verheerend. Einfach mitmachen, des Sportes willen? „Ein ‚Weiter so‘ kann es nicht mehr geben“, betont er.

Loch bereut Olympiateilnahme in Peking

Die vergangenen Monate seien für ihn lehrreich gewesen, „ich bin älter geworden, habe mir Gedanken gemacht, mein Weitblick hat sich verändert“, sagt er. Dass er selbst Teil der Olympiamannschaft in China war und am sportlichen Großereignis teilnahm, in einem Land, in dem es um Menschenrechte nicht gut bestellt ist, bereut er im Nachhinein. „Heutzutage würde ich nicht mehr hinfahren“, sagt er. Selbiges hätte er sich von deutschen Sportlern gewünscht, „auch wenn es klar ist, dass man vielleicht nur einmal an einer Weltmeisterschaft teilnehmen kann“. Begrüßt hätte er es, wenn Nationalspieler wie Manuel Neuer die Binde getragen und damit „aufgestanden wären und ein Zeichen gesetzt hätten“.

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