Unter der 28-Minuten-Schallmauer
Telis-Läufer Filimon Abraham macht’s in London wieder magisch

21.05.2024 | Stand 21.05.2024, 17:28 Uhr

Filimon Abraham (vorne) unterstrich in London mit einer Topzeit seine Topform. Foto: Hörnemann

Filimon Abraham von der LG Telis Finanz Regensburg hat bei der „Night of the 10k Pbs“ innerhalb von vierzehn Tagen zum zweiten Mal das Kunststück fertig gebracht, die 25 Bahnrunden unter 28 Minuten zu laufen. Als amtierender deutscher Meister blieb er in 27:48,82 Minuten deutlich unter der für die Läufer so magischen Barriere.

Teamkollege Simon Boch blieb dieses ganz besondere Erfolgserlebnis bei wieder sehr guten 28:06,71 Minuten ein weiteres Mal verwehrt, was er am Ende des Tages mit dem ernüchternden Satz „Es will halt nicht sein“ kommentierte.

Der dritte Regensburger im Bunde, Konstantin Wedel, im Vorjahr noch Sieger des B-Laufs, musste die angestiegenen Anforderungen in diesem Jahr anerkennen und blieb diesmal als Sechzehnter des Rennens bei 29:01,13 Minuten hängen, was allerdings lediglich 16 Sekunden über seinem Hausrekord des vergangenen Jahres liegt. Für Telis-Läuferin Miriam Dattke endete das Londoner Unternehmen im läuferischen Nirwana mit einem „DFN“, was nichts Anderes bedeutete, als dass sie das Rennen aufgeben musste.

Progressiver Start

Im Überschwang seines erst vierzehn Tage alten ersten deutschen Meistertitels ging Filimon Abraham das Rennen mit einer ersten Hälfte in 13:52 Minuten schon sehr progressiv an und brachte sein erneutes Meisterstück als Neunzehnter in einem Weltklassefeld mutig zu Ende. Als Zwölfter war Nils Voigt, der nationale Titelträger des Vorjahres mit 27:41,92 Minuten ein paar Sekunden schneller als der Regensburger. Die beiden Telis-Asse werden Deutschland nun in drei Wochen bei den Europameisterschaften in Rom im Halbmarathon vertreten.

Für Miriam Dattke, das weibliche Pendant der beiden, gestaltete sich das Rennen diesmal weit komplizierter als im Vorjahr, als ihr ein überragender Lauf mit einer überragenden Zeit gelang (31:10,21). Schon ganz am Anfang hing sie ziemlich orientierungslos, völlig losgelöst von Leidensgenossinnen, mehrere Runden alleine unterwegs zwischen der Führungsgruppe und den ersten Verfolgerinnen. Nach 15:48 Minuten bei Halbzeit gab Miriam Dattke das Rennen zirka sieben Minuten später auf.

Klappt‘s für Dattke mit der EM?

Weit besser machte es Deutschlands „Rising Star“ Lisa Merkel (Tübingen) als Zwölfte mit überraschenden 31:58,55, bis zu Dattkes Ausstieg noch zeitgleich mit der Regensburgerin. Wie es nun bei der Telis-Läuferin in Rom bei den Europameisterschaften weitergeht, wird die endgültige Nominierung durch den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) zeigen.

Konstantin Wedel bestätigte seine Leistung als Dritter der deutschen Meisterschaften in Wassenberg, brauchte in London nur zwei Sekunden länger als noch vor 14 Tagen, musste aber zur Kenntnis nehmen, dass ihm die lange Erkältungsunterbrechung in der Vorbereitungszeit „viel zu viele Körner“ gekostet hatte, um eine neue persönliche Bestleistung aufstellen zu können. Besser machte es der Leverkusener Jonathan Dahlke, der in 28:31,74 finishte, bei der DM aber noch hinter Wedel lag.

orv