5. Pokal zu Ehren der Funktionärin
Sylvia Högele hätte ihre helle Freude gehabt – 68 Turnerinnen aus der Oberpfalz am Start

23.05.2024 | Stand 23.05.2024, 5:00 Uhr

Für die meisten Mädchen das anspruchsvollste Gerät: Marie Listl am Stufenbarren Fotos: Benedikt Franz

Fast schon traditionell am Muttertag maßen sich die Kürturnerinnen der Oberpfalz beim Sylvia-Högele-Pokal, der dieses Jahr zum fünften Mal über die Bühne ging.

Turnerinnen im Alter von acht bis 28 Jahren präsentierten in der Zweifachturnhalle in Cham ihre Übungen. Der Turnbezirk Oberpfalz hatte geladen, vier Vereine hatten gemeldet. Der SV Fortuna Regensburg, der TSV Adlersberg, der ASV Cham als Ausrichter aus dem Turngau Oberpfalz Süd sowie der TuS Mitterteich vom Turngau Nord.

Nachdem Bezirksfachwartin Steffi Franckenstein die Begrüßung übernommen hatte, erzählte Birgit Franz von Sylvia Högele, der zu Ehren der Wettkampf alle zwei Jahre ausgerichtet wird. „Sylvia“, so die Vizepräsidentin und Trainerin des ASV Cham, „hat sich immer dafür eingesetzt die Leute ins Ehrenamt zu bringen und sowohl zu bilden als auch den Turnsport weiterzubringen.“ Nach langen Jahren der Pause hatte Högele, die unter anderem Vizepräsidentin des Bayerischen Turnverbandes war, das Kürturnen in der Oberpfalz belebt. „Viel zu früh habe die umtriebige Trainerin und Funktionärin sterben müssen, aber ihr Andenken werde in Ehren gehalten. Eine Tafel mit vielen Fotos im Eingangsbereich zeigt die immer freundliche Sylvia Högele. Högele hätte wohl ihre helle Freude gehabt an den 68 Starterinnen.

Alle Übungen werden speziell nach den Fähigkeiten und dem Können jeder Turnerin zusammengestellt. Das verlangt einiges an Arbeit und auch an Wissen um die Wertungsvorschriften. Kein Problem für den ASV Cham, der mit Sandra Fischer in seinen Reihen – der zuständigen Kampfrichterwartin des Bezirks – sowie vier B-Kampfrichterinnen gut aufgestellt ist. Im Einsatz waren Elisa und Sarah-Mia Wutz, Valerie Hahn, Mona Höcherl und Vanessa Krebs.

Elegant mit passender Musik

In den verschiedenen Leistungsklassen steigen die Anforderungen und auch die Anzahl der Elemente, die gezeigt werden müssen. Am Boden handelt es sich dabei um akrobatische Serien, also zum Beispiel die Radwende mit Flick-Flack in Verbindung, gymnastische Elemente, wie Sprünge und Drehungen, bodennahe Elemente – elegant präsentiert mit der passenden Musik.

Auch am Schwebebalken, bekanntlich nur zehn Zentimeter breit, gilt es einige Anforderungen zu erfüllen. Akrobatische Elemente, eine ganze Drehung auf einem Bein ist immer dabei, balkennahe Elemente, und das möglichst ohne Sturz vom Gerät, denn dieser bedeutet immer gleich einen ganzen Punkt Abzug in der E-Note. Am Stufenbarren gilt es, möglichst schwungvoll und ohne große Pausen durch die Übung zu kommen: Für die meisten Mädchen ist es das anspruchsvollste Gerät. Der Sprungtisch ist das vierte Gerät; hier werden Handstützüberschlag mit und ohne Drehungen oder auch ein Tsukahara (1/2 Drehung in der ersten Flugphase und ein Salto rückwärts in der zweiten Flugphase) gezeigt. Die Jüngsten dürfen auch noch einen Handstützüberschlag auf dem niedrigeren Mattenberg in die Rückenlage zeigen. Allerdings gibt es hierfür null Punkte in der D-Note (Schwierigkeit). Aber meist zahlt sich eine sicher gezeigte einfachere Übung aus, denn hier kann die Turnerin maximal zehn Punkte für die Ausführung erhalten (E-Note).

Bereits die Jüngsten glänzen

Der Wettkampf begann mit der einfachsten Leistungsklasse (LK4). In der jüngsten Altersklasse 8/9 Jahre traten drei Turnerinnen an. Ina Strobl vom ASV Cham erturnte sich die silberne Trophäe (40,35 Punkte), knapp dahinter folgte Marina Wutz (39,25). Über einen ersten Platz durfte sich Leni Bräu (AK 10/11 Jahre) freuen (47,15), Platz drei ging an Sophia Bauer mit 46,40 Punkten. Marlene Staudacher wurde Siebte (37,65) und Greta Meda Achte (36,35).

Für diese Mädchen war es der erste Kürwettkampf. Trainerin Vanessa Krebs stellte für jedes Talent die passende Übung zusammen. Es ist von Vorteil, wenn die Trainerin gleichzeitig eine versierte Kampfrichterin ist und sich bestens mit den Anforderungen auskennt.

In der Altersklasse 12/13 und 14/15 waren in der LK 4 keine Turnerinnen des ASV am Start.
Aber in der Altersklasse 18 bis 28 Jahre ging nach einigen Jahren Wettkampfpause Laura Oblak (Jg. 1998) ins Rennen. Etwas nervös nach der langen Pause gelang ihr der Sprung aufs Treppchen: Platz drei mit 43,5 Punkten und nur 0,4 Punkten Abstand zum zweiten Platz.

Zur Siegerehrung standen der Turngauvorsitzende Stefan Niebler (selbst früher Trainer bei der SV Fortuna Regenburg) zur Verfügung, unterstützt wurde er von Edith Lindner, langjährige Funktionärin des Turngaues. Jede Turnerin bekam nicht nur einen Pokal oder eine Medaille, sondern auch ein Handtuch mit dem Logo des Sylvia-Högele-Pokals.

Weiter ging es mit den Leistungsklassen 2 und 3. Da steigen die Anforderungen und Schwierigkeiten und die Zuschauer durften tolle Übungen bewundern. Die ASV-Mädchen von Trainerin Tessa Heyes starteten
erstmals in der LK3. Die jüngsten Starterinnen waren zehn und elf Jahre alt. ASV-Talent Madeleine Birner durfte sich über einen dritten Platz (43,85 Punkte) freuen.

Acht Chamerinnen turnten in der Altersklasse 12/13 Jahre. Platz eins mit 46,80 Punkten errang Filis Wilder, Eva Aschenbrenner kam knapp dahinter mit 46,25 Punkten und Nina Kaiser folgte auf dem dritten Platz (45,25). Auf dem kompletten Treppchen standen somit ASV-Turnerinnen. Doch auch auf den Rängen folgen Chamerinnen mit Platz fünf für Lili Lommer (44,55 ). Sechste wurde Lena Simmel (44,35), Siebte Emma Heinze (43,25) und Achte Marie Listl Platz (42,35). In der Altersklasse 14 bis 17 Jahre startete Sarah-Mia Wutz. Sie erreichte mit 42,90 Punkten und nur 0,3 Punkte Abstand den vierten Rang. Und noch eine Trainerin ging nach einigen Jahren Wettkampfpause wieder an die Geräte. Seit dem Herbst trainiert Jule Irrgang die jüngsten Wettkampfturnerinnen des ASV. Betreut von ihren Trainerkolleginnen zeigte Irrgang tolle Leistungen und holte sich mit Vorsprung den ersten Platz (48,15).

Elisa Wutz startete als einzige Chamer Turnerin in der höchsten Leistungsklasse LK2 Altersklasse 13-16 Jahre. Sie zeigte starke Leistungen, besonders am Boden mit der höchsten E-Note von 5,3 Punkten und erreichte einen verdienten zweiten Platz mit 46,55 Punkten.

Pünktlich im Zeitplan rief Bezirksfachwartin Steffi Franckenstein zur zweiten Siegerehrung auf. Da Muttertag war. gab es für die Mamas ein Glas Sekt. Das Team von Abteilungsleiterin Daniela Aufegger hatte zudem ein tolles Büfett aufgetischt.