Bayerische Leichtathletik-Meisterschaft
So wenige Regensburger Medaillen wie seit 15 Jahren nicht: Nur Emma Wittmann gelingt ein Gold-Coup

12.02.2024 | Stand 12.02.2024, 19:00 Uhr

SWC-Stabhochspringerin Emma Wittmann überquerte 3,30 Meter und holte sich damit den Sieg. Foto: Claus Habermann

Schlechte Karten hatten Regensburgs Leichtathleten bei den bayerischen Hallenmeisterschaften in der Münchner Werner-von-Linde-Halle. Allein die jugendliche Stabhochspringerin Emma Wittmann vom SWC schaffte beim U-20-Doppelsieg mit ihrer Teamkollegin Kathrin Ertl (3,10 Meter) den Sprung auf das oberste Treppchen.

Bei der „Generalprobe“ eine Woche vorher bei den süddeutschen Meisterschaften hatte es bei Wittmann noch nicht so mit dem Abstand geklappt: 2,80 Meter und Platz zehn waren das Ergebnis. Bei der Bayerischen war alles gut: 3,30 Meter und die Einstellung der persönlichen Bestleistung.

Vier Medaillen im Aktivenbereich kamen hinzu: Sabrina Reusch (LG Telis Finanz) holte über 200 Meter in 25,16 Sekunden und im Weitsprung mit 5,75 Metern jeweils Silber, wobei ihr der Sieg hier erst im letzten Versuch entrissen wurde. Celine Russ und Kilian Schwarzensteiner (beide SWC) nutzten ihre Chancen über 800 Meter mit Silber und Bronze (2:21,26 bzw. 1:59,59 Minuten).

Im Jugendbereich schrammte die Staffel der Telis-U20-Jungs über 4 x 200 Meter auf dem Silberrang in der Besetzung Christoph Paulus, Anton Wiedmann, Vinzenz Reindl und Niko Endemann in 1:37,08 Minuten nur um zwei Zehntel am begehrten Gold vorbei. Für Paulus gab’s in der Hürdenentscheidung der U18 über 60 Meter mit feinen 8,50 Sekunden noch Bronze dazu.

Einen Platz besser landete bei den gleichzeitig stattfindenden Winterwurfmeisterschaften die W-15-Speerwerferin des SWC, Sophia Rykala, mit ausgezeichneten 35,63 Metern. Beeindruckend war auch der Leistungssprung der LGlerin Carolin Pöppl über 200 Meter in der U20. Mit 25,54 Sekunden schaffte sie als Dritte sogar die Norm für die deutschen Jugendhallenmeisterschaften. Eine weitere Silbermedaille ging im Dreisprung der W15 an Lena Aue vom SWC (9,76 m).

„Zeit wird‘s für die Halle“

Trotzdem blieb die Ausbeute der Regensburger Leichtathletik so gering wie in den vergangenen 15 Jahren nicht mehr. Eingedenk dessen, dass die LG Telis Finanz viele ihrer Topathleten aus verschiedenen Gründen nicht am Start hatte und die Trainingsbedingungen im Winter noch immer bescheiden sind, verwundert das wenig. LG-Teamchef Kurt Ring brachte es so auf den Punkt: „Die etwas unglückliche Terminhäufung und die fehlenden Trainingsstätten waren wohl bei immer stärker werdender Münchner Konkurrenz nicht zu kompensieren. Es wird höchste Zeit, dass die Leichtathletik-Halle im nächsten Jahr fertig wird.“

Pech bei der Medaillenvergabe hatten einige Regensburger mit unglücklichen vierten Plätzen: Loki Hachani (SWC) beförderte die U-18-Kugerl auf gute 13,35 Meter, Disziplinkollegin Anna-Lena Machl (LG Telis Finanz) gelangen in der U20 10,64 Meter. SWC-Sprinterin Melanie Gresser glänzte über 200 Meter der Frauen mit 25,97 Sekunden. Der Frauenstaffel des SWC über 4 x 200 Meter fehlte in der Besetzung Gresser, Russ, Hannah Kaseder und Magdalena Helfer in 1:47,81 nur wenige Zehntel zum Podest und Meike Kalus (LG Telis Finanz) beendete das Frauenrennen über 1500 Meter nach 5:02,65 Minuten ebenfalls auf Rang vier. Über 60 Meter Hürden der Männer war der bei Landesmeisterschaften noch außer Konkurrenz mitlaufende Iraner Reza Bahreini (LG Telis Finanz) mit 7,97 Sekunden deutlich der Schnellste im Hürdenwald.

SWC ist zufrieden

Der SWC 46 befand seine sechs Medaillen und weitere 17 Top-acht-Platzierungen als erfreuliche Bilanz. Celine Russ belegte neben ihrem 800-Meter-Silber über 400 Meter noch Platz fünf (61,89). Melanie Grasser erreichte das 60-Meter-Finale und wurde Sechste (7,84), über 200 Meter sprang Platz fünf heraus (25,97). Platz sechs gab es auch für Hannah Kasseder im Frauen-Hochsprung (1,49 m). Magdalena Helfer belegte zudem Platz sieben über 200 Meter (26,68). Sophia Rykala wurde in der Staffel über 4 x 200 Meter gemeinsam mit Kati Auer, Lena Aue und Sina Straube Fünfte.

Jonas Lell zog völlig überraschend ins 60-Meter-Finale ein: 7,06 Sekunden und Platz sieben waren seine Ausbeute. Loki Hachani wurde im Hürdenfinale Sechster (8,88). Gleich zwei Mal Platz sechs belegte Simon Kürzinger mit 2:04,68 über 800 Meter und 25,19 über 200 Meter, im 400-Meter-Lauf wurde er Achter (54,75). Die Bruischütz-Zwillinge Lena (7:34,71) und Annika (7:36,89) belegten über 2000 Meter die Plätze sechs und sieben. Ebenfalls auf Platz sieben sprang Stabhochspringerin Maria Lankes (2,35 m).