Verlängerung mit Jungstar
Regensburg Legionäre basteln an neuer Saison: Warum Coach Helmig optimistisch in die Zukunft blickt

20.11.2023 | Stand 20.11.2023, 17:00 Uhr

Bleibt nach einer starken Saison mindestens noch ein Jahr in Regensburg: Nationalmannschaftswerfer Joe Cedano de Leon. Foto: ocbl

Vor gut einem Monat krönten sich die Guggenberger Legionäre mit dem Sieg im Deutschlandpokal und sicherten sich damit den ersten Herren-Titel seit 2013. Trotz verpasstem Meisterschaftsfinale blickt Trainer Martin Helmig optimistisch auf die kommende Saison, der Rückblick ist geprägt von einer turbulenten Spielzeit und Herausforderungen.

Gut einen Monat ist es her, dass die Guggenberger Legionäre ihre Saison mit dem Sieg im Deutschlandpokal abgeschlossen haben. Zwar blieb den Regensburgern der Einzug ins Meisterschaftsfinale auch im Jahr eins nach der Rückkehr von Meistertrainer Martin Helmig verwehrt. Mit dem Gewinn im neu eingeführten Wettbewerb sicherten sich die Legionäre aber den ersten Titel im Herren-Bereich seit 2013 und sorgten so endlich wieder für ein gelungenes Saisonende.

Auch für den erfolgsverwöhnten Helmig war es der erste Pokalgewinn seit seiner letzten von fünf Meisterschaften mit den Legionären. „Das war natürlich noch ein sensationeller Abschluss für uns. Sich nächstes Jahr in der neuen europäischen Champions League zu messen, ist sicher eine tolle Herausforderung. Es wird Top-Baseball in Regensburg zu sehen sein“, freut sich der Trainer.

Verknüpft mit großen Erwartungen hatten die Regensburger Verantwortlichen in der Offseason 2022 die deutsche Baseball-Legende nach acht Jahren zurück nach Schwabelweis geholt. In der abgelaufenen Spielzeit hatte Helmig mit vielen Auf und Abs zu kämpfen.

Der Rauswurf von Ronny Sweeny

In der regulären Saison marschierten die Legionäre zunächst vorneweg. Der löchrige Spielplan brachte den fünfmaligen Meister jedoch aus dem Rhythmus. Hinzu kamen einige Verletzungen sowie nicht vorhersehbare Probleme wie der Rauswurf von Ronny Sweeny. Der Australier – eigentlich als Frontmann für die Offensive verpflichtet – blieb hinter den Erwartungen zurück. Sein unglückliches Legionäre-Dasein gipfelte in seiner Verweigerung sich auswechseln zu lassen. Diese Aktion im laufenden Spiel brachte das Fass schließlich zum Überlaufen. Auch der als ausländischer Werfer für die zweite Partie eines jeden Spieltags während der Saison geholte Trevor Holloway kam verletzungsbedingt nie wirklich in Regensburg an. „Es ist sicher nicht alles optimal verlaufen. Mit den Auslandsimporten hatten wir kein Glück. Dann wird es generell schon schwer. So gesehen haben wir eigentlich noch recht viel rausgeholt“, bewertet Helmig rückblickend den Saisonverlauf.

Ein paar Wochen nach dem letzten Pflichtspiel läuft die Planung für die kommende Saison indes längst auf Hochtouren. „Von Baseball freier Zeit kann keinesfalls die Rede sein“, versichert Helmig. „Ich arbeite eigentlich täglich daran, die Mannschaft für die kommende Saison zu formen. Wir haben schon einige Dinge in die Wege geleitet, aber sind noch lange nicht am Ende“, fährt das Mitglied der deutschen Baseball-Hall of Fame fort.

Großes Potenzial des Jungstars

Eine erste konkrete Personalie konnten die Legionäre bereits festzurren. Der Vertrag mit Nationalmannschaftswerfer Joe Cedano de Leon wurde um ein Jahr verlängert. „Er wird definitiv mindestens ein weiteres Jahr Legionär bleiben. Darüber bin ich sehr froh. Joe hat sich im Laufe der Saison enorm gesteigert und vor allem in der wichtigsten Phase performt“, sagt Helmig. Für den Rückkehrer auf die Trainerbank ist der 23-jährige Jungstar in seiner Entwicklung noch lange nicht am Ende.

Helmig lobt seinen Schützling in den höchsten Tönen: „Joe ist einer der besten jungen Werfer des Landes. Sein Potentzial sucht deutschlandweit und – wenn man die EM gesehen hat – auch europaweit seinesgleichen.“ Cedano de Leon bewies in den Playoffs in den entscheidenden Phasen Nervenstärke und glänzte vor allem im Deutschlandpokal, wo er in insgesamt zehn Innings keinen einzigen gegnerischen Run zuließ.

Bei der Europameisterschaft in Tschechien hielt sich der ehemalige U-23-Nationalspieler bei drei Auftritten als Einwechselwerfer ebenfalls schadlos. Im Viertelfinal-Krimi gegen Frankreich fuhr der Regensburger den Win ein. Vor seinem Wechsel zu den Guggenberger Legionären im vergangenen Winter lief Cedano für Bundesliga-Konkurrent Stuttgart Reds auf.