Nachwuchserfolg am Brett
Platz sieben im deutschen Titelkampf: Kelheimer Schachspielerin zieht zu EM-Startplatz

31.05.2024 | Stand 31.05.2024, 17:00 Uhr |

Laura Sophie Bauer holte sich mit Rang sieben einen Startplatz bei der EM. Fotos: Neumeier

In den Pfingstferien durften sich zwei junge Strateginnen des Schachklub (SK) Kelheim bei der Deutschen Einzelmeisterschaft messen. Für Laura Sophie Bauer sprang mit Rang sieben ein starkes Ergebnis heraus. Damit sicherte sie sich auch einen Startplatz bei der Europameisterschaft im Herbst.

Mehr als 800 Top-Jugendspieler aller Landesverbände tummelten sich im Sauerland Stern Hotel in Willingen. Laura Sophie Bauer war als Mitglied des Nationalkaders gesetzt. Zudem hatte sich Valentina Neumeier als Bayerische Vizemeisterin dafür qualifiziert. Beide gingen in der Altersklasse U14 weiblich an den Start und waren mit den Setzplätzen 1 (Bauer) und 6 (Neumeier) aussichtsreich positioniert.

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Doch schon der Turnierstart verlief holprig: In Runde eins, in der beim Schweizer System zunächst die obere Tabellenhälfte gegen die untere antritt, kamen beide nicht über ein Remis hinaus, was sie von der Spitze zunächst ins Mittelfeld zurückwarf. Runde zwei konnten sie gewinnen, Runde drei ging für beide verloren. Spätestens jetzt war klar, dass dies nicht der erhoffte Turnierverlauf mit Titelaussichten für den Schachklub Kelheim werden würde.

Es bleibt bei nur einer Niederlage



In der Folge versuchte Bauer den Anschluss an die Spitze nicht zu verlieren und nahm einige Sicherheitsremisen mit. So blieb die Niederlage in Runde drei gegen die spätere Deutsche Meisterin ihre einzige im neunrundigen Turnier. Insgesamt sammelte sie fünf Remis und drei Siege.

Mit 5,5 Punkten belegte Laura Sophie Bauer den siebten Platz und war damit beste bayerische Spielerin in dieser Altersklasse. Mit diesem Ergebnis darf sie im Herbst an der EM in Prag teilnehmen. Normalerweise sind nur die ersten Drei startberechtigt. Kaderspielerinnen dürfen aber bis Platz acht auf eigene Kosten zur EM anreisen.

Teamkollegin fällt ab



Ein am Ende enttäuschendes Turnier erlebte Teamkollegin Valentina Neumeier. Nach durchwachsenem Start konnte sie sich zunächst mit einem zweiten Sieg festigen, sodass kurz vor Halbzeit noch alles offen und die Spitze zum Greifen nah war.

In Runde fünf kam es ausgerechnet zum Aufeinandertreffen der beiden Vereinskameradinnen, was bei einer Einzelmeisterschaft immer suboptimal ist, denn danach hat eine der beiden auf jeden Fall einen Punkt weniger als das Spitzenfeld – oder beide einen halben, was aus Vereinssicht auch nicht viel besser ist.

Erkrankt ins Turnierfinale



Hier unterlag Neumeier nach einem spielentscheidenden Fehlgriff. Eine Erkrankung mit Medikamenteneinnahme in den Runden sieben bis neun war nur noch das i-Tüpfelchen auf einem unglücklichen Turnierverlauf. Mit 4,0 Punkten aus neun Runden landete sie auf dem 19. Platz. Deutscher Meister der U14 weiblich wurde Tamila Trunz von der SG Porz vor Sarah Neininger (VSG 1880 Offenbach).

Konstantin Neumeier startete in der offenen U25-Meisterschaft ODJM-B und erwischte mit einem Sieg und zwei Unentschieden gegen nominell deutlich stärkere Gegner einen Auftakt nach Maß. Aus den restlichen zwei Turnierdritteln konnte er aber nur noch einen weiteren Punkt mitnehmen, so dass er sich am Ende mit 3,0 Zählern aus neun Runden begnügen musste. Hier sicherte sich Jonathan Beckmann (Hannover 96) den deutschen Meistertitel beim Schachreigen in Willingen.