Gold entgleitet auf letzten Metern
LG Telis Finanz gewinnt fünf Medaillen mit zwei Titeln bei der Straßenlauf-DM

LG Telis Finanz gewinnt fünf Medaillen mit zwei Titeln bei der Straßenlauf-DM

04.03.2024 | Stand 04.03.2024, 16:30 Uhr

Am Anfang zu viert, später zu zwei und am Schluss war die Regensburgerin Domenika Mayer (in Blau/10 402) knapp geschlagen hinter Katharina Steinruck (links) deutsche Vizemeisterin im Straßenlauf. Fotos: Theo Kiefner (2)

Bei frühlingshaften Bedingungen und schönstem Sonnenschein wurden in Leverkusen die deutschen Meisterinnen und Meister über zehn Kilometer auf der Straße ermittelt. Mit dabei war ein Großteil der Regensburger Lauf-Elite von der LG Telis Finanz. Im besonderen Interesse bei den Oberpfälzern stand natürlich die Entscheidung bei den Frauen mit der bereits für die Olympischen Spiele nominierten Domenika Mayer.

Schon frühzeitig setzte sich in Abwesenheit der angekündigten Topfavoritinnen Konstanze Klosterhalfen (Bayer 04 Leverkusen) und Hanna Klein (LAV Stadtwerke Tübingen) eine Vierergruppe, angeführt von Mayer und Mitfavoritin Katharina Steinruck (Eintracht Frankfurt), vom Rest des Feldes ab. Nach der Hälfte des Rennens hatten die Top zwei bereits einen beträchtlichen Vorsprung herausgelaufen.

Vier Sekunden zum Rekord

Die Entscheidung um den Sieg fiel erst kurz vor dem Ziel: Die Frankfurterin zündete auf dem finalen Streckenabschnitt den Turbo und behauptete sich in 32:05 Minuten vier Sekunden vor ihrer Kontrahentin aus Regensburg. Zum Streckenrekord von Sabrina Mockenhaupt aus dem Jahr 2013 fehlten nur vier Sekunden. „Es ist schon bitter, wenn Meni 9,9 Kilometer führt und dann auf den letzten Metern abgekocht wird“, fasste am Ende Ehemann und Trainer Christian Mayer die Geschehnisse treffend zusammen.

Mehr Fortune im Kampf um Einzel-Gold hatte Domenika Mayers junge Teamkollegin Franziska Drexler in der weiblichen U20. Runde für Runde kämpfte sich die Abiturientin im Frauenfeld bis auf Platz sieben nach vorne und verfehlte dabei mit 33:33 Minuten ihren sowieso schon sehr hochwertigen Bayernrekord erneut nur knapp um zehn Sekunden. Gold Nummer zwei holte die Regensburgerin mit ihren U-20-Teakolleginnen Karla Hiss und Hanna Poschenrieder, die beide mit neuen Hausrekorden von 37:27 und 41:47 als Sechste und Sechzehnte des U-20-Feldes zur erneuten Titelverteidigung kräftig beitrugen. Medaille Nummer drei kam für die erst 17-Jährige durch das Teamsilber der Frauenmannschaft zusammen mit Domenika Mayer und Thea Heim (17./34:29) dazu.

Den Titel bei den Männern holte sich erneut Richard Ringer (LC Rehlingen) am Ende ungefährdet mit 28:33 Minuten, blieb dabei aber über eine halbe Minute hinter der deutschen Jahresbestleistung, die Simon Boch (LG Telis Finanz) eine Woche vorher mit 28:01 Minuten im spanischen Castellon markiert hatte. Der Regensburger ließ Leverkusen aus, weil er am 30. März beim Osterlauf in Paderborn die vom DLV aufgedrückte Normenjagd auf dieser Distanz frisch in Angriff nehmen muss.

Unerwartetes Team-Bronze

Ein möglicher Telis-Mannschaftssieg wurde damit schon vor dem Startschuss ad acta gelegt. Seine Teamkollegen Konstantin Wedel (8./29:34), Tobias Ritter (30:13) und Max Zeus
(30:20) machten ihre Aufgabe dennoch gut und landeten nur zwei Sekunden hinter den Zweiten vom SSC Hanau-Rodenbach mit 1:30:05 Stunden auf dem keineswegs erwarteten Bronzerang.

Ihre noch sehr jungen Teamkollegen schafften mit Platz fünf in der U-20-Teamwertung die Vorgabe ihrer Trainerin Doris Scheck. Dabei steigerten sich Luis Festl in 32:58 Minuten (12.), Leander Gallemann (noch U18/33:52) und Liam Parker (ebenfalls noch U18/35:49) erheblich und markierten alle drei neue persönliche Bestleistungen.

orv