Ostbayerns Sportler zeigen Kante
Jahn, Eisbären, Legionäre, LG Telis Finanz und weitere Vereine starten eine Initiative für Toleranz

06.06.2024 | Stand 07.06.2024, 17:07 Uhr |

Sie präsentierten im Jahnstadion die Aktion (von links): Hugo Rückerl (SV Schwabelweis), Markus Guggenberger (Phoenix), Norbert Lieske (LG Telis Finanz), Hans Rothammer (SSV Jahn). Christian Volkmer (Eisbären), Armin Zimmermann (Legionäre) und Jens Heinz (1. AC Regensburg) Foto: Christian Brüssel

Integration müsste eigentlich selbstverständlich sein, und dennoch haben am Donnerstag sieben Regensburger Sportvereine eine Initiative gestartet, um die „integrative Kraft des Sports“ zu stärken.



Wie Hans Rothammer, Vorstandsvorsitzender des SSV Jahn Regensburg, und Christian Volkmer von den Eisbären in ihrer Eigenschaft als Gründungsvorsitzende des gemeinnützigen Vereins „Wir stehen auf“ betonen, werden Ostbayerns Sportler „Kante zeigen“. Für Toleranz, Vielfalt, Menschlichkeit und Inklusion, vor allem aber gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung wollen sich neben dem Fußball-Zweitligisten und dem Meister der DEL 2 auch die Guggenberger Legionäre Regensburg, die LG Telis Finanz Regensburg, der ASC Regensburg Phoenix, der 1. AC Regensburg und der SV Schwabelweis engagieren.

Gleichzeitig lud man „jeden Sportverein und jeden Sportler aus der Region Ostbayern“ ein, dem Verein (kontakt@wirstehenauf.de) beizutreten, gehe es letztlich doch um die Förderung des demokratischen Staatszwecks und des bürgerlichen Engagements. Zudem stehen bei dieser Initiative die Stärkung des Bewusstseins für Toleranz, Vielfalt, Menschlichkeit, Inklusion und Integration im Mittelpunkt.

Sport, so der Vorsitzende Hans Rothammer, sei überaus vielfältig, verbinde die Menschen zu einer Gemeinschaft und trage damit eine besondere Verantwortung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gerade der SSV Jahn Regensburg, der sich auch als Botschafter für die Region Ostbayern versteht, wende sich gegen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit und möchte mit der Initiative ein deutliches Signal senden. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklungen müsse man „klare Kante zeigen“. Deshalb freut sich der Vorstandschef des SSV Jahn, „dass wir zusammen mit mehreren Regensburger Sportvereinen diese Initiative ins Leben gerufen haben und hoffen, dass viele weitere Menschen und Vereine beitreten“. Konkret werde der Verein in den kommenden Monaten mit unterschiedlichen Aktionen für ein tolerantes Miteinander eintreten.

Christian Volkmer, der Hauptgesellschafter des zuletzt besonders erfolgreichen Eishockeyteams der Regensburger Eisbären, ist auch mit Blick auf die Europawahl davon überzeugt, „dass wir nur dann gut zusammenleben können, wenn wir wieder zu einem echten und verständnisvollen Miteinander finden“. Rassismus, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit hätten jedenfalls in einer zukunftsfähigen Gesellschaft nichts zu suchen: „Werte übrigens, die wir bei den Eisbären schon lange leben.“ Deshalb sei man auch Mitglied im Verein „Hockey is Diversity". Sport ohne Weltoffenheit und Miteinander funktioniere einfach nicht, so Volkmer: „Dafür wollen wir unsere Fans und Sportler begeistern und ein Zeichen setzen.“

Nicht minder engagiert zeigte sich Armin Zimmermann, der dieses „Wir stehen auf“ als Chance des Sports begreift und mit dieser Initiative einen Denkprozess anstoßen möchte. Der Vorstandsvorsitzende der Baseball-Legionäre gab ebenso wie Markus Guggenberger von den Regensburg Phoenix unter anderem zu bedenken, wie sehr etwa Baseball und American Football von ihrer Internationalität leben.

Der Präsident der LG Telis Finanz, Norbert Lieske, würdigte vor allem die Tatsache, dass die Initiative „Wir stehen auf“ kleine wie große Vereine einzubinden versuche, was auch Hugo Rückerl als Vorsitzender des SV Schwabelweis als typischer Breitensport-Repräsentant zum Ausdruck brachte. Der 1. AC Regensburg schließlich, so betonte Jens Heinz für die Sportarten Ringen und Gewichtheben, leiste schon lange Integrationsarbeit. In seinem Klub seien schließlich nicht weniger als 15 Nationalitäten vertreten.