Sieben Spielerinnen verabschiedet
ESV-Frauen halten gegen Meister Göppingen mit, verlieren aber

20.05.2024 | Stand 20.05.2024, 19:11 Uhr
Gerd Winkler

Time to say goodbye – bei den ESV-Frauen wurde auch kräftig verabschiedet: Hier applaudieren Julia Drachsler (5), Franzi Peter (verdeckt), Nicole Schiegerl (7), Johanna Brennauer (19) und Sara Mustafic (13) der scheidenden Marleen Kadenbach. Foto: Christian Brüssel

Nach der 23:25 (11:15)-Heimniederlage des Handball-Zweitligisten ESV 1927 Regensburg gegen den künftigen Bundesligisten Frisch Auf Göppingen steht nun fest: Die Bunkerladies werden ihre dritte Saison im Unterhaus als Fünfter, Sechster oder Siebter abschließen. Hält sich der ESV am Samstag zum Saisonabschluss bei Absteiger HSG Freiburg schadlos, springt der fünfte Platz heraus.

Desweiteren ist nun sichtbar, als der die „dritte Halbzeit“ moderierende sportliche Leiter Robert Torunsky die Katze bezüglich der sieben Abgänge aus dem Sack gelassen hatte: In der Vorbereitung für 2024/25 kommt auf Trainer Bernhard Goldbach in seinem dann zweiten Jahr viel Arbeit zu.

Im linken Rückraum bricht eine zweite Leistungsträgerin weg. Bekannt war, dass Marleen Kadenbach nach zwei Jahren Studium in Regensburg zum Ligakollegen Buchholz-Rosengarten zurückkehrt. Nun informierte Torunsky, dass Nicole Lederer ihre Karriere beendet. Neben Durchschlagskraft geht auch Körpergröße verloren: Kadenbach, zugleich Abwehrchefin, misst 1,83 Meter, Lederer einen Zentimeter weniger. Vom Bestandskader verbleibt Carolin Hübner, ansonsten besteht Handlungsbedarf.

Neue auf dem Flügel

Derweil muss sich der ESV nach der Verabschiedung von Carina Vetter und Johanna Brennauer auf dem linken Flügel neu aufstellen. Auf Linksaußen läuft nach Beendigung ihrer Babypause wieder Anika Neuer sowie Rückkehrerin Mia König (bisher Bayer Leverkusen) auf. Auf der rechten Seite bestritt Nicole Schiegerl nach dem in der Vorbereitung erlittenen Kreuzbandriss ihr Saisondebüt und zugleich das letzte Karrierespiel. Die Linkshänderin wollte schon vor einem Jahr diesen Schritt machen, ließ sich jedoch zum Weitermachen überreden.

Auf dem rechten Flügel verbleiben Annalena Kessler und Theresa Lettl. Hinzu kommt U-20-Nationalspielerin Julika Birnkammer (Haunstetten), wie Lettl keine gelernte Außen, sondern eigentlich im rechten Rückraum zuhause. Vor geraumer Zeit hatte Torfrau Steffi Lukau angekündigt, mindestens eine Auszeit zu nehmen. Zu Kollegin Joelle Arno stoßen Ella Jaeschke (Leverkusen II) und Sophie Baur (Würm-Mitte) hinzu.

Ebenfalls mit einem Trio ist ab dem Sommer der Kreis besetzt: Sara Mustafic und Julia Drachsler erhalten Sophia Ewald (HSG Bensheim/Auerbach) als Kollegin. Auch Rückraum-Mitte ist nach dem Abgang von U-20-Nationalspielerin Lisa Fuchs zum Ligakontrahenten Nürtingen weiter dreifach besetzt: Für die Ballverteilung sind künftig Sophia Peter, Maxie Fuhrmann und Emma Seiler (Thüringer HC II) zuständig. Neuzugang sieben, Halblinks Hanna Mehlhaff (Ismaning), soll zunächst in der Bayernliga-Mannschaft an Höheres herangeführt werden.

Zugänge auf der Tribüne

Gegen Zweitliga-Meister Göppingen machten sich die Tribünengäste Mia König und Ella Jaeschke ein Bild davon, wie es im Unterbau zugeht und welchen Lärmpegel die Kulisse im Bunker entfacht. Unter der Woche konnte Halbrechts Franzi Peter krank kein Training mitmachen, Coach Goldbach ordnete zunächst Schonung an.

Theresa Lettl übernahm im rechten Rückraum und führte sich mit dem 1:1 (2.) und 2:2 (3.) glänzend ein. Letztmals für den Gleichstand (4:4, 9.) sorgte Sara Mustafic – bis zur Halbzeit traf die Kreisläuferin viermal. Nach dem 11:15 zur Pause betrug der Rückstand zwischen zwei und fünf Treffern. Bis zum 21:23 (54.) durften die Bunkerladies hoffen, drei Minuten später war bei 21:25 die Messe gelesen. „Wir haben gezeigt, dass wir mithalten können. Die katastrophale Chancenverwertung hat uns das Genick gebrochen“, betrieb Goldbach Ursachenforschung.