Gastspiel in Erlangen
Der TSV Abensberg holt einen knappen Auswärtserfolg

02.06.2024 | Stand 03.06.2024, 12:50 Uhr |

Ben Howard rang Tobias Herter nieder. Foto: Abeltshauser

Der TSV Abensberg bleibt in der Judobundesliga auch nach dem Auswärtskampf beim TV Erlangen auf Kurs. Allerdings wurde es gegen den klaren Außenseiter am Ende weitaus enger, als viele sich das gedacht hatten.

Als Kilian Kappelmeier (bis 100 Kilogramm) im abschließenden Kampf im zweiten Durchgang auf die Matte ging, stand es Spitz auf Knopf. Hätte er gegen Felix Schwob verloren, hätten die Abensberger ein unerwartetes Unentschieden hinnehmen müssen, mit dem alle Chancen auf den Einzug in die Finalrunde hinüber gewesen wären.

Den Beginn gestaltete der Mann aus dem engeren Nationalkader souverän und ging in Führung. Allerdings nutzte Schwob dann eine Unachtsamkeit des TSV-Athleten und glich aus. Einen Moment stand im Raum, dass die Aktion des Erlangers ein Ippon, also ein ganzer Punkt, hätte gewesen sein können, der den Sieg Schwobs bedeutet hätte. Es ging aber weiter und Kappelmeier holte eine zweite Wertung und so den wichtigen Punkt zum 8:6-Sieg (Unterbewertung 77:54).

TSV-Trainer Radu Ivan wollte wenige Minuten nach Ende der Bundesligabegegnung nicht allzu sehr wegen des engen Ergebnisses hadern. „Vor der Begegnung habe ich an einen Sieg gedacht, nicht an ein spezielles Ergebnis“, sagte er. Wichtig sei der Erfolg gewesen, der die Chance auf den Finaleinzug offenhalte.

Gegen verschworene Truppe



Zwar sei der Gegner nominell deutlich schwächer gewesen, aber es habe sich eben um ein Derby gehandelt, bei der Erlangen top motiviert war. „Die sind eben eine eingeschworene Truppe.“

Dazu kam, dass der eine oder andere TSV-Akteur gesundheitlich angeschlagen war. Das galt vor allem für Patrick Weisser (bis 66 Kilogramm), der gegen seinen ehemaligen Kollegen aus dem bayerischen Landeskader Tristan Kuhlmann antreten musste. Dessen Führung konnte Weisser noch ausgleichen, doch je länger der Kampf dauerte, desto kraftloser wirkte der Abensberger. Und so schaffte der TV-Mann noch die entscheidende Wertung.

Im zweiten Durchgang half dann 60-Kilogramm-Mann Ben Howard in der Klasse bis 66 Kilo aus, konnte aber auch nicht gegen Kuhlmann gewinnen. Dazu gab Peter Thomas (bis 81 Kilo) unerwartet seinen Kampf ab.

Genügend Trümpfe haben gestochen



Immerhin hätten laut Ivan die übrigen Abensberger Trümpfe gestochen. Howard zeigte in seiner angestammten Gewichtsklasse gegen Tobias Harter einen engagierten Kampf und brachte eine Führung ins Ziel. Kevin Abeltshauser (bis 73 Kilo) hatte mit Alexander Trost einen erfahrenen Gegner, der es verstand, sich zu verteidigen. Kurz vor Schluss konnte der Abensberger seinen Gegner dann doch werfen.

Johann Lenz (bis 90 Kilo) hatte weder gegen Maxim Koserog noch gegen Vinzenz Dotzler Probleme. Ebenso eindeutig gewann Kappelmeiner seinen ersten Kampf gegen Konstantin Ustinov. Nachwuchsmann David Kupper (bis 60 Kilo) rechtfertigte gegen Harter im zweiten Durchgang das Vertrauen. Mit einer Würgetechnik holte er den vorzeitigen Sieg. Michael Weber (über 100 Kilo) setzte sich gegen Alexander Willnauer durch.

Mit Blick auf die enge Situation an der Tabellenspitze wäre sicherlich ein deutlicher Sieg in Erlangen hilfreich gewesen. Aber den Rechenschieber will Ivan ohnehin nicht herausholen. „Wenn wir in die Finalrunde wollen, müssen wir ohnehin die beiden abschließenden Vorrundenduelle gegen die TSG Backnang und den Judoclub Leipzig gewinnen.“

Der Trainer will nicht ausschließen, sich dann mit ausländischen Kräften zu verstärken, was im Olympiajahr aber nicht einfach sei. „Aber das gilt für die anderen Clubs ja genauso.“