Die Simbeck-Brüder verlängern
Adler spielen zweite Geige: Ungewohnte Rollenverteilung bei den SG-Handballern

03.05.2024 | Stand 03.05.2024, 19:45 Uhr
Gerd Winkler

Wichtige Verlängerungen: Bastian (links) und Johannes Simbeck bleiben dem Handball-Projekt der Adler die nächsten beiden Jahre treu. Foto: Christian Brüssel

Am Samstag im Ausweichquartier Sporthalle Königswiesen spielen die Adler von Handball-Bayernligist SG Regensburg (4., 33:15 Punkte) die zweite Geige. Im letzten Heimspiel gastiert um 17.30 Uhr der TV Erlangen-Bruck (2., 36:12), letztlich geht es nur ums Prestige. Vor dem Saisonstart wurden beide Teams als die Topfavoriten schlechthin für den Aufstieg eingestuft – das Rennen machte jedoch vorzeitig Landshut.

„Wir wollen uns anständig von unserem Publikum verabschieden. Der letzte Eindruck ist der bleibende“, stellt Trainer Benjamin Herth klar. Mitte Dezember wurde, damals mit einem 13er-Kader ausgestattet, das Hinrundenspiel bei den Mittelfranken mit 34:30 gewonnen – nun geht’s mit einem Minikader ins Spiel. Wichtiger als die Vergabe der zwei auszufechtenden Punkte sind ohnehin die am Freitagmittag via Facebook und Instagram geposteten Verlängerungen der Verträge um zwei Jahre der Unterschiedsspieler Jojo und Basti Simbeck.

Relegation gegen FC Bayern

Dieser Tage steht an der Alfons-Auer-Straße überdies der Klassenerhalt der Landesliga-Truppe auf der Agenda ganz oben. Die SG II bestreitet um 20 Uhr das erste Relegationsspiel gegen den Südvertreter FC Bayern München, das Rückspiel findet am Vatertag um 20.30 Uhr statt. Es nimmt schon groteske Züge an, wie die Verantwortlichen handeln – quasi auf Biegen und Brechen. Im Gegensatz zur eng abgesteckten Richtschnur im Endspurt bei den Fußballern lassen die Statuten im Lager der Handballer viel Spielraum zum Jonglieren zwischen erster und zweiter Mannschaft zu. Stichwort: „Festspielen“.

Vorigen Samstag liefen die Adler mit nur sieben Feldspielern vom Stamm in Rimpar (29:29) auf, um Daniel Mulitze, Bastian Kemmler und Stephan Klenk für den Unterbau freizukriegen. Nummer vier wäre der seit Kurzem an der Schulter verletzte Lukas Heinle gewesen. Simon Sehnke und Bastian Simbeck konnten, weil U-21-Akteure, indes mitmischen.

Bei der Landesliga-Mannschaft schwingt seit geraumer Zeit der verletzte Adler-Kreisläufer Ole Schwagerus, federführend im Duo mit Ben Heiligtag, das Zepter. Der 25-Jährige sieht seine Schützlinge gerüstet für den Doppelvergleich mit den Münchnern: „Die vergangenen zwei Trainingswochen waren die besten, seit ich die Mannschaft übernommen habe.“ Zur Motivation sei das Umsetzen seiner neuen Ideen dazugekommen.

„Wir sind besser“

Spielvideos vom FC Bayern hat Schwagerus analysiert – die Erkenntnis des Trainers: „Individuell sind wir besser besetzt und spielen es auch im Verbund besser.“ Dermaßen überzeugt von seiner, noch dazu von oben enorm verstärkten Mannschaft, ist das Ziel: „Zwei Spiele, zwei Siege!“ Man habe eine „beschissene“ Saison gespielt, jetzt wolle man es sich selbst beweisen.