„Dingos“ vor Start in 2. Bundesliga Pro
Teresa Piller vor Dingolfings Abenteuer in der 2. Liga: „Wir wollen die Favoriten ärgern“

28.09.2023 | Stand 28.09.2023, 14:52 Uhr

Für Furore sorgen will Teresa Piller mit dem TV Dingolfing in der 2. Liga Pro. − F.: Armin Kerscher

Die Volleyball-Damen des TV Dingolfing starten am kommenden Sonntag in der Dreifachturnhalle Höll-Ost um 15 Uhr gegen VV Grimma in das Abenteuer 2. Liga Pro.

Zwischen Vorbereitung und den finalen Trainingseinheiten nahm sich die 25-jährige Diagonalspielerin Teresa Piller für ein exklusives Gespräch mit der Heimatsportredaktion Landau Zeit und sprach über Themen wie die neue Liga, den persönlichen Erwartungen und warum Trainer Andreas Urmann genau der richtige Mann an der Seitenlinie ist. Die Angriffsspielerin, die in Gotteszell den Volleyballsport lieben gelernt hat, hofft zudem auf ein noch größeres Zuschauerinteresse in der neuen Liga.

Frau Piller, am Sonntag starten die „Dingos“ mit einem Heimspiel in der Dreifachturnhalle Höll-Ost gegen Grimma in das Abenteuer 2. Liga Pro. Wie hoch ist bei Ihnen die Anspannung?
Teresa Piller: Auf jeden Fall sehr hoch, weil der Gegner uns alles abverlangen wird. Wir stellen uns auf ein enges Spiel mit vielen umkämpften Ballwechseln ein. Doch unabhängig vom Auftaktgegner, ist die Vorfreude auf die neue Liga bei allen Spielerinnen sehr groß.

Die Vorbereitung lief nahezu optimal. Erst am Wochenende holte sich die Mannschaft den Südbayern-Pokal. Stimmt die Form?
Teresa Piller: Es hat nicht geschadet, dass der eigentliche Saisonstart noch einmal um zwei Wochen nach hinten verschoben wurde. So hatten wir mehr Zeit, uns auf die Saison vorzubereiten und auch an der Feinabstimmung zu arbeiten. Mit Testspielen gegen unterklassige Mannschaften haben wir uns Selbstvertrauen geholt. Es war ein sehr sanfter Weg hin zu den Punktspielen. Doch jetzt sind alle froh, dass es los geht. Wir sind auf jeden Fall bereit.

Die 2. Liga Pro ist nicht nur sportlich attraktiv. Es gibt auch einige schöne Auswärtsfahrten nach Köln, Hamburg oder Dresden. Auf welche Stadt freuen Sie sich am meisten?
Teresa Piller: Das Doppelwochenende mit den Spielen in Stralsund und Hamburg wird ein Highlight werden. Dabei freue ich mich vor allem auf das Spiel in Stralsund, weil dort in der Halle eine gute Stimmung herrscht. Auch Dresden ist immer eine Reise wert und die Stadt interessant und schön. Doch Sightseeing steht ja nicht in erster Linie im Fokus.

Sondern?
Teresa Piller: Wir wollen natürlich so viele Punkte, wie nur möglich, nach Niederbayern bringen. Das steht im Vordergrund und dafür werden wir alles tun.

Der Teilnahme an der 2. Liga Pro ging ein langer Prozess voraus. TVD-Vorsitzender Toni Kiebler bezog auch die Mannschaft in die Entscheidung, ob man überhaupt teilnimmt, mit ein. Hat er die Mannschaft dadurch schnell mitgenommen?
Teresa Piller: Das war sehr wichtig, weil beim TV Dingolfing seit jeher der Fokus auf Spielerinnen aus der Region liegt. Es gibt kein übermäßiges Budget, um auf ausländische Spielerinnen zu setzen. So war ihm wichtig, dass der Kern des Teams mitzieht. Die Entscheidung selbst war bei vielen Spielerinnen einfach: Wir wollten diesen Schritt gehen und nachdem das Gros der Spielerinnen zugesagt hatte, konnte der TVD mit Ruhe die Planungen in der Sommerpause forcieren.

Sie haben den sportlichen Reiz angesprochen. War dies der Hauptgrund für Sie, auch in der kommenden Saison in Dingolfing zu spielen?
Teresa Piller: Denn in der Nord-Staffel sind einige starke Mannschaften dabei, gegen die ich schon immer spielen wollte. Auch für Spielerinnen wie Mira (Schrömer) und Tascha (Oßner-Niemczyk) war es sicherlich ein Grund zuzusagen, weil sie die Teams aus der Süd-Staffel schon praktisch aus dem Effeff kannten. Ferner ist die 2. Liga Süd in dieser Saison dann schon eher als 3. Liga anzusehen und dort haben wir in den vergangenen Jahren schon viel erreicht (lacht). Nun wollen wir uns mit noch stärkeren Gegnerinnen messen.

Der Kern der Mannschaft ist geblieben. Ist Kontinuität das Zauberwort bei den „Dingos“?
Teresa Piller: Das trifft es für diese Saison ziemlich gut. In der vergangenen Saison hatten wir einen großen Umbruch und waren trotzdem sehr erfolgreich. Für den Start in die 2. Liga Pro ist es jedoch kein Nachteil, wenn man sich besser kennt und die Feinabstimmung im Team passt.

In dieser Saison kann es auch mal zu einer Durststrecke kommen. Kann diese Kontinuität im Kader bei Misserfolgen helfen?
Teresa Piller: Wichtig ist, dass wir als Mannschaft zusammenhalten. Dies gilt nicht nur auf dem Feld, sondern auch das Umfeld ist immer da, um uns zu unterstützen. Wir sind tatsächlich in den letzten Jahren sportlichen Misserfolg nicht gewohnt, aber ich bin sicher, dass wir solche Phasen als Team auch überstehen werden. Generell bieten sich die langen Auswärtsfahrten förmlich dazu an noch enger zusammenzurücken.

Eine wichtige Rolle spielte in der vergangenen Saison der Trainer Andreas Urmann. Was macht Ihn so besonders?
Teresa Piller: Er schafft den perfekten Mix aus energischen und ruhigen Ansprachen. Da hat er das nötige Fingerspitzengefühl. Andi hat eine immense Erfahrung und das beruhigt dich als Spielerin, wenn du so einen Trainer an der Seitenlinie stehen hat. Als Mensch ist er mit seinen verrückten Aktionen in der Mannschaft sehr beliebt. Das macht ihn schon irgendwie einzigartig.

Die Zuschauerzahlen sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Die „Dingos“ sind auch auf den sozialen Medien sehr fleißig. Geht in puncto Zuschauer noch mehr?
Teresa Piller: Ich würde es mir wünschen. Man kann in der Dreifachturnhalle Höll-Ost auch alle drei Tribünen ausfahren (lacht). Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir mit Aktionen, wie den Schülertag, einige Zuschauer für Volleyball in Dingolfing begeistern können. Ab einer gewissen Zuschauerzahl wird es auch sehr laut in der Halle und das pusht dich ungemein. Ich kann versprechen, dass wir in der kommenden Saison einige Aktionen planen und uns über jeden Zuschauer freuen.

Welche Ziele haben Sie und auf welche Teams setzen Sie, wenn es um die ersten Plätze geht?
Teresa Piller: Erfurt will mit Sicherheit wieder zurück in die Bundesliga. Auch von Borken und Grimma ist einiges zu erwarten. Wir wollen die Favoriten ärgern und uns im Mittelfeld festsetzen.

Und persönlich?
Teresa Piller: Ich will noch mehr Verantwortung auf dem Feld übernehmen. Dazu muss ich jedoch konstanter werden. Oft bin ich verzweifelt, wenn es nicht so läuft. Da heißt es Lösungen zu finden und mit Selbstvertrauen weiterzuspielen.

− af