Knallharter Fight auf der Abendgala
Großer Jubel im Deggendorfer FS Team Becker: Melda Dursun kürt sich in Hamburg zur Deutschen Kickbox-Meisterin

13.06.2024 | Stand 13.06.2024, 5:00 Uhr |

Sie ist die Siegerin: Melda Dursun wiederholt ihren Deutschen Meistertitel aus 2022 und bestätigt in der Gewichtsklasse Vollkontakt (bis 56 kg) ihre nationale Dominanz. − Fotos: Verein

Als Bühne diente jüngst im Rahmen der Deutschen Meisterschaften im Kickboxen eine Abendgala. Für die Deggendorferin Melda Dursun aus dem FS Team Becker genau der richtige Rahmen, um sich zur Deutschen Meisterin in der Gewichtsklasse Vollkontakt (bis 56 kg) zu küren.

Die Reise nach Hamburg hat sich aber nicht nur für die junge Athletin aus der Donaustadt gelohnt. Mit dreimal Silber und einmal Bronze regnete es noch vier weitere Medaillen für das Team um Trainer Kai Becker.

Apropos Becker: Der erfolgreiche Trainer betreute bei diesen nationalen Titelkämpfen mit 117 Teams mit insgesamt 662 Nennungen und 558 Athleten in Zusammenarbeit mit den Landestrainern Häußer und Heucken auch das Bayerische Auswahlteam mit knapp 15 Athleten, die ebenfalls hervorragend abschnitten. Darüber hinaus fungierte die Deutsche Meisterschaft auch als Qualifikation für die Europameisterschaften. Aber auch die Deggendorfer Athleten des FS Team Becker zeigten beeindruckende Leistungen in den verschiedenen Gewichtsklassen und Disziplinen.

Kevin Musko trat dabei in der Disziplin Leichtkontakt Junioren (U19/bis 74 kg) an. Als einer der vielversprechendsten Nachwuchsathleten seines Teams hatte er sich durch herausragende Leistungen (unter anderem Bayerischer Meister 2024) im Vorfeld qualifiziert und zeigte auch auf der Deutschen Meisterschaft sein Können. Musko startete nervös, da es sein erstes großes Turnier war. Diese Nervosität spiegelte sich auch in seinem ersten Kampf gegen den Berliner Kiril Prokorovsky wider. Erst in der zweiten Runde konnte er zu seiner gewohnten Form finden. Trotz des anfänglichen Drucks reichte es am Ende für eine Bronzemedaille.

Eugen Buschel kämpfte in der Kategorie Leichtkontakt (bis 74 kg) auf der Matte. Buschel war durch seine Turnierleistungen in den Jahren 2023 und 2024 als zweiter Favorit gesetzt und startete somit direkt im Halbfinale in das Turnier. Im ersten Kampf war auch bei ihm die Nervosität deutlich spürbar. Trotz des hohen Drucks schaffte er es, sich mit 2:1-Punktrichterstimmen gegen Niklas Uhl aus Fulda durchzusetzen und zog ins Finale ein. Dort wartete mit Marcel Schönbohm aus Hamburg aber der Favorit. Der Deggendorfer lieferte dem Lokalmatador zwar einen beherzten Fight, musste wegen eines Körpertreffers auch einmal zu Boden. Doch Schönbohm war am Ende doch eine Nummer zu groß. Die Silbermedaille ist letztendlich aber die Bestätigung seiner starken Leistungen aus den letzten nationalen Turnieren.

Elisabeth Ludwig vertrat das FS Team Becker in der Gewichtsklasse Leichtkontakt (bis 70 kg) und zeigte von Beginn an ihre Dominanz. Nach einem beeindruckenden Halbfinale wartete im Finale mit Nationalkämpferin Anna Ysewyn aber ein harter Brocken. Ein zu harter, wie sich letztendlich herausstellte. Dennoch ist – trotz der starken Konkurrenz – der Vizetitel für Elisabeth Ludwig ein mehr als toller Erfolg.

Manuel Nickchen nahm erstmals an einer Deutschen Meisterschaft teil und trat in der Disziplin Vollkontakt (bis 86 kg) an. Trotz seines Debüts zeigte er bemerkenswerte Entschlossenheit und Technik, was ihm Anerkennung und Respekt von Mitstreitern und Zuschauern einbrachte. Nickchen konnte sich im Vorkampf gegen Mike Siebers aus Hamburg in einem sehr hochwertigen Gefecht im Seilgeviert durchsetzen. Im Finale traf er dann auf Lukas Jencius aus Schleswig-Holstein, dem er sich aber klar geschlagen geben musste. „Dennoch zeigte er eine überragende Leistung und kann stolz auf seine Silbermedaille sein“, so Trainer Kai Becker anschließend.

Mit Melda Dursun, die als Favoritin und Deutsche Meisterin von 2022 gesetzt war und in der Gewichtsklasse Vollkontakt (bis 56 kg) antrat, hatte das Deggendorfer Team aber noch ein heißes Eisen im Feuer. Im Finale, das im Rahmen einer Abendgala stattfand, zeigte die junge Athletin ihr technisch-taktisches Können und verwies Stina Junge aus Schleswig-Holstein auf den zweiten Platz. Junge hatte sich zuvor am Nachmittag in einem hitzigen Gefecht den Finaleinzug gesichert. Dursun demonstrierte aber erneut ihre herausragenden Qualitäten und sicherte sich mit einer beeindruckenden Leistung erneut den Deutschen Meistertitel. „Damit bestätigt sie ihre Dominanz in ihrer Gewichtsklasse in Deutschland“, jubelte ein sichtlich zufriedener Coach Becker.

− red