Am Wochenende Deutscher Schülercup
Die jungen Adler aus Rastbüchl: Quirin Wegerbauer (13) und Noel Schmöller (14) – warum sie das Skispringen so lieben

16.12.2023 | Stand 16.12.2023, 7:00 Uhr |

WSV-Vorsitzende Margit Uhrmann ist stolz auf ihre beiden Toptalente Noel Schmöller (links) und Quirin Wegerbauer, die am Wochenende beim Deutschen Schülercup die Rastbüchler Farben vertreten. − Foto: Müller

Der Bayerische Schülercup liegt hinter ihnen, dieses Wochenende folgt der krönende Jahresabschluss für die Vereinsmitglieder und Verantwortlichen des WSV-DJK Rastbüchl. Denn beim Deutschen Schülercup gehen die rund 80 besten Nachwuchs-Skispringer und Nordischen Kombinierer des Landes aus den Altersklassen 14 und 15 an den Start.

War das Wetter vergangene Woche noch ideal für Wintersport, hat das Tauwetter in dieser Woche ganze Arbeit geleistet – viel Schnee ist nicht mehr übrig. „An der Schanze ist das kein so großes Problem. Für den Langlauf hingegen schon. An der üblichen Langlaufstrecke wird der Wettkampf nicht möglich sein. Eventuell können wir den Kombi-Lauf im Auslauf unten machen. Aber das ist natürlich eine kürzere Runde, sodass sie öfter kreisen müssen, weil wir ja doch eine 5 km-Strecke dabeihaben und die nicht ganz so anspruchsvoll wird“, meint Margit Uhrmann, die Vorsitzende des WSV-DJK Rastbüchl und erst kürzlich wiedergewählte Vizepräsidentin des Bayerischen Ski-Verbands (BSV).

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Nichtsdestotrotz blicken alle Beteiligten gespannt auf das Wettkampfwochenende, an dem auch zwei Eigengewächse des WSV-DJK Rastbüchl teilnehmen: Quirin Wegerbauer (13, Spezialspringer) und Noel Schmöller (14, Kombinierer). Beide sind seit ihrem sechsten Lebensjahr im Verein, fühlen sich dort gut aufgehoben. „Ich habe mir früher schon immer Skispringen im Fernsehen angeschaut und bin zuhause auch schon immer rumgesprungen. Dann ist mein Papa mit mir hierhergefahren“, verrät Quirin. Bei Noel hingegen hat die Wintersport-Leidenschaft anders begonnen: „Ich habe erst mit Langlaufen angefangen und dann erfahren, dass es hier auch Skispringen gibt. Dann hat es hier einen Schnuppertag gegeben. Das hab’ ich mir angeschaut und seitdem bin ich dabei.“

Und das ziemlich erfolgreich. Die beiden zählen zu den besten Nachwuchstalenten der Region. Druck verspüren die zwei dahingehend aber nicht. „Spannung ist, finde ich, immer dabei. Aber man muss das halt so machen wie im Training und dann wird’s schon hinhauen.“, meint Noel. „Die Nervosität ist, glaube ich, immer da bei einem Wettkampf. Aber schlecht gehen tut’s einem nicht. Es ist einfach nur, dass man nervös ist und das Beste abrufen möchte.“, erzählt Quirin. Denn die beiden sind vor allem eins: Ehrgeizig. „Das Ziel, das jeder hat, ist natürlich, dass man ganz nach oben kommt“, sind sich die beiden einig.

„Ein Freiheitsgefühl, wenn man fliegt“



Doch nicht nur der Ehrgeiz treibt die zwei Nachwuchstalente an. Denn der Sport bringt einige positive Nebeneffekte mit sich: „Du schaltest halt ab vom Alltag, wenn du trainierst und das ist schon befreiend“, lässt Noel Schmöller durchblicken. Und Quirin Wegerbauer geht es ähnlich: „Auf jeden Fall lernt man viele neue Leute kennen. Auf die man sich auch immer wieder freut, wenn man sich bei den Wettkämpfen wiedersieht. Und natürlich ist es auch ein Freiheitsgefühl, wenn man fliegt. Das ist einfach schön.“

Doch trotz der Euphorie, den Bayerischen und Deutschen Schülercup auch in diesem Jahr wieder im Dezember austragen zu können, schwingt die Sorge um die Finanzierung der Baptist-Kitzlinger Schanze stetig mit. Denn nach wie vor ist ungeklärt, wie es konkret weitergehen soll. „Das ist immer im Hinterkopf. Auch bei solchen Veranstaltungen – denn nur darüber finanzieren wir uns aktuell. Dann wird man natürlich von allen Trainern, die kommen, angesprochen. Jeder fragt nach, wie es ausschaut und sagt, dass es das doch nicht sein kann. Jeder ist entsetzt“, äußert sich Margit Uhrmann.

Sorge um die Zukunft der Rastbüchler Schanze

Das Wintersportzentrum im Landkreis Passau ist die einzige Skisprunganlage in Niederbayern und der Oberpfalz und deutschlandweit bekannt. Denn im Dezember ist die Baptist-Kitzlinger Schanze nahezu die einzige in der Bundesrepublik, die einsatzbereit für Wettkämpfe ist. Das wird auch dementsprechend wahrgenommen: „Wir kriegen sehr positive Rückmeldungen von den einzelnen Landesverbänden und von den Landestrainern, auch teilweise vom Deutschen Skiverband – zwar nicht so, wie wir es uns wünschen oder nicht in der Form, wie wir es uns wünschen... aber was für uns positiv ist, dass alle, die da sind, wirklich anerkennen, was für eine Arbeit da dahintersteckt und immer begeistert sind“, so die Vereinsvorsitzende.
Besonders für den Nachwuchs ist das Wintersportzentrum in Rastbüchl eine große Bereicherung und vor allem eine Chance, in dem Sport Fuß zu fassen. Hier wurden bereits Talente wie Michael Uhrmann oder Severin Freund groß. Das wissen auch Quirin und Noel zu schätzen: „Wir fühlen uns schon ziemlich gut aufgehoben. Wir haben viele Trainingsmöglichkeiten, wir haben die Langlaufstrecke, die drei Schanzen. Wir haben alles, was wir brauchen.“

Wie sich die beiden jungen Überflieger als Lokalmatadore am Wochenende schlagen, können Interessierte am Samstag und Sonntag jeweils ab 9 Uhr live an der Baptist-Kitzlinger Schanze in Rastbüchl verfolgen.