Feintuning bei EM-Generalprobe
Weitspringer Simon Batz will bei Meeting in Nancy weiter an technischen Defiziten arbeiten

23.05.2024 | Stand 23.05.2024, 19:15 Uhr
Julian Meier

Noch nicht ganz zufrieden: Technisch seien seine Sprünge noch ausbaufähig, meint Simon Batz. Spätestens zur EM in Rom will er wieder sein bestes Niveau erreicht haben. Foto: Imago Images

Simon Batz wartet auf den „Klick-Moment“. Den Moment, in dem er es endlich schafft, seine Schwächen beim Anlauf abzulegen. Gewiss, bei Sprungweiten wie den 8,13 Meter zuletzt beim Diamond League Meeting in Doha ist es gewagt, von Schwächen zu sprechen.

Aber Batz will mehr – und zwar möglichst schon bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Rom, die in zwei Wochen anstehen. An diesem Wochenende ist die letzte Gelegenheit, um davor noch in der Praxis an den Schwächen zu arbeiten.

„Ich neige dazu, vor dem Absprung mit der Hüfte abzutauchen. Die Geschwindigkeit, die ich im Anlauf aufbaue, mache ich mir in den letzten zwei Schritten so selbst kaputt“, erklärt der gebürtige Offendorfer (Landkreis Eichstätt). Das war auch am vergangenen Wochenende der Fall: Kurzfristig nahm Batz an der Kurpfalz Gala im baden-württembergischen Weinheim teil, um Wettkampfpraxis zu sammeln. Er ging dabei aus dem vollen Training heraus an den Start, sprang dafür aber aus einem kurzen Anlauf mit 14 Schritten. Das Ergebnis: nur 7,75 Meter und Platz zwei hinter dem Franzosen Tom Campagne (7,85 m).

Batz: Es liegt an der Technik

Die Weite war aber gar nicht mal das Problem: „Wenn ich technisch besser gesprungen und dabei diese Weite rausgekommen wäre, dann wäre ich super zufrieden“, meinte Batz. Technisch war es aber eben noch ausbaufähig. „Ich merke es immer wieder, dass ich nicht so verkrampft in den Wettkampf gehen darf, sondern versuchen muss, es noch mehr über technische Aspekte zu lösen. Für den Kopf war der Wettkampf auf jeden Fall gut.“

An diesem Samstag bietet sich nun die nächste Gelegenheit, um an den technischen Defiziten zu arbeiten: Batz fährt in die nordostfranzösische Stadt Nancy und nimmt am Silber-Meeting teil. Nachdem der 21-Jährige auf die Weltranglisten-Punkte nicht mehr angewiesen ist, steht für ihn weiter die Detailarbeit im Fokus: „Das Wichtigste ist, mit einer höheren Hüfte zu laufen und mehr Geschwindigkeit über das Brett zu bekommen. Wenn ich die beiden Sachen hinbekomme, wäre ich schon super happy. Was dann als Ergebnis rauskommt, ist erst mal zweitrangig.“

Meeting in Nancy ist Generalprobe für Batz

Das Silber-Meeting in Nancy ist auch bereits die Generalprobe für die EM; nur etwas mehr als eine Woche später steht der Flug nach Rom an. Dass er dort wieder die Acht-Meter-Marke knacken kann, steht außer Frage. Aber die Konkurrenz springt eben teilweise noch deutlich weiter, als es Batz mit seinem bisherigen Rekordsprung von 8,18 Metern im Februar dieses Jahres geschafft hat. Sein Motto ist deshalb klar: „Wenn ich es erzwingen will, weiter zu springen, dann klappt das nicht. Um den nächsten Leistungsschub zu bekommen, muss ich anfangen, es noch besser technisch zu lösen.“