Saisonstart in Landesliga
Weiter geht es: Was alles neu und anders ist bei den Ingolstadt Dukes

17.05.2024 | Stand 17.05.2024, 12:00 Uhr |

Das Football-Ei wird bei den Ingolstadt Dukes heuer wohl mehr gelaufen als geworfen. Mit einer komplett neuen Mannschaft startet der Verein in der Landesliga von ganz unten. Gespielt wird ab sofort auf der Anlage des Heimatvereins TV 1861. Foto: Dukes

Vom Deutschen Meister des Jahres 2023 zum Deutschen Meister der Jahre 1981, 1982 und 1985: Größer könnte der Unterschied zwischen dem letzten Gegner der Ingolstadt Dukes in der abgelaufenen Saison und dem ersten Kontrahenten der TV-Footballer in der an diesem Pfingstwochenende startenden neuen Spielzeit kaum sein.

Denn es liegen satte fünf Ligen zwischen den übermächtigen Potsdam Royals, die den Dukes mit einem satten 54:0 das Play-off-Aus in der GFL1 beschert hatten, und den Ansbach Grizzlies in der untersten Spielklasse, der Landesliga.

Dorthin hat es die Dukes bekanntlich nach dem mehr oder weniger freiwilligen Rückzug aus dem deutschen Football-Oberhaus verschlagen. Von dort startet der Neuaufbau, dem sich Peter Schweiger als neuer Headcoach verschrieben hat. „Es macht viel Spaß, es ist aber auch verdammt viel Arbeit“, sagt der Trainer nach der mehrwöchigen Vorbereitung, die nun mit dem ersten Heimspiel an diesem Pfingstsamstag (15 Uhr) auf der Anlage des TV 1861 in Ingolstadt zu Ende geht – eben gegen den Traditionsklub aus Ansbach, der aber auch schon erfolgreichere Zeiten erlebt hat.

Landesliga für Dukes „komplettes Neuland“

Die Landesliga, sagt Schweiger offen, sei „komplettes Neuland“ für ihn. Als ehemaliger Nationalspieler war der 49-jährige Niederbayer sportlich auch nur in den höheren Kreisen unterwegs. Das Videostudium der Gegner (neben Ansbach auch Weiden, Würzburg und Herzogenaurach) lassen ihn deshalb schnell erkennen: viele Anfänger in den anderen Mannschaften. „Nach dem Scouting sollte klar sein, dass wir Favorit in der Gruppe sind“, sagt Schweiger. „Das ist und muss auch das Ziel sein, wir wollen gleich eine Klasse höher kommen.“

Der ehemalige „Interception-König“ der Football-Bundesliga muss dafür allerdings selbst eine Mammutaufgabe stemmen: eine komplett neue Mannschaft aufbauen, viele unerfahrene Spieler bei den Dukes ein- und aufbauen. „Stand jetzt ist eine Entwicklung zu sehen“, sagt Schweiger nach einem Trainingscamp, zwei gemeinsamen Trainingseinheiten mit höherklassigen Teams und einem Vorbereitungsspiel gegen den Bayernligisten Straubing Spiders II, die zweite Vertretung des großen Ingolstädter Rivalen.

Dabei habe man sich sehr wacker geschlagen, findet der Headcoach, auch wenn das Ergebnis von 6:34 auf den ersten Blick anderes aussage. „Da waren einige Fehler bei den Specials Teams dabei. Das haben die gleich ausgenutzt und in Touchdowns umgewandelt.“ Aber besonders mit seiner Offensive war Schweiger im allerersten Testmatch überhaupt zufrieden. „Wir haben 160 Yards am Boden erlaufen. Das muss man gegen die erstmal schaffen.“ Der neue Abteilungsleiter der TV-Footballer, Sebastian Jänicke, fungiert als Quarterback.

Auch in den Scrimmages, den gemeinsamen Einheiten mit den Erding Bulls und Nürnberg Hawks (beide ebenfalls Bayernliga), hätten seine Jungs im rund 35 Spieler umfassenden Kader viel gelernt, bei dem Wochenendtrainingslager jüngst auf der heimischen Bezirkssportanlage Nordwest sowieso. Als Gastcoaches fungierten die alten Haudegen Mario Filakovic und Florian Starzengruber, die man als Running Back und Wide Receiver auch noch aus früheren Tagen im Dukes-Trikot kennt.

Headcoach Schweiger „mega nervös“ vor Pflichtspiel

„Der Wille ist absolut da“, fasst Schweiger zusammen. Trotz seiner großen Erfahrung im Football und vielen geschlagenen Schlachten kann er aber nicht leugnen, wie „mega nervös“ der Headcoach vor dem ersten Pflichtspiel ist. „Ich spüre schon eine Last auf meinen Schultern.“ Für seine Jungs wünscht er sich deshalb eine möglichst große Fanunterstützung. „Wir hatten schon einge der Dukes-Urfans in Straubing dabei, das hat die Mannschaft sehr gefreut. Das tat gut, dass sie trotz allem hinter uns stehen.“

Schweiger ist überzeugt davon, dass die Dukes nach den finanziellen Schwierigkeiten mit Hilfe des TV 1861 als Stammverein das „Schiff wieder auf Kurs“ gebracht haben. Nun soll es sportlich aufwärtsgehen. Und möglichst schnell soll vor allem „Sweet Caroline“ erklingen, das immer bei Touchdowns der „Herzöge“ eingespielt wird – daran zumindest hat sich nichts geändert.

Spielplan
Die Schanzer Footballer beginnen ihren Neustart in der bayerischen Landesliga (in Gruppe 2 von 4). Ihre Heimspiele tragen die „Herzöge“ ab sofort beim Stammverein TV 1861 in der Bezirksportanlage Nordwest in Ingolstadt aus. Neben den Gruppenspielen gibt es ein Duell mit einem Team aus einer anderen Staffel. Die Erstplatzierten der vier Landesligen mit jeweils vier Vereinen qualifizieren sich für das Halbfinale.

• Samstag, 18. Mai, 15 Uhr: Ingolstadt Dukes – Ansbach Grizzlies

• Sonntag, 26. Mai, 15 Uhr:

Würzburg Panthers – Ingolstadt Dukes

• Sonntag, 9. Juni, 15 Uhr:

Herzo Rhinos – Ingolstadt Dukes

• Samstag, 22. Juni, 15 Uhr:

Ingolstadt Dukes – Weiden Vikings

• Samstag 6. Juli, 15 Uhr: Ansbach Grizzlies – Ingolstadt Dukes

• Sonntag, 14. Juli, 15 Uhr: Ingolstadt Dukes – Herzo Rhinos

• Samstag, 20. Juli, 15 Uhr: Ingolstadt Dukes – Würzburg Panthers

• Sonntag, 8. September, 15 Uhr: Weiden Vikings – Ingolstadt Dukes