Weltrekordversuch in Roth
Extremsportler Jonas Deichmann trotzt dem Unwetter über Bayern

03.06.2024 | Stand 03.06.2024, 18:33 Uhr |

Jonas Deichmann ist bedingungsloser Optimist: „Es gibt keine Zweifel. Ich weiß, was ich hier tue.“ Foto: Bernreuther

„Das Wochenende war richtig hart“, sagt Jonas Deichmann. Und das ist einer, den so schnell eigentlich nichts erschüttern kann. Der schon mal einen Triathlon rund um die Welt absolviert hat oder mit dem Rad von New York nach Los Angeles und zurück gefahren ist. Bei seinem neuesten Projekt, 120 Triathlon-Langdistanzen an 120 Tagen auf der Strecke des Challenge Roth zu bestreiten, hatte er es ab Tag 23 mit dem Unwetter über Bayern zu tun.

Der Balanceakt des Jonas Deichmann

Schwimmen im Rothsee wäre wie auf rauer See gewesen, die Orientierungs-Bojen waren kaum zu sehen. „Sehr, sehr viel Wind und Regen“ machten Deichmann vor allem auf der Radstrecke das Projekt schwer. Anpassungen gab es zum Beispiel beim Essen. Mit Tee und Suppen wirkte der Extremsportler der Kälte entgegen. Längere Pausen waren nötig. Die Crux: Zu lange dürfen diese nicht sein, sonst ist die Regenerationsphase am Abend zu kurz. Zwei Tage in Folge war Deichmann über 15 Stunden unterwegs, hatte nur knapp sechs Stunden Schlaf. Doch er muss jeden Tag einen Triathlon absolvieren, sonst ist der Weltrekordversuch gescheitert. Also: Wieder aufstehen um 5.45 Uhr und ab in den Rothsee, wo es am Montag schon wieder besser ging. „Ich war brutal müde, heute geht es mir aber richtig gut“, sagt Deichmann. Er relativiert: „Die Bedingungen waren zwar unberechenbar. Im Landkreis Roth sind wir aber noch relativ glimpflich davon gekommen, was das Unwetter angeht.“

Positive Grundhaltung

Das ist typisch für Deichmann: „Ich bin ein bedingungsloser Optimist“, sagt er selbst über sich. Seine Einstellung behält er bei. Auch wenn die Rothsee-Wellen wogen, der Wind auf der Radstrecke zwischen Roth und Greding ins Gesicht peitscht, der Regen die Laufschuhe unter anderem am Main-Donau-Kanal durchnässt, während er das Tagesprogramm von 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und 42 Kilometern Laufen bewältigt. „Es gibt keine Zweifel. Ich weiß, was ich hier tue“, sagt Deichmann.

Der Blick geht voraus: Seine Knie- und Fußsohlenprobleme sind weg. Auch die Schmerzen an der Achillessehne sind zurückgegangen. Und was die momentan speziellen Bedingungen angeht, sagt der notorische Optimist: „Jeder Regen hört irgendwann wieder auf.“

adb