Strecke von Donauhochwasser betroffen
Eine Flut an Nachfragen: Veranstalter und Teilnehmer bangen um Triathlon Ingolstadt am Sonntag

03.06.2024 | Stand 03.06.2024, 18:22 Uhr |

Hier sollen in weniger als einer Woche die Läufer beim Ingolstädter Triathlon durchkommen. Aktuell ist das bei der Hochwasserlage am nördlichen Donauufer in der Innenstadt unterhalb der Konrad-Adenauer-Brücke kaum vorstellbar. Fotos: Rehberger

Mitten in den Fluten des Hochwassers droht aktuell auch eine der Ingolstädter Sportgroßveranstaltungen unterzugehen. Am kommenden Sonntag sollten eigentlich mehr als 2500 Sportlerinnen und Sportler aus ganz Deutschland beim Triathlon an den Start gehen. Ob das möglich ist, erscheint sehr fraglich.

Nun ist Ingolstadt im Vergleich zu den vor allem südlichen Umlandgemeinden bisher sehr glimpflich davongekommen. Doch ob das Rennen – mit bayerischer Meisterschaft – angesichts der Pegelstände an der Donau (laut Hochwassernachrichtendienst am späten Nachmittag des Montags knapp unter sechs Meter in Ingolstadt) durch die Ereignisse vom vergangenen Wochenende noch möglich ist, das werden erst die nächsten Stunden zeigen. Der Scheitelpunkt des Hochwassers wurde für die Nacht zum Dienstag erwartet.

Veranstalter Gerhard Budy „in enger Abstimmung mit Behörden“



Zahlreiche Teilnehmer bangen wie Triathlon-Veranstalter Gerhard Budy und seine Mannschaft mit. Entsprechend erreichte eine Flut an Nachfragen die Organisatoren. Budy und Team gingen am Montag mit einer Botschaft an die Öffentlichkeit, laut der sie „in enger Abstimmung mit den zuständigen Personen und Behörden“ stehen und versuchen würden, „unseren Triathlon nach wie vor stattfinden zu lassen“. Es sei aber auch dann möglich, dass es zu Einschränkungen kommen werde.

Baggersee als Startort ist weiträumig abgesperrt



Das betrifft vor allem die Lauf- und Schwimmstrecke des Ausdauerdreikampfs. Das Herz der Veranstaltung ist seit jeher der Ingolstädter Baggersee als Startort, der allerdings unmittelbar an den Donaustausee angrenzt. Einige Teile des dazugehörigen Naherholungsgebietes waren am Montag überflutet. Die Stadt Ingolstadt hatte wegen des weiter steigenden Wasserstands bereits am Sonntag damit begonnen, die Zufahrten zu dem Gebiet abzusperren und die Bevölkerung und speziell die Bewohner zum Verlassen aufgefordert.

Wechselzone liegt im „Gefahrenbereich“



Mittendrin im „Gefahrenbereich“ liegt auch der Jugendzeltlagerplatz des Stadtjugendrings, der beim Triathlon als Wechselzone für den Sprung zuerst nach dem Schwimmen aufs Rad und später nach dem Ausritt auf den Straßen in den Westen von Ingolstadt vom Rad in die Laufschuhe dient. Bei einer überschwemmten Wiese wäre auch die Frage, ob sie bis zum Sonntag trocknet und dort entsprechend vorher die Einrichtungen wie Radständer aufgebaut werden könnten.

Im Jahr 2013 bereits eine „verunreinigte“ Schwimmstrecke erlebt



Im Jahr 2013 hatten es Budy und Co. bereits erlebt, dass der Baggersee relativ kurz vor dem Renntag mit Donauwasser geflutet – und das geprüfte Badegewässer entsprechend „verunreinigt“ wurde. Damals kamen und gingen die Fluten aber mit noch mehr als einer Woche Vorlauf zum Triathlon, der dann ausgetragen werden konnte. Ob, wie und ab wann in einem schmutzigen Baggersee überhaupt wettkampfmäßig geschwommen werden könnte, ist wiederum eine andere Frage.

Die hügelige Radstrecke verläuft nördlich der Donau in den Landkreis Eichstätt und etwas in den Kreis Neuburg-Schrobenhausen, die Straßen entfernen sich vom großen Fluss und dürften entsprechend weniger vom Wasser betroffen sein.

Laufweg am Nordufer der Donau komplett überflutet



Land unter herrscht dagegen aktuell auf einigen Abschnitten der geplanten Laufstrecke in Ingolstadt. Auf den drei Distanzen soll es direkt, mit einer beziehungsweise zwei Schleifen über die (aktuell gesperrte) Donaustaustufe und durch die Innenstadt zum Ziel im Klenzepark gehen. Total überflutet ist dabei der Weg am Donaunordufer direkt am derzeit reißenden Fluss vom Donausteg (Höhe Donaubühne) bis zur Glacisbrücke. Auf der Südseite haben Feuerwehr/Polizei/Stadt weiträumig den Pfad von der Donaustaustufe zum sogenannten Weinzierlgelände (DAV-Kletterzentrum) und weiter zum Hochwasserdamm abgeriegelt. Die Donau hatte die Strecke, die ebenfalls als Triathlon-Laufweg eingeplant ist, am Montagmorgen zwar noch nicht geschluckt, hohe Wellen peitschten dort aber wie bei einem Sturm an einer Kaimauer hoch.

DK