„Fortschritt“ mit 46 Punkten Rückstand
Die Überraschung bleibt aus: Schrobenhausen Green Devils verlieren bei BG Illertal mit 62:108

20.11.2023 | Stand 20.11.2023, 20:05 Uhr |

Ob es tatsächlich ein Schritt nach vorne war, den Ralf Bernitt (r.) und seine Green Devils beim Auswärtsspiel in Illertissen gegangen sind? Schlauer ist man wohl erst im Vergleich zwischen dem vergangenen Heimspiel gegen München Ost (63:97) und dem am nächsten Samstag gegen den TSV Schwaben Augsburg. Foto: M. Schalk

Es möge sich ein wenig seltsam anhören, sagt Green-Devils-Coach Florian Breitkreutz. Und zugegeben, das tut es von außen betrachtet wohl auch. Aber die 62:108-Pleite der Schrobenhausener Basketballer bei der BG Illertal sei ein „Fortschritt“ im Vergleich zum 63:97 gegen München Ost gewesen. Was dieser wert ist, werde man wohl erst in den Bayernligaspielen der nächsten Wochen sehen.

Zumindest bis zum Schluss durchgezogen

Es sei in diesem Match eigentlich nicht so sehr um das Ergebnis gegangen, erklärt Breitkreutz dazu. „Sondern eher darum, dass wir gemeinsam wieder eine engagiertere Leistung zeigen als zuletzt.“ Dass das seiner Ansicht nach geklappt hat, liest der Pfaffenhofener vor allem an der zweiten Halbzeit in Illertissen ab. Die verloren die Green Devils „nur“ mit elf Punkten Rückstand, das Schlussviertel gewannen sie sogar mit 23:21. „Wir haben es gemeinsam zu Ende gebracht, nicht aufgehört“, sagt der 37-Jährige. Was er meint? Niemand habe sich – wie zuletzt gegen München Ost ziemlich sichtbar – hängen lassen oder dem Frust teamintern Luft gemacht. „Dementsprechend war die Stimmung auch nicht so schlecht wie eine Woche zuvor“, findet der Coach und hofft: „Wenn wir ein paar Dinge aus diesem Match mitnehmen, sollte uns das gegen andere Gegner auch wieder besser aussehen lassen.“

Allerdings – und das gehört eben auch zur Wahrheit – lagen die Schrobenhausener bei der BG Illertal ja nach den ersten beiden Vierteln schon mit 35 Punkten Differenz (22:57) zurück. Ganz am Ende waren es sogar 46. Freilich gegen ein starkes Team, das jedes seiner sieben Saisonspiele bislang gewonnen hat − im Schnitt mit mehr als 20 Zählern Vorsprung. Doch trotz dieser Rollenverteilung und trotz aller Probleme, die die Green Devils derzeit mit sich herumschleppen, kann das – selbst gegen den Tabellenführer – eigentlich nicht ihr Anspruch sein. Zumal sich ja schwer feststellen lässt, mit welchem Gang der in allen Bereichen überlegene Spitzenreiter mit seiner deutlichen Führung im Rücken überhaupt noch unterwegs war. Das sieht Breitkreutz im Prinzip genauso: „Was dieser vermeintliche Fortschritt wert ist, wird man erst in den Spielen sehen, in denen es zählt.“

Die entscheidenden Spiele kommen noch

Also zum Beispiel zu Hause gegen den TSV Schwaben Augsburg am kommenden Samstag (19.30 Uhr). Der hat am vergangenen Wochenende den ESV Staffelsee mit 63:39 besiegt (bei dem die Green Devils 60:77 verloren haben), steht mit einer 4:3-Bilanz derzeit auf Rang sechs der Basketball-Bayernliga Süd. Andere Teams, die die Schrobenhausener auf dem Weg zum Klassenerhalt eigentlich noch viel eher schlagen sollten, sind in diesem Kalenderjahr ebenfalls noch ihre Gegner: der TSV Freising, der sogar schon siebenmal verloren hat und noch hinter den Green Devils zurückliegt. Oder der SB DJK Rosenheim 2 (2:5-Bilanz), der knapp vor den Schrobenhausenern steht.

„Die Saison ist noch lang“, so Breitkreutz. „Aber natürlich sollten wir auch irgendwann Spiele gewinnen“, fügt er an. Oder anders: In einer (deutlichen) Niederlage den Fortschritt zu erkennen, wird im Umfeld der Schrobenhausener Basketballer irgendwann nicht mehr ganz so leicht zu vermitteln sein.

• Das bei der BG Illertal unterlegene SSV-Team: Ralf Bernitt (6 Punkte), Johannes Dengler (6), Josef Eiglmeier (5), Simon Ettenreich (10), Maximilian Huber, Sebastian Huber (2), Sebastian Kramer (5), Claus-Jürgen Ludwig (22), Moritz Schäfer und Martin Steiner (6).

SZ