Größter Marathon Skandinaviens
„Den Tränen nahe“ – Leon Böheim und Tobias Berner aus Mörnsheim im Ziel überwältigt

07.06.2024 | Stand 09.06.2024, 19:35 Uhr |

Erster Marathon ihres Lebens: Leon Böheim (links) und Tobias Berner haben nach Stockholm Blut geleckt und wollen nun in München die Vier-Stunden-Marke knacken. Foto: Privat

Mehrmals hatten Leon Böheim und Tobias Berner aus Mörnsheim (Landkreis Eichstätt) „Nein“ zum ambitionierten Vorhaben gesagt. Am vergangenen Samstag standen sie trotzdem in Stockholm in Schweden an der Startlinie – mehr oder weniger bereit für ihren ersten Marathon.



Dominik Seyberth, Berners Arbeitskollege, musste die beiden Freunde lange überreden, bis sie endlich zustimmten. Den ersten Überzeugungsversuch startete er nach einem Triathlon in Regensburg im August 2023. Ein paar Monate später klappte es. Doch kurz vor dem Marathon stellte sich heraus, dass Seyberth selbst aus persönlichen Gründen nicht teilnehmen kann. Böhein bedauere dies und sagt dazu: „Er wollte schon immer in Stockholm dabei sein. Wir sind da irgendwie mit reingerutscht.“

Viel Sonne, wenig Wind in Stockholm



Ein gutes halbes Jahr trainierten die beiden Mörnsheimer auf die 42,195 Kilometer lange Strecke hin. Mit dem sommerlichen Wetter hatten Böheim und Berner allerdings nicht gerechnet. Am Tag des Marathons zeigte das Thermometer 28 Grad Celsius an, zudem gab es keinen kühlenden Wind. Auch deswegen verpassten beide Hobbysportler ihr Ziel, in weniger als vier Stunden im Stockholmer Olympiastadion einzulaufen, recht deutlich (Berner: 4:45 Stunden; Böheim: 4:48 Stunden). Da es laut Böheim auf der Strecke immer wieder zu Wassermangel kam, war es für beide ein Segen, dass Freundin Leonie Förster mit nach Schweden gereist war und sie mit Getränken und Powergels versorgte.



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Schmerzhafte letzten 100 Meter



Die Zeit stand aber bei ihrem ersten Marathon im Hintergrund, die Emotionen nach dem Erreichen der Ziellinie im Stadion überwiegen bei Böheim, dem vor allem die letzten 100 Meter in Erinnerung bleiben werden: „Ich hatte große Schmerzen und Krämpfe. Das war richtig krass. Aber als ich dann im Ziel war ... das waren unglaubliche Glücksgefühle. Ich war wirklich den Tränen nahe.“ Zwei bis drei Tage nach dem Marathon spürte der 25-Jährige noch seinen Körper. Angesprochen auf den Weltrekordversuch von Jonas Deichmann, der aktuell in Roth an 120 Tagen in Folge einen Langdistanz-Triathlon (3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer laufen) absolvieren will – und mittlerweile bei Tag 30 angekommen ist – sagt Böheim: „Ich kann mir nicht vorstellen, wie das ein Körper überleben kann. Aber ich kann mir vorstellen, welche Glücksgefühle er Tag für Tag erfährt.“

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Nächster Start beim Marathon in München



Bis zum Schluss feuerte er mit Freundin Förster und Kompagnon Berner an, bis der letzte der 17.002 Finisher nach 6:30 Stunden ins Ziel kam. Für den nächsten Marathon sind die zwei Mörnsheimer bereits angemeldet. Am 13. Oktober wollen die beiden in München dann die Vier-Stunden-Marke knacken.

EK