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Der Junior kommt als Spieler  |  28.07.2020  |  08:00 Uhr

Handball-Hammer in Deggendorf: HCD verpflichtet Ex-Metten-Coach Milan Sedivec

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Zurück im Landkreis: Ex-SSG-Coach Milan Sedivec (l., 54) wird neuer Trainer des HC Deggendorf und bringt Sohn Milan jun. (22) als Spieler mit.

Zurück im Landkreis: Ex-SSG-Coach Milan Sedivec (l., 54) wird neuer Trainer des HC Deggendorf und bringt Sohn Milan jun. (22) als Spieler mit.

Zurück im Landkreis: Ex-SSG-Coach Milan Sedivec (l., 54) wird neuer Trainer des HC Deggendorf und bringt Sohn Milan jun. (22) als Spieler mit.


Mit neuem Coach aus der Krise: Das ist der Weg, welchen die Verantwortlichen des Handball-Club Deggendorf vorgezeichnet haben. Nach dem Saisonabbruch und dem folgenden Klassenerhalt am Grünen Tisch soll Milan Sedivec (54) als Nachfolger von Klaus Meinberger den HCD anführen. Der Neue ist alles andere als ein Unbekannter: Sedivec führte die SSG Metten als Spielertrainer zur Landesliga-Meisterschaft und in die Bayernliga (2008/09). Nach insgesamt acht Jahren war im August 2010 nach dem sofortigen Wiederabstieg (drei Siege aus 28 Spielen) Schluss – nun kehrt Sedivec in den Landkreis zurück, in Diensten des Lokalrivalen.

Seit März diesen Jahres bestimmte Unsicherheit den sportlichen Alltag der Handballer. Von heute auf morgen war der Spielbetrieb eingestellt worden, ehe auch alle weiteren Sportarten auf Eis gelegt wurden. Durch dieses Urteil war klar, dass die Deggendorfer ein weiteres Jahr in der nun 15 Teams starken Bezirksoberliga antreten dürfen – sportlich wäre es eng geworden. Das Beste daran: Es gibt im dritten Jahr in Folge das Derby gegen die Rivalen aus Metten.

Ungewohntes Terrain: Deggendorfer Handballer beim Freiluft-Training auf dem Rasen des Deggendorfer Donau-Wald-Stadions. −Fotos: HCD

Ungewohntes Terrain: Deggendorfer Handballer beim Freiluft-Training auf dem Rasen des Deggendorfer Donau-Wald-Stadions. −Fotos: HCD

Ungewohntes Terrain: Deggendorfer Handballer beim Freiluft-Training auf dem Rasen des Deggendorfer Donau-Wald-Stadions. −Fotos: HCD


Das glückliche Ende konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der HCD einige Baustellen abarbeiten muss. Ohne jeden Zweifel stand man zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs nicht grundlos auf dem Vorletzten Platz. Hauptgrund dafür war wohl der Ausfall von Hauptakteur Michel Poek, welcher immer wieder den Unterschiedsspieler gab. Fiel Poek mal aus, sprang keiner in die Bresche. Der Kader war nicht tief genug, der Ausfall konnte in Summe nur schwer kompensiert werden, auch wenn das Team bis zuletzt das Möglichste versuchte, die Liga zu halten. Es war aber eine Art Initialzündung für den HCD, sich auf die Suche nach Verstärkung zu machen – und dann überschlugen sich die glücklichen Zufälle.

Wie des Öfteren in der Vergangenheit hielt man Ausschau im östlich gelegenen Nachbarland, in Tschechien. Dafür wurde zunächst einmal ein Kontaktmann vor Ort benötigt. Noch-Coach Klaus Meinberger kam ein alter Bekannter in den Sinn: Milan Sedivec, der vor circa zehn Jahren noch beim Rivalen in Metten maßgeblich an den größten Erfolgen des Vereins verantwortlich war.

Und da wartete auch schon Überraschung Nummer eins: Sedivec erklärte, dass sein Sohn – Milan junior – durchaus Interesse habe an einem Wechsel nach Niederbayern. Als die HCD-Verantwortlichen dann die sportliche Vita des Sedivec-Filius beleuchteten, machten Präsident Karl Ebner & Co. große Augen: Der angehende Sport- und Deutsch-Lehrer (derzeit noch Student in Pilsen) spielte bereits von der C-Jugend an in der 1. und 2. Tschechischen Liga, ehe er mit Anfang 20 sein Glück in Deutschlang bei der TG Landshut in der Bayernliga versuchte. Jedoch verschlug es den heute 22-Jährigen schnell wieder in die Heimat zurück, wo er zuletzt im Rückraum in der 2. Liga agierte und zweitbester Werfer der Liga war. Unterm Strich passt Sedivec jun. also perfekt ins Anforderungsprofil, denn gerade im Rückraum sind die Deggendorfer nicht ausreichend besetzt.

Was danach kam, hatte aber niemand auf dem Zettel: die Überraschung Nummer zwei: Eher nebenbei erwähnte Vater Milan Sedivec, dass er selbst zurzeit als Trainer zur Verfügung stehe – und wieder waren die Deggendorfer Handball-Bosse Feuer und Flamme.

Sedivec im Doppelpack war die Frage – und darüber musste gar nicht lange diskutiert werden. Der HCD schlug zu und unterbreitete Milan Sedivec sen. das Angebot, den Bezirksoberligisten zu betreuen. Der 54-Jährige hat Einiges an Erfahrung und Erfolgen vorzuweisen: als ehemaliger Nationalspieler der CSSR (ehemalige Tschechoslowakei) und Bayernliga-Akteur in Bayreuth und Roding. Auch als Trainer war er nicht minder erfolgreich. Zunächst in der Heimat, dann in Deutschland bei der TG Landshut und in Metten. Am meisten Erfolg hatte er wohl während seiner 8-jährigen Zeit bei der SSG Metten, als er die Niederbayern als Spielertrainer in die Bayernliga führte.

Klaus Meinberger wollte aufgrund persönlicher Interessen ohnehin etwas kürzer treten und wird künftig als Herrenwart mehr im Hintergrund agieren und Sedivec den Rücken stärken bzw. mit Rat und Tat zur Seite stehen. Heißt: In der kommenden Saison gibts Sedivec im Doppelpack für den HC. Die beiden in Pilsen lebenden Tschechen werden nun Alles daran setzen, dass in der kommenden Saison der Handballclub wieder weiter vorne in der Tabelle anzufinden ist.

Ansonsten hat sich am HC-Kader nicht viel geändert. Alle Akteure der Vorsaison sind wieder mit an Bord, und das ist schon eine Leistung: Der Verein verzeichnet keine Abgänge. Bereits letzte Woche zum Trainingsstart fand sich ein 17-Mann-Kader ein, der nun unter neuer Führung voll motiviert ins neue Jahr geht. Neu-Coach Sedivec hat die Vorbereitung straff getaktet: Am 22. August steht ein Trainingsspiel gegen Landesligist TSV Simbach an, ehe man sich fürs Trainingslager nach Pilsen begibt. − fhe/sli












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