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Ein Sport, zwei Welten | 02.09.2020 | 06:00 Uhr

Marathon während der Pandemie: Wie die Absagen Veranstalter und Sportler beuteln

von Lukas Wagner

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Auf sportliche Spitzen-Events wie hier beim letztjährigen Münchner Marathon müssen Fans und Läufer heuer coronabedingt verzichten. Fast alle großen Marathons wurden abgesagt. −Foto: imago images / Plusphoto

Auf sportliche Spitzen-Events wie hier beim letztjährigen Münchner Marathon müssen Fans und Läufer heuer coronabedingt verzichten. Fast alle großen Marathons wurden abgesagt. −Foto: imago images / Plusphoto

Auf sportliche Spitzen-Events wie hier beim letztjährigen Münchner Marathon müssen Fans und Läufer heuer coronabedingt verzichten. Fast alle großen Marathons wurden abgesagt. −Foto: imago images / Plusphoto


Ein Sport, zwei Welten. Während die Marathonriege eine Wettkampfabsage nach der anderen verdauen muss, dürfen die Stadionläufer an den Start – wenn auch vor leeren Zuschauerrängen. "Die großen Marathons wie der Münchner sind alle abgesagt. Zwar sind die Konzepte gut, aber es scheitert an den Zuschauern. Die sollen wegen Corona nicht da sein, was aber natürlich in der Stadt nicht geht", sagt der ehemalige Olympische Fackelläufer Günter Zahn (66).

Trotzdem sei er froh, dass sich wenigstens die Bahnläufer im Wettkampf messen können. "Gerade hier sind die jüngeren Läufer aktiv, ohne Wettkämpfe würden einige wahrscheinlich einen Abzweig weg vom Sport nehmen", so Zahn, der die Mittel- und Langstreckler der Leichtathletik-Gemeinschaft (LG) Passau trainiert. Vor allem um die Organisatoren kleinerer Marathons mit 400 oder 500 Teilnehmern macht sich der 66-Jährige Sorgen: "Wenn es nächstes Jahr im Frühjahr so weitergeht mit den Absagen, dann müssen einige Veranstalter ihren Laden zusperren."

Bei der LG Passau sei die finanzielle Situation derweil den Umständen entsprechend entspannt. "Die Kosten für Meldungen oder die Vereinsbusse laufen weiter. Wegen der Absage unseres Kindersportfestes am 3. Oktober fehlen natürlich sehr viele Einnahmen. Wir können das aber durch einkommende Spenden abfedern", so Zahn.

Für Athleten wie Tobias Schreindl (32) bleibt der Sport ohnehin allein Leidenschaft und nicht Broterwerb – Corona hin oder her. Selbst wenn man wie Schreindl Siege beim Münchner Marathon, der Bayerischen oder Deutschen Meisterschaft erringt. "Finanziell kannst du nur durch Leistungen nichts verdienen. Eigentlich ist es ein Minusgeschäft. Außer du betreibst nebenbei noch die sozialen Medien."

Davon sei er allerdings kein Freund. "Das nimmt Züge an, dass die Leute sich für ein Trikot oder Schuhe verkaufen. Das macht einen Sportler unsympathisch für mich", sagt Schreindl. Er selbst sei da noch die "alte Schule". Von virtuellen Ersatzläufen hält er dementsprechend nicht viel: "Dort habe ich nicht vor mitzulaufen. Ein Wettkampf ist für mich Läufer gegen Läufer. Außer es geht ein, zwei Jahre so weiter, dann müsste man es sich überlegen", sagt Schreindl.

Immerhin ein wenig Hoffnung kann man den Straßenläufern für die kommenden Wochen machen. In Altötting hat beispielsweise das Hygienekonzept des 29. Halbmarathons das dortige Gesundheitsamt überzeugt. Am 13. September dürfen im Wallfahrtsort insgesamt 1000 Teilnehmer in den Streckenkategorien 21,1 und 6 Kilometern unter speziellen Bedingungen antreten. Verzichtet wird in diesem Jahr unter anderem auf eine Siegerehrung sowie Umkleidekabinen und Massenstarts.

Herrenchiemsee: Läufer per Schiff zum Lauf"Da gibt es natürlich einen Haufen Auflagen. Das hat nicht den Stellenwert und die Atmosphäre wie sonst, wo mit über 1000 Zuschauern eine Mordsstimmung ist", sagt Günter Zahn. Der 66-Jährige berichtet zudem von einem weiteren geplanten Lauf in Oberbayern. "Der Veranstalter des Münchner Marathons ist ein Freund von mir und richtete auch den Herrenchiemseelauf aus, der am 24. und 25. Oktober stattfinden soll. Da sieht es mit dem Konzept auch ganz gut aus", so Zahn. Hier kommt vor allem die Insellage dem Veranstalter entgegen. "Die Teilnehmer sollen mit dem Schiff zur Insel rübergebracht werden", erzählt Günter Zahn.

Eine Teilnahme an den genannten Marathons kommt für Tobias Schreindl indessen nicht in Frage. "Ich kann mich im Training genauso schinden, ohne den ganzen Aufwand." Er möchte die restlichen Monate des Jahres lieber nutzen, um die Akkus aufzuladen. "Vielleicht eröffnet die Situation auch neue Möglichkeiten. Nächstes Jahr habe ich eine neue Trainingsumgebung und kann andere Reize setzen. Möglicherweise ist dann eine neue Bestzeit drin", sagt Schreindl, der momentan mit Ehefrau Susanne, Gewinnerin des Münchner Marathons 2018, ein Haus baut.

Aktuell hat Schreindl, wie die meisten Langstrecken-Athleten, auf Grundlagentraining umgestellt. "Als die Absagen kamen, war das relativ schnell klar. Auch wegen den Dingen privater Natur, die gerade anstehen." Günter Zahn erzählt, dass er seinen Athleten rund um das deutsche Marathon-Meistertrio Schreindl, Maxim Fuchs und Stephan Fruhmann anfangs noch genau Trainingsvorgaben gemacht habe. "Weil es nicht absehbar ist, wann es weitergeht, gibt es aber jetzt keine spezielle Wettkampfvorbereitung mehr, sondern nur Grundlagen", so Zahn.

Tobias Schreindl bleibt beim Blick in Richtung Zukunft positiv: "Ich hoffe, es geht bald wieder los und glaube, dass es ab nächstem Jahr weitergeht." Dann wären die derzeit getrennten Welten im Laufsport wieder vereint.

Der Artikel erschien bereits am 31. August in der Heimatzeitung.












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